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Bilder mit der Helligkeit Griechenlands

Schmitz Kunstmuseum
Museumleiter Christoph Bauer bei der Vernissage mit Wieland Schmitz, dem Sohn von Jean-Paul und Ilse Schmitz, der mit Familie, nach Singen gekommen war. swb-Bild: of

Jean-Paul und Ilse Schmitz im Singener Kunstmuseum

Singen. Wenn der Sommer hier in der Region mal schlapp macht, lohnt sich ein Besuch des Singener Kunstmuseum in doppelter Weise. Denn dort sind eine Vielzahl sehr „sonniger“ Werke zu sehen, denn in diesem Sommer hat Museumsleiter Christoph Bauer das gesamte Obergeschoss dem Künstlerpaar Jean-Paul und Ilse Schmitz gewidmet. Jean-Paul Schmitz gilt als einer der anerkanntesten Höri-Künstler, obwohl es ihm in den Kriegszeiten nicht gelungen war, hier an den Untersee in die innere Emigration zu entfliehen, dem Mann, der zwar relativ unpolitisch war, aber von den Nazi-Herrschern im Rheinland, dem er entstammte, doch als „unzuverlässig“ eingestuft wurde. Erst 1948 siedelte er mit seiner Frau an den See um, in seiner Landschaft, der er selbst des Prädikat gab, hier die Helligkeit Griechenlands hier zu erleben. Seine Bilder portraitieren dabei das Licht dieser bezaubernden Landschaft nicht nur, Schmitz hatte es verstanden, hier ganze Opern für die Augen zu komponieren, selbst der immer wieder gewählte Ausblick von seinem Balkon, wurde mit dem Pinsel zur Ode aufgebaut, in sehr malerischem Stil, in dem Farbe auf der Leinwand zu schweben scheint. Das konnte keiner seiner Kollegen so gut wie Schmitz, der leider 1970 bereits verstarb. 

Christoph Bauer wollte hier freilich in der Ausstellung den „ganzen Schmitz“ zeigen, eben mit seinem Lebenswerk, das mit ganz anderen Motiven im Rheinland begann und in eher düsteren und erdigen Tönen, mit Akten und Portraits, die allerdings auch an andere damals modische Künstler erinnerten. Der Bogen ist vortrefflich gelungen, schnell kann man die Entwicklung dieses Künstlers aufgreifen, den das Licht Mallorcas und eben Griechenlands dann geformt hat. Die Schau der Bilder von Isle Schmitz trägt den Titel „Wiederentdeckt“. Denn Ilse Schmitz geriet an der Seite ihres Manns schon zu Lebzeiten in Vergessenheit, wohl auch weil die Familie im Vordergrund stand. Dabei war sie mit ihrem Mann auf den Reisen gewesen und in der Ausstellung werden die Arbeiten gegenübergestellt, die so viel Seelenverwandtschaft in sich tragen. Erst nach dem Tod ihres Mannes hatte sie nochmals neun Jahre, selbst wieder an die Malerei zu gehen, mit ganz eigenen Stillleben, die es lohnt sie hier zu entdecken. Als sehr spannende Ergänzung zu dieser Ausstellung präsentiert der Kunstmuseum als Sommerausstellung den weiteren  Reigen der Hörimaler, mit manch prominenter Arbeit aus dem Magazin.

Bilder von der Vernissage und aus der Ausstellung gibt es in der Galerie.

Wochenblatt Redakteur @: Oliver Fiedler