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Bewegungsmuffel

| Der Bunte Hund

Hallo liebe Leserinnen und Leser, haben Sie auch das tolle Wochenende genutzt, um kräftig Sonne zu tanken?

Wir haben dank der sommerlichen Temperaturen unseren ersten Ausflug ins Strandbad gemacht. Durch den Regen der letzten Wochen sind die Pegelstände wieder auf einem höheren Stand. Die Tiere freuts, die Zweibeiner trauen sich bei den kühlen Wassertemperaturen aber noch nicht so richtig ins Wasser. Oder sagen wir so, meine kleinen Zweibeiner sind da schon etwas mutiger und hatten ihre wahre Freude im kühlen Nass. Mir schien es, als wären sogar die sonst eher bewegungsmuffeligen kleinen Zweibeiner durch das Wasser und die angenehmen Temperaturen, zur Bewegung im Freien animiert worden.
Bedenklich fand ich, so im Gras liegend und beobachtend, wie viele kleinen Zweibeiner bereits mit Bauchansatz und offensichtlichen Gewichtsproblemen zu kämpfen haben. Eigentlich nicht verwunderlich, hatte ich doch bei manchen den Eindruck, dass sie sich schon länger nicht mehr draußen an der frischen Luft bewegt haben. Unebene Rasenflächen oder das Laufen am steinigen Ufer stellte die Kinder teilweise vor ungewohnte Probleme. Gleichgewichts- und Koordinationssinn schienen völlig neue Erfahrungen zu machen, wenn ich an die Beobachtungen auf dem Spielplatz zurückdenke. Wundern muss man sich darüber aber eigentlich nicht. Denn wenn für viele kleine Zweibeiner ein langer Schultag mit vielen Hausaufgaben geschafft ist, wird entweder an einem elektrischen Brettchen gespielt oder fern geschaut. Wenige bekommen die Organisation hin und verbringen spätnachmittags die Stunden auf dem  Sportplatz oder mit körperlichen Aktivitäten. Dabei wäre gerade ein gutes Körpergefühl wichtig für gute Schulergebnisse. In der Schule bieten aber in der Regel einfallslose, geteerte und mit fest installierten Sitzmöglichkeiten gestaltete Schulhöfe keine Gelegenheit, um die natürlichen Sinne zu schärfen. Fußballfeld und Spielplatz können gar nicht genug Abwechslung bzw. Beschäftigung für so viele Kinder auf kleinem Platz offerieren, wie es nötig wäre. Dabei haben doch ganz schlaue Menschen bereits wissenschaftliche Studien geschrieben, dass naturnah gestaltete Schulhöfe durch viele wichtige Argumente punkten können. Besser fürs soziale Miteinander, da man sich auch mal aus dem Weg gehen kann. Keine überhitzten Schulhöfe auf denen Streitereien und Konflikte vorprogrammiert sind. Erhitzte Gemüter gibt es auch und vor allem bei heranwachsenden Zweibeinern. Die Eigenverantwortung könnte mit in den Unterrichtsstoff mit einbezogen werden, wenn sich die Klassen um bestimmte Bereiche der Außenanlagen kümmern. Das Gehirn hätte durch körperliche Anforderungen in den Pausen die Möglichkeit besser zu regenerieren. Das führt wiederum im Unterricht zu einer besseren Aufnahmefähigkeit. Die eigenen Grenzen könnten besser ausgetestet werden und die Kinder würden spielerisch lernen, wie sie sich in bestimmten Bereichen verhalten müssen. Alles ganz nebenbei. Leider wird sich an den Situationen auf den Schulhöfen wohl so schnell nichts ändern. Aber egal wie man es dreht und wendet, auch das ist kein Thema, das Zweibeinereltern auf andere abschieben können. Wer sich entscheidet Kinder zu bekommen, sollte sich in jedem Fall in allen Bereichen verantwortungsbewusst um seinen Nachwuchs kümmern. Ich spiele jetzt mit meinen kleinen Zweibeinern erst einmal eine Runde Fußball.

Ihr Struppi.

Wochenblatt Redakteur @: Der Bunte Hund

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