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BUND und NABU ziehen Erfolgsbilanz über Naturschutztage

Gewässerschutz Naturschutztage
Auf den Naturschutztagen haben mehr als 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einer Aktion für einen starken Gewässerschutz in der EU protestiert, teilen die Veranstalter mit. swb-Bild: Veranstalter

1.100 Gäste besuchen rund 50 Veranstaltungen

Radolfzell. Das größte Fortbildungs- und Vernetzungstreffen für Natur- und Umweltschutz im deutschsprachigen Raum ist nach vier Tagen mit einer Erfolgsbilanz zu Ende gegangen. Das teilen BUND und NABU in einer gemeinsamen Presseerklärung mit. Rund 1.100 Aktive und Naturschutzinteressierte nutzten demnach das Dreikönigswochenende vom 3. bis 6. Januar, um sich zu informieren, zu vernetzen und vier Tage lang neue Kraft und Motivation für ein aktives Naturschutzjahr 2019 zu schöpfen. »Wir sind begeistert, wie interessiert, offen und rege der Austausch in den fast 50 Vorträgen, Workshops und Exkursionen dieses Jahr war«, sagen die beiden Landesvorsitzenden von BUND und NABU, Brigitte Dahlbender und Johannes Enssle, zum Tagungsabschluss.
 
Im Rahmen der Tagung demonstrierten am Samstag mehr als 700 Menschen gemeinsam für den Erhalt der EU-Wasserrahmenrichtlinie, dem Herzstück des Gewässerschutzes in Europa. Außerdem setzten die beiden Verbände ein klares Zeichen für die im Mai anstehenden Kommunal- und Europawahlen: »Die Europawahl ist richtungsweisend für den Umwelt- und Naturschutz, auch bei uns in Deutschland. Denn mehr als 80 Prozent aller Umweltgesetze haben ihren Ursprung in gemeinsam gefassten Beschlüssen der EU-Mitgliedstaaten in Brüssel. Große Aufgaben wie der Einsatz gegen Klimawandel oder Rückgang der Artenvielfalt und die dringend notwendige Reform der europäischen Agrarpolitik können wir nur mit einem starken, vereinten Europa bewältigen«, betonen die Landesvorsitzenden.
 
Ein Highlight war der Vortrag von Ulrich Veith, Bürgermeister der pestizidfreien Kommune Mals aus Südtirol, der am Samstag mit Standing Ovations verabschiedet wurde. Er konnte 75 Prozent der rund 5.000 Einwohnerinnen und Einwohner seiner Gemeinde in einer Volksabstimmung für eine gesunde, pestizidfreie Kommune begeistern. Mit Blick auf die Kommunalwahlen in Baden-Württemberg sagen Dahlbender und Enssle: »Was Mals in Südtirol bewegt hat, macht uns Mut! Wir wünschen uns noch mehr entschlossene Kommunalpolitikerinnen und -politiker wie Ulrich Veith, auch bei uns in Baden-Württemberg.« Beide appellieren an ihre Mitglieder, sich bei den Kommunalwahlen am 26. Mai 2019 aktiv mit Umweltthemen einzubringen: »Unsere Demokratie lebt davon, dass sich Bürgerinnen und Bürger aktiv engagieren. Wir brauchen Menschen, die sich gemeinsam mit uns für den Umwelt- und Naturschutz im Südwesten stark machen.«
 
NABU und BUND in Baden-Württemberg stehen für mehr als 180.000 Naturschützerinnen und Naturschützer. »Vor dem Hintergrund des Insektensterbens und der verfehlten Agrarpolitik fordern wir gemeinsam mit unseren Mitgliedern und den rund 1.100 Besucherinnen und Besuchern der 43. Naturschutztage: Pestizide runter vom Acker, Blühpflanzen rauf auf die Äcker! Insekten brauchen Nektar zum Überleben. Und das Geld muss ankommen, wo es gebraucht wird: Bei Landwirtinnen und Landwirten, die sich für den Artenschutz einsetzen«, heißt es in der Pressemitteilung.
 

Wochenblatt Redakteur @: Dominique Hahn