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Das erste Museum für Liggeringen

Eröffnung Compurama
Ortsvorsteher Hermann Leiz (2. v.r.) hatte zur Eröffnung eine Ortschronik von Liggeringen im gepäck, die er an Wolfgang Scheinberger (2. v.l.) überreichte. Mit auf dem Bild: Peter Vogt (links) und Stadtrat Christoph Stadler (rechts). swb-Bild: Christoph Reimann

Am Wochenende eröffnete das CompuRama seine Türen am neuen Standort

Radolfzell-Liggeringen. Schwer bepackt kamen einige der zahlreichen Gäste zur Neueröffnung des CompuRamas an dessen neuen Standort in der alten Kunststofffabrik Liggeringen. Als Gastgeschenke gab es allerhand alte Technik, teilweise Dachbodenfunde. Was für manchen auf den ersten Blick nach Sperrmüll aussehen mag brachte die Augen von Wolfgang Scheinberger zum Leuchten. Mit viel Hingabe widmen sich er und die anderen Mitglieder des CompuRama der Rettung von alter Technik. Egal ob Computer, Schreibmaschinen, Rechenmaschinen oder Radios, im CompuRama nimmt man sich den Schätzen der Vergangenheit an und bewahrt diese für die Zukunft.

Nachdem der Verein sein altes Zuhause im Pavillon an der Realschule hatte verlassen müssen, wurden die Mitglieder  nun in Liggeringen heimisch. Ortsvorsteher Hermann leiz Zeigte sich dabei durchaus stolz auf das neue Leben, das in der alten Kunststoffabrik eingekehrt ist. »Wir haben jetzt unser erstes eigenes Museum«, freute er sich und betonte, dass das CompuRama hier gut angesiedelt sei, denn der Standort war schon immer eine Ideenschmiede, so Leiz.

Eröffnet wurde das Museum mit einer Ausstellung zur Geschichte des Radios. »Wir wollen mit dieser Ausstellung nicht nur die technische Entwicklung abbilden, sondern auch zeigen, wie sehr das Medium Radio unsere Gesellschaft verändert hat«, erklärte der Vereinsvorsitzende Wolfgang Scheinberger in seinem Grußwort. In Zukunft soll es wechselnde Ausstellungen zu unterschiedlichen Themen in den Liggeringer Museumsräumen geben.

Karl-Heinz Otto, ein langjähriger Unterstützer der Gruppe war extra aus Düsseldorf zur Eröffnung angereist. Er zeigte sich im Gespräch mit dem WOCHENBLATT enttäuscht, dass die großen Software- und Computerfirmen nicht bereit sind solche Projekte finanziell zu unterstützen und damit einen Beitrag zu ihrem Erbe zu leisten. Für die Zukunft würde er sich an diesem Standort die Einrichtung eines Technischen Museums wünschen, dass zum Anziehungspunkt für die gesamte Region werden könnte. Eine der Voraussetzungen ist neben entsprechenden Mitteln, mehr Engagement von jüngeren Menschen die sich für die alte Technik begeistern. »Noch haben wir die Möglichkeit, unser Wissen weiterzugeben«, so Otto.

Christof Stadler lobte in Stellvertretung des Oberbürgermeisters das Engagement des Vereins. »Was hier seit über zehn Jahren durch Eifer und Sachkompetenz zusammengetragen wurde, ist mehr als Erstaunlich. Mit einer unerschütterlichen Zuversicht und Mut haben ein paar Unentwegte, die schon früh den Wert dieser Objekte erkannten, uns diesen Technikschatz erhalten«, so Stadler. Gleichwohl gestand er ein, dass der Gemeinderat dem CompuRama in der Vergangenheit nicht immer eine große Hilfe war. »Aber wir geloben Besserung und bitten Sie, weiterhin mit Ihren Anliegen auf uns zuzukommen«, betonte er.

Wochenblatt Redakteur @: Dominique Hahn