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Dellenhau-Gegner wittern Morgenluft

Regionalverband
Singens OB Bernd Häusler mit dem Vorsitzenden des Regionalverbands, Karl-Heinz Hoffmann. swb-Bild: of

Umfangreiche Diskussionen bei der Vorstellung der Fortschreibung des Regionalplans

Singen (of). Rund 30 Bürgerinnen und Bürger wie auch Amtsvertreter aus der Region waren gekommen am Mittwochabend in die Singener Stadthalle, wo es um die Forstschreibung des Regionalplans oberflächennahe Rohstoffe ging. Eingeladen hatte dazu der Regionalverband Hochrhein-Bodensee, der in seiner letzten Sitzung einen neuen Teilregionalplan Rohstoffsicherung beschlossen hatte, der vom 28. Januar bis 4. März 2019 in das Anhörungsverfahren geht bevor er als Satzung beschlossen werden kann. In dieser Zeit werden die Pläne im Landratsamt Konstanz ausgelegt, können aber auch auf der Homepage des Regionalverbands unter www.hochrhein-bodensee.de heruntergeladen werden.  „Es gibt keine Konfliktfreien flächen im Raum“ wurde dazu angemerkt.

Und obwohl es um den ganzen Landkreis geht, wo zum Beispiel Sicherungsgebiete bei Mühlhausen wie auch an der Singener Waldheimsiedlung im Stadtwald neben dem Dellenhau als Sicherungsfläche herausgenommen wurden, drehte sich die Diskussion natürlich um das Thema Dellenhau ganz und gar. Singens OB Bernd Häusler, der da auch für die anderen Anlieger sprach, kündigte an dass man gegen eine etwaige Genehmigung des Kiesabbaus den Klageweg einschreiten wolle. Der Geschäftsführer des Regionalverbands, Karl-Heinz Hoffmann verwies zu den vielen Wortbeiträgen zum abgeschlossenen Raumordnungsverfahren auf ein Statement von Regierungspräsidentin Schäfer, dass das ein hausgemachtes Problem von Singen sei, da es einen genehmigten Kiesabbau in Überlingen gestoppt habe.

Veronika Netzhammer, eine von zwei anwesenden Singener Stadträten, merkte an, dass es ja bei Steißlingen inzwischen Nassabbau gebe. Man habe dem im Singener Gemeinderat unter dem Blickwinkel zugestimmt, dass man dadurch den Flächenfraß durch Trockenabbau eindämmen könne. Jetzt müsse sie feststellen, dass das eigentlich niemanden interessiere und weiter Trockenabbau vorgesehen sei.  Das Risiko des Nassabbau sei, dass etwaige Grundwasserverunreinigungen nicht sanierbar seien, weshalb man da sehr zurückhaltend sei“, so der Verbandsdirektor dazu. Der zweite Singener Gemeinderat, Walafried Schrott regte an, die Flächen für den Kiesabbau künftig nicht mehr nach einem erwarteten Bedarf auszuweisen, sondern danach was für die Landschaft verträglich sei. Nun reisse man Wunden in die Landschaft, damit sogar der Bedarf in anderen Ländern gestillt werde. Auf die Kiesexporte in die benachbarte Schweiz ging wiederum Veronika Netzhammer in einigen ihrer vielen Wortmeldungen mehrfach ein. Die Experten des Verbands gaben darauf unter anderem zur Antwort, dass die Bedeutung des Exports überschätzt werde. Es gebe auch einen Import von Rohstoffen. Auch könne eine Regionalplan nicht das Instrument sein, um den freien Markt zu sanktionieren. Sie bauen ja auch ein ECE in Singen und sagen nicht, dass die Schweizer Kunden hier nicht kommen dürfen", bemerkte Verbandsdirektor Hoffmann etwas spitz dazu.

Peter Waldschütz sieht in den neuen Plänen der Regionalverbands ein Signal, dass man den beantragten Kiesabbau im Dellenhau, er ist ja aufgrund der aktuell noch gültigen Planung noch beantragt worden, gar nicht mehr genehmigen dürfte. Er wurde wie alle anderen Darauf verwiesen, dass sie ihre Standpunkte im Rahmen der Offenlage einbringen könnten, denn es stehe den Vertretern des Verbands hier auch nicht an. Man känne sicher hier eine "juristische Feilerei" erwarten. 

Konsterniert zeigte sich nach der Versammlung der Hohenfelser Bürgermeister Florian Zindler: denn er war der einzige Vertreter seiner Gemeinde, so wie aus anderen betroffenen Gemeinden auch keine Interessierten gekommen waren. Dabei geht es auch in Hohenfels um zwei Sicherungsgebiete, eines davon im roten Bereich mit hohem Konfliktpotential.

Wochenblatt Redakteur @: Oliver Fiedler