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"Change bedeutet Chance"

Voba Vorstand
Die beiden Co-Vorsitzenden Joachim Straub und Markus Dauber stellen die erste gemeinsame Bilanz nach der Fusion zur "Gestalterbank" vor. swb-Bild: Gestalterbank

Fusionierte "Gestalter"-Bank sieht sich jetzt als größte Volksbank des Landes

Offenburg/ Villingen. Das nahm der Vorsitzende Joachim Straub auch gerne den Sport als Bild: "Gehe nicht dahin wo der Puck ist, gehe dahin wo er sein wird", zitierte er Wayne Gretzgy aus der Welt des Eishockey und betonte, das "Change bedeutet Chance" und das man diese durch die Fusion im Corona-Jahr zu mehr "Schwungmasse" genutzt habe. "Wenn wir den Schritt letztes Jahr verschoben hätten, stünden wir in diesem Jahr vor dem selben Problem". Und es sei eben schon vor der Krise klar gewesen, dass es für die Banken kein "weiter so" geben könne.

Natürlich sei die Corona-Krise spürbar gewesen, Mitarbeiter im Homeoffice, getrennte Kohorten in der Präsenz, Umstellungen auf Homeoffice, Rettungsschirme, die Vermittlung von Förderdarlehen, Umstellung auf Beratung via Videostream - das war der Chance. Da habe Corona als Katalysator gewirkt. Erstmals habe es mehr Umsatz über Karten als mit Bargeld bei den Kunden gegeben, das Plus liegt bei 74 Prozent hier, die Zahl schnellte in im letzten Sommer aus der Volksbank-Schwarzwald-Baar-Hegau und der Ortenauer Volksbank fusionierten Gestalterbank auf 95,7 Millionen Buchungen hoch, Kreditkarte und Handy machten gar einen Satz um 139 Prozent nach oben auf 14,9 Millionen Euro, im Gegenzug sanken die Abhebungen als den Geldautomaten um 19 Prozent drastisch. Die eigene Banking-App schaffte es schon auf 6 Millionen Aufrufe, das Online-Banking auf 18 Millionen. Da falle das Wachstum nicht so spektakulär auf, weil es schon davor eine starke Position gewesen sei. Die Transaktionen der Händlerkunden mit Karten seien, trotz Lockdowns, um 12 Prozent gestiegen.

Bei den großen Zahlen ist, wie bei den anderen Banken nicht viel von "Corona-Krise" zu spüren: Die Bilanzsumme stieg im 11,5 Prozent auf 9,1 Milliarden Euro, das Kundenkreditvolumen um 8,3 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro, im Neugeschäft habe man gar ein Plus von 22 Prozent hingelegt, vor allem das Gewerbe wolle investieren, weshalb der Bereich erneut der Treiber des Wachstums gewesen sei, wie Joachim Straub und sein "Co" Markus Dauber vermerkten. Damit sind wir die größte Volksbank im Land und die fünftgrößte in Deutschland, so Straub. Zumindest im Ranking der Banken, wo auch Volksbank draufsteht.

Die betreuten Kundeneinlagen stiegen um 8,9 Prozent auf 8,9 Milliarden Euro. Die reinen Kundeneinlagen aus denen die Bank ihre Kreditkunden bedient, so das klassische Geschäftsmodell, stiegen um 9,4 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro. Um den Kredithunger vor allem der gewerblichen Kunden stillen zu können, wuchsen die Einlagen institutioneller Anleger um 29,8 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Bei den Kundendepots ging es nicht ganz so steil nach oben, obwohl die Börsen im Krisenjahr vormachten, wieviel Bewegung dort möglich ist: auf 1,8 Milliarden stieg die Summer an, Fonds sind klar in der Mehrheit.

Die Ortenauer Volksbank hat ihr "Hausbank-Modell" schon vor Jahren auf den Markt gebracht. "Das ist ein Fundament, mit dem die Genossenschaftsbanken einmal begonnen haben", sagt Markus Dauber, weil sie ihren Mitgliedern Vorteile bieten wollten. Die Einführung auf der anderen Seite des Schwarzwalds sorgte doch für einige Verstimmungen, zumal damit auch eine Bereinigung der Kontenwelt verbunden sein sollte. Ein Prozent an Kunden habe man vielleicht durch eine etwas unglückliche Kommunikation per Brief verloren, räumte Joachim Straub ein. Da werde durch die Berater nachgearbeitet um es besser zu erklären, was die Vorteile wären. In der Summe habe die Bank jedoch bei den neuen Mitgliedern ordentlich zugelegt um 3.600 neue Mitglieder, was jetzt 115.341 zum Jahreswechsel waren.

Unterm Strich werden die Wachstumsquoten traditionell kleiner: 138, Millionen Euro Zinsüberschuss (+5,6 Prozent), 56,6 Million Euro Provisionszuschuss, 105,3 Millionen Verwaltungsaufwand (+3,8 Prozent), 63,5 Millionen Personalaufwand (+1,8 Prozent) , 41,8 Millionen Sachaufwand (+ 7,1 Prozent) sorgen für ein Betriebsergebnis von 79,2 Millionen Euro (+5,6 Prozent). Die Prognosen für 2021 sind günstig, so die beiden Co-Vorsitzenden, das zeige schon die weiter hohe Nachfrage nach Finanzierungen, die zeige, das viele Unternehmen sich für die Zeit nach Corona rüsteten.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler