Metzler Enttäuscht vom Vorgehen der Gemeinderäte
Bürgermeister nimmt Stellung

Rupert Metzler | Foto: Hilzingens Bürgermeister Rupert Metzler zeigte sich in der jüngsten Gemeinderatssitzung enttäuscht vom Vorgehen der Gemeinderäte, die ihn in einem offenen Brief kritisiert hatten. swb-Bild: Archiv
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  • Foto: Hilzingens Bürgermeister Rupert Metzler zeigte sich in der jüngsten Gemeinderatssitzung enttäuscht vom Vorgehen der Gemeinderäte, die ihn in einem offenen Brief kritisiert hatten. swb-Bild: Archiv
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Hilzingen. In der jüngsten Gemeinderatssitzung am Dienstagabend gab Bürgermeister Rupert Metzler vor dem Einstieg in die Tagesordnung eine persönliche Erklärung zu einem offenen Brief ab, den die Fraktionssprecher im Namen des Gemeinderats verfasst haben, und in dem die Amtsführug des Bürgermeisters kritisiert wird.

Die Räte bemängelten unter anderem, dass Anträge aus dem Gemeinderat nicht zeitnah bearbeitet würden. Die Baden-Württembergische Gemeindeordnung scheibe vor, dass Anträge, die aus der Mitte des Gemeinderats gestellt werden spätestens auf die Tagesordnung der übernächsten Sitzung zu setzen seien. In Hilzingen gäbe es hier seit Monaten einen Stau. Metzler begründete diesen Antragsstau mit der Überlastung der Verwaltung, nicht zuletzt auf Grund von Personalknappheit.

In seiner persönlichen Erklärung zu dem offenen Brief zeigte er sich enttäuscht vom Vorgehen der Gemeinderäte. Er warf ihnen vor mit dem offenen Brief nicht nur seine Person, sondern auch das Ansehen der Gemeinde Hilzingen als Arbeitgeber massiv beschädigt zu haben. Mit Unverständnis reagierte Metzler auf den Vorwurf Anträge zu verschleppen, schließlich sei dem Rat aktuell ein Zeitplan vorgelegt worden in dem die Abarbeitung der Anträge detailliert dargelegt werde.

Hier die Erklärunng Metzlers im Wortlaut:

»Meine sehr geehrten Damen und Herren Gemeinderäte,

ich möchte an dieser Stelle meine große Persönliche Enttäuschung über Ihr Vorgehen zum Ausdruck bringen.

Für mich und für die Amtsleiter, an die ich die Mail mit dem »offenen Brief« am Freitag, dem 18.5. weitergeleitet hatte, war nicht zu erkennen, dass er an die Öffentlichkeit gerichtet ist und nicht nur an den Gemeinderat, wie es im E-Mail Verteiler zu lesen war. Mit keiner Zeile wurde ich darauf hingewiesen, dass dieser »offene Brief« an die Presse geht.

Normal wäre gewesen, dass man sich zunächst mit mir über die aus Sicht des Rates vorhandenen Defizite im Rahmen der Fraktionssprecher und/ oder BM Stellvertreter unterhält!

Insbesondere ist es mir unverständlich, dass der Vorwurf erhoben wurde Anträge zu verschleppen, genau zu dem Zeitpunkt, nachdem wir Ihnen allen einen Zeitplan vorgelegt hatten, in welchem wir detailliert die Abarbeitung der Anträge darlegen.

Deswegen entbehrt der Angriff auf meine Person in diesem »offenen Brief« jeglicher inhaltlicher Grundlage! Sollten andere Gründe für diesen Angriff auf meine Person vorliegen, so ist es genauso sinnvoll sich darüber zuerst einmal zu unterhalten.

Überhaupt stellt sich für mich die Frage, wer von ihnen außer den Unterzeichnern des »offenen Briefes« vom Inhalt und vor allem von der Art und Weise der Übermittlung wusste. Sind tatsächlich Sie alle damit einverstanden, dass man mich persönlich und damit auch die Verwaltung öffentlich an den Pranger stellt?

Dass Sie mit dieser Aktion meine Person beschädigen muss ich leider so hinnehmen. Dies bringt scheinbar das Amt des Bürgermeisters in Hilzingen mit sich, dass man vieles ertragen muss.

Dass Sie alle mit dieser Aktion aber vor allem die Gemeinde Hilzingen und die Gemeindeverwaltung Hilzingen als Arbeitgeber massiv beschädigt haben, dürfte Ihnen doch wohl auch zwischenzeitlich klar geworden sein!

Dabei steht doch die Gemeinde Hilzingen, wenn man den Medien glauben kann und das tue ich hier gern, von außen betrachtet hervorragend da! Große Projekte wie Feuerwehrgerätehaus, neuer Dorfplatz, Schulstandort und Schulausbau, Neubaugebiete an jeder Ecke und große Nachfrage nach Gewerbegrundstücken und mehr als geordnete Finanzen lassen andere neidvoll auf Hilzingen blicken.

Mein Aufruf an Sie alle: Lassen Sie uns deshalb diesen Erfolgsweg weitergehen. Ich bin nach wie vor zu klärenden Gesprächen (oder auch Moderationen) bereit. Ich hoffe Sie nun aber auch!«

- Dominique Hahn

Autor:

Redaktion aus Singen

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