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»Das ECE wird Kaufkraft abziehen«

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Stockachs Bürgermeister Rainer Stolz äußerte sich im WOCHENBLATT-Interview zu Themen wie dem ECE in Singen, der Zukunft des Schweizer Feiertags oder der Fusion von Vhs und Sparkassen. swb-Bild: sw

WOCHENBLATT-Interview mit Stockachs Bürgermeister Stolz

Stockach (sw). Das WOCHENBLATT sprach mit Bürgermeister Rainer Stolz über wichtige Stockacher Themen.

WOCHENBLATT: Hat der geplante Bau des ECE-Einkaufszentrums in Singen Auswirkungen auf Stockach?

Rainer Stolz: Das ECE wird auf jeden Fall Kaufkraft abziehen, und es wird besonderer Anstrengungen des örtlichen Handels bedürfen, um dieser Konkurrenz zu begegnen. Hier helfen nur Qualität, Service und eine gute Beratung. Das aber ist Sache des Einzelhandels, der sich um seine Kunden bemühen muss. Das ist nicht Sache der Stadt. Darum haben wir uns auch dazu entschieden, den Klageweg nicht zu beschreiten. Als wir damals gegen das Seemaxx in Radolfzell gestritten haben, konnten wir dieses Angebot, das heute natürlich auch aus Stockach und dem Verwaltungsraum genutzt wird, auch nur marginal verändern. Es hat erneut gezeigt, dass es nicht möglich ist, Standorte alleine auf rechtlichem Wege zu sichern. Sie müssen marktgerecht sein und den Kundenwünschen entsprechen, dann sind sie erfolgreich.

WOCHENBLATT: Der »Schweizer Feiertag« – Stockachs Perle. Zwei mal ging er schon mit einem veränderten Konzept über die Bühne. Gibt es schon weitere Pläne für die Gestaltung des Stadtfestes im nächsten Jahr?

Rainer Stolz: Es gibt Pläne, die auf dem bereits umgesetzten, erfolgreichen Konzept für den »Schweizer Feiertag« aufbauen. Doch wir werden damit erst an die Öffentlichkeit gehen, wenn sich diese Pläne zu einem konkreten Programm verdichtet haben. Wir haben auch immer gesagt, dass wir gerne Vorschläge aus der Bevölkerung oder von Vereinen zur Weiterentwicklung aufgreifen, prüfen und bei Bedarf umsetzen werden. Aber wir brauchen ein Konzept, das stimmig ist. Bevor wir zum Beispiel weitere Pläne für den Montag des »Schweizer Feiertags« machen, müssen wir erst das vorhandene Konzept stabilisieren.

WOCHENBLATT: Zum Thema Krankenhaus. Berthold Restle wurde aus dem Ruhestand reaktiviert und zum Geschäftsführer bestellt. Hat sich diese Personalie bewährt?

Rainer Stolz: Ja. Es ist eine Herausforderung und eine große Aufgabe, aber er wird sie meistern. Die bisherigen Ergebnisse seiner Arbeit geben mir in dieser Einschätzung recht.

WOCHENBLATT: Wie steht das Krankenhaus mit Blick auf die Fallzahlen und die finanzielle Lage zur Jahresmitte da?

Rainer Stolz: Die Fallzahlen und die finanzielle Entwicklung bewegen sich im geplanten Bereich.

WOCHENBLATT: Wann ist mit dem Bau des neuen Bettentrakts zu rechnen?

Rainer Stolz: Der Baustart hängt von der Bewilligung des Zuschusses ab, den das Land vor einem Jahr mündlich zugesagt hat. Doch durch den Regierungswechsel nach der Landtagswahl fehlen noch einige Unterschriften, so dass sich die schriftliche Bewilligung verzögert hat.

WOCHENBLATT: Bis wann ist mit der Fertigstellung des Ärztehauses zu rechnen?

Rainer Stolz: Bis Ende 2017 sollte das Projekt Ärztehaus abgeschlossen sein und stehen. Das ist ein sportlicher Termin, aber er wird mit allen Bemühungen angestrebt. Dieses Ärztehaus ist dann für die vorhandenen Mediziner und medizinnahen Angebote ein hervorragender Platz.

WOCHENBLATT: Das Zentrum für Traditionelle Chinesischen Medizin (TCM). Ist es nun Geschichte?

Rainer Stolz: Das Ärztehaus würde auch Vertretern dieser medizinischen Richtung offenstehen, wenn sich Interessenten melden würden.

WOCHENBLATT: Das ehemalige Hotel »Paradies« am Ortseingang wird gerade abgerissen. Bleibt es dabei, dass hier ein Baumarkt angesiedelt werden soll?

Rainer Stolz: Ja, dabei soll es bleiben. Die Bauleitung liegt hier ja nicht bei der Stadt, doch nach meinem Kenntnisstand soll hier ein besonderes Konzept verwirklicht werden. Dieses wurde bisher nur an Standorten außerhalb von Baden-Württemberg umgesetzt und soll nun mit Änderungen auch in Stockach ankommen.

WOCHENBLATT: Zu Jahresende wurde die Fusion der Sparkassen Stockach und Singen-Radolfzell zur Sparkasse Hegau-Bodensee bekannt gegeben. Hat sich das Zusammengehen bewährt?

Rainer Stolz: Bisher hat sich alles wunschgemäß entwickelt – mit Ausnahme des Weggangs des Vorstandsmitglieds Michael Grüninger zur Sparkasse Staufen-Breisach zum Jahresende. Die Fusion war der richtige Weg. Denn bei einem weiteren Fortschreiten der Entwicklung in der Bankenwelt mit Niedrigzins und Regulatorik werden weitere Banken, die bisher noch am Markt sind, ihre Struktur verändern müssen. Und in den nächsten Jahren wird es zunehmend schwieriger werden, eine so harmonische und erfolgreiche Fusion wie die zur Sparkasse Hegau-Bodensee umzusetzen. Das technische Zusammengehen der beiden Geldhäuser wurde, wie geplant, zum 20. August vollzogen werden.

WOCHENBLATT: Funktioniert auch die Fusion der Volkshochschule Konstanz-Singen mit Radolfzell?

Rainer Stolz: Für die eine wie die andere Fusion gilt, dass sich diese als segensreich für das betreffende Institut, das daraus entstanden ist, erwiesen hat. Auch in der Erwachsenenbildung muss der schwierige Spagat zwischen einem modernen, ansprechenden Angebot und einer wirtschaftlichen Aufgabenfüllung geschafft werden. Und das gilt für alle vier Vhs-Hauptstellen. Hier hat der Umzug der Vhs Stockach von der Tuttlinger- in die Hauptstraße viel zu einer verbesserten Wahrnehmung und einer gesteigerten Attraktivität beigetragen.

Interview: Simone Weiß

Wochenblatt @: Simone Weiß

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