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Corona-Krise auch bei Sparkasse angekommen

Sparkasse
Die beiden Sparkassen Vorstände Jens Heinert und Dr. Alecander Endlich bei der Bilanzvorstellung Anfang März. swb-Bild: of

Zahl von Stundungsanträgen schnellt in die Höhe/ Großer Beratungsbedarf

Singen. Die Auswirkungen bei der Corona-Krise sind längst auch bei der Sparkasse angekommen. Geschlossene Geschäfte und Restaurants, ruhende Fabriken und Kurzarbeit sind nur einige Punkte, die Unternehmen wie Privatpersonen schnell in Bedrängnis bringen. Bei der Sparkasse bestehe da aktuell nicht nur ein enormer Beratungsbedarf, betonten die beiden Vorstände der Sparkasse Hegau-Bodensee, Dr. Alexander Endlich und Jens Heinert bei einer Telefonkonferenz am Montag. Rund 400 Anträge auf Tilgungsstundung seien von unternehmen inzwischen Eingegangen, rund 150 von Privatpersonen. "Das freilich erst der Anfang einer Welle", machte Jens Heinert deutlich. Die Sparkasse stehe aber zu ihrer Verantwortung für die Region und werde das in ihrer Macht stehende tun, um die Firmen und Privatkunden schnell und unbürokratisch zu unterstützen. Die Tilgungen könnten zum Beispiel erst mal für drei bis sechs Monate gestundet werden, wurde berichtet.

Die Sparkasse sah sich mit Notfallplänen gut vorbereitet auf die Krise. Man habe das auch benötigt, nachdem einer der Mitarbeiter an Covid-19 erkrankte, der aber nicht mit einen Kollegen in Berührung kam und inzwischen bereits genesen ist. Die Zahl der Geschäftsstellen wurde auf jene reduziert, die den Mitarbeitern Sicherheit durch abgetrennte Bedienungsbereiche böten. Das Thema Digitalisierung sei durch den Aufruf zum Daheimbleiben noch befeuert worden, so Dr. Alexander Endlich. Das wird für die Zeit nach der Krise auch Auswirkungen auf das Geschäftsstellen netz haben: zum 8. Juni sollen die Geschäftsstellen in der Stockacher Oberstadt, in Wahlwies, Nenzingen, Güttingen, in der Konstanzer Straße in Radolfzell, in Worblingen und Bohlingen in Selbstbedienungsfilialen umgewandelt werden, kündigte er an. In Zeiten der Corona-Krise bietet die Sparkasse nun auch einen Bargeld-Bringservice zwei mal im Monat an für Personen die das Haus nicht mehr verlassen sollten oder können.

Die Erreichbar die Bank auch ohne persönlichen Kundenverkehr ist, habe das Servicecenter unter beweis gestellt. Dort hat sich die Zahl der täglichen anrufe mehr als verdoppelt wurde berichtet. Als richtig habe sich auch die Umbildung der Beraterteams im Vorfeld erwiesen. In Arbeitsschichten zwischen 6 und 21 Uhr geht es natürlich auch um mehr als nur Stundungen. 

Wochenblatt @: Oliver Fiedler