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Carsharing als mehrfache Chance definiert

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Viel lost ist auf den Straßen in Stockach, schon wegen der Funktion als Verkehrsknoten. Aber viel von dem Verkehr ist auch hausgemacht. Da könnte Carsharing für weniger Autos in der Stadt sorgen, meinen die Teilnehmer des "Runden Tisch Mobilität" nach einem virtuellen Zusammentreffen. swb-Bild: of

Runder Tisch Mobilität entwickelt Ideen, die auch umgesetzt werden sollen

Stockach. Städte wie Konstanz, Radolfzell, selbst Gemeinden wie Steißlingen, Moos oder auf privater Basis Rielasingen-Worblingen bieten bereits Carsharing-Modelle an, meist sogar mit dem Einsatz von E-Mobilität. Nun soll auch in Stockach Bewegung in das Thema kommen, ist das Ergebnis des »Runden Tisch Mobilität«, den das Umweltzentrum am letzten Dienstag per Videokonferenz durchgeführt hatte.
von Oliver Fiedler
Denn in Stockach gibt es dafür sogar inzwischen einen ausgewiesenen Experten, konnte mit Freude festgestellt werden. Bernd Rüffer, der Wahlwies eigentlich als den Ort seines Ruhestands erwählt hat, war zuvor in seinem Arbeitsleben nicht nur Verkehrsplaner in Freiburg und Karlsruhe gewesen, er zählte vor bereits 30 Jahren zu den Ideengründern des Carsharings, um damit die Menschen davon zu befreien, ein Auto besitzen zu müssen, das die meiste Zeit eigentlich steht und damit schon viel Raum für sich beansprucht.

Und da könnte es nun auch recht bald schon konkreter werden, wie Sabrina Molkethin auf Nachfrage sagte. Zwei Experten der »Südbaden Carsharing« aus Freiburg, die eben Bernd Rüffer mit ins Leben gerufen hatte, wollten schon am nächsten Dienstag nach Stockach kommen, um darüber zu informieren, was für Carsharing nötig wäre. »Unser Wunschpartner wären da natürlich schon die Stadtwerke Stockach, wie das auch in anderen Städten erfolgreich praktiziert wird«, machte die Leiterin des Umweltzentrums deutlich.
Wenn es so ein Angebot geben sollte, dann müsste dafür auch die Ladeinfrastruktur zur Verfügung stehen, zum Beispiel am Stockacher Bahnhof als Mobilitäts-Verknüpfungspunkt.

Diskutiert werden sollte für sie, ob sich mit einer Kombinutzung zum städtischen Fuhrpark Synergieeffekte nutzen ließen und auch ob die Auslastung des Angebots zu verbessern wäre. Das hieße, dass die Fahrzeuge, wenn sie nicht von städtischen Mitarbeitern genutzt würden, der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt würden.

Die Gemeinden Steißlingen und Moos haben das bereits zum Beispiel in Kooperation mit dem Projekt »Seefahrer« der Stadtwerke Radolfzell so eingeführt. Immerhin habe sich die Stadt Stockach auch große Klimaziele gesetzt, unterstreicht Molkenthin die Bedeutung, das auch in konkretes Handeln umzusetzen.
Einen Markt für Carsharing sieht Bernd Rüffer auch im ländlich geprägten Raum Stockach. Zum Beispiel als Zweitwagen für Familien, die dann selbst keinen eigenen Zweitwagen mehr benötigen würden, also dafür auch das Geld nicht investieren müssten, sondern das Auto nur dann nutz, wenn sie es auch bräuchten. Ein Auto im Car-Sharing könnte durchaus zehn bis zwölf »Stehzeuge« ersetzen, die gerne so genannt werden, weil sie sich eigentlich die wenigste Zeit bewegen in ihrem Dasein. Die Ideen kamen im Videochat auch richtig gut an.
Eine Initiativgruppe habe sich spontan an diesem Dienstagabend schon gegründet, um das Thema weiterzuverfolgen.

Beim nächsten Treffen des »Runden Tisch Mobilität« am 8. Februar, sollen auch schon Ergebnisse und weitere Schritte besprochen werden. An diesem Abend dürfte es dann ohnehin interessant werden. Denn dann soll auch der für den letzten Dienstag bereits angekündigte Reiner Neumann, Geschäftsführer der Ulmer Beratungsfirma Modus Consult, mit dabei sein, der kurzfristig verhindert war und mit dem es dann noch dezidierter um innerstädtische Mobilität geht.


Wochenblatt @: Oliver Fiedler


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