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Conrady als IHK-Präsident für zweite Amtszeit gewählt

IHK Präsidium
Das neue IHK-Präsidium mit Präsident Thomas Condrady, Geschäftsführer Prof. Claudius Marx, Dr. Emanuel Rauter, Stephans Karl Schulze, Dr. Michael Schwabe und Johannes Bliestle. Auf dem Bild fehlt Stephanie Bitterli. swb-Bild: of

Wirtschaftskammer sieht sich für die nächsten Jahre vor sehr großen Herausforderungen und Veränderungen

Waldshut-Tiengen (of). Im Rahmen ihrer Vollversammlung hat die IHK Hochrhein Bodensee am Montag nach den Wahlen vom Sommer ihr Präsidium neu gewählt. IHK-Präsident Thomas Condrady wurde dabei von den 50 Mitgliedern der Versammlung aus den drei Landkreisen Konstanz, Waldshut und Lörrach ohne Gegenstimmen für eine zweite Amtszeit gewählt. Bei den übrigen Präsidiumsmitgliedern habe es keine Kampfabstimmungen gegeben, unterstrich Conrady.

20 Mitglieder der Vollversammlung wurden im Juli neu Gewählt, die ausgeschiedenen Mitglieder hatten auf eine erneute Kandidatur aus verschiedenen Gründen verzichtet. Der Frauenanteil von 28 Prozent spiegle die regionale Wirtschaft wieder, so Geschäftsführer Prof. Claudius Marx.

Thomas Conrady (60), der seit 2014 Präsident der Wirtschaftskammer ist, und davor schon fünf Jahre als Vizepräsident amtete sieht die IHK vor anspruchsvollen Zeiten. „Wirtschaft sei kein Selbstläufer und seine Aufgabe im Ehrenamt, sei diese in Bewegung zu halten.  Man habe in der Vollversammlung schon darüber diskutiert, dass man etwas lauter die Stimme für die Wirtschaft erheben müsse, deutete Conrady in der anschließenden Medienkonferenz an.

Neu ins Präsidium wurde nun für den Landkreis Konstanz Johannes Bliestle als Geschäftsführer der Reichenau eG gewählt. Er ist auch erst bei dieser Wahl überhaupt in die Vollversammlung gekommen. Das Thema Klimawandel und auch dadurch neue Herausforderungen für seine „grüne Branche“, die diesen Wandel sehr existenziell zu spüren bekommen,  sind für ihn die größten Herausforderung, wie auch das Thema des Handels der Zukunft. Für eine weitere Amtszeit ist Dr. Michael Schwabe, Geschäftsführer der ETO Magnetic in Stockach, gewählt, der sich als Vertreter innovatiter mittelständischer Industrie sieht. Weiter Präsidiumsmitglieder sind nach der Wahl Stephani Bitterli als einzige Frau (Feinwerktechnik Hago, Küssaberg), Wolf Morlock (Sparkasse Hochrhein), Dr. Emanuel Rauter (Vita Zahnfabrik, Bad Säckingen) und Stephan Karl Schulze (Lobea Treuhand).

IHK-Geschäftsführer Prof. Claudius Marx ist sich sicher, dass die nächsten fünf Jahre spannender werden als die letzten 20 Jahre davor. „Die Institutionen, die wir in den letzten 60 Jahren als „in Stein gemeißelt erfahren haben wackeln alle“, so Prof. Marx. Angefangen von der WTO über die Nato bis zur EU, die sei Jahren am Brexit herumkaue und an den Rändern immer mehr Fliehkräfte  bekomme. „Dafür sind wir nicht zuständig, aber wir müssen darauf reagieren“,so Marx. Digitalisierung ist ein Stichwort das manches  Geschäftsmodell obsolet machen könnte, aber auch neue schaffe, das sei die Wirtschaftsorganisation gut gefordert. „Wir reden über 5G beim Mobilfunkt, dabei haben wir noch nicht mal 3G hier an der Schweizer Grenze, so Marx über eine der Dauerbaustellen der Region. Weitere seien die Elektrifizierung der  Hochrheinschiene, die hängigen Verbesserungen bei der Gäubahn und die noch immer bruchstückhafte A98,  die seit Jahren verschleppt würden. Man steige schneller auf bisherigen Modellen aus, als das man neue Pläne habe, setzte Marx die Liste an Herausforderung an den Verband.  Natürlich gehe die Ära des Verbrennens von fossilen Stoffen zuende. Aber es gebe momentan noch keine wirklich greifbare Pläne, was danach passieren solle. Der Klimanotstand sei keine Lösung, es fehlten in der Folge die Konzepte. Es gehe da um viele Grundlegende Veränderungen,  zum Beispiel wie dann eine Innenstadt funktionieren könne. Wenn sich ein so großer Wandel ankündige, dann werde sich auch das Thema Ausbildung dem stellen müssen, so Prof. Marx. Mehr und mehr komme es dort auf die Vermittlung von Kompetenzen an.

„Wir werden jede Menge Wandel in kurzer Zeit bekommen. Diesen Aufgabe wollen wir uns stellen“, so Thomas Conrady abschließend.-

Wochenblatt Redakteur @: Oliver Fiedler