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Der Hausberg in 220 faszinierenden Versionen

HTWL Twiel
Bei der Vernissage: Museumsleiter Christoph Bauer, Stadtarchivarin Britta Panzer und OB Bernd Häusler. swb-Bild: of

Großes Interesse an der Eröffnung der Ausstellung »HTWL. Der Twiel im Blick«

Singen (of). Auch wenn die Ruine des Hohentwiel derzeit nicht zugänglich ist - im Singener Kunstmuseum wird das Jubiläum der Eingemeindung des Singener Hausbergs nun mit einer riesigen Bergportraitsammlung als Höhepunkt gefeiert.
Schon der riesige Andrang am Sonntag zur Vernissage der Ausstellung »HTWL. Der Twiel im Blick.« machte deutlich, dass hier mehr vorgestellt wird als nur eine riesige Sammlung von sage und schreibe 220 Kunstwerken. Es ist - auch wenn der Begriff gerade etwas ausgetreten ist - ein Heimatgefühl, das auf den beiden Stockwerken des Kunstmuseums zum Ausdruck kommt, wie Singens OB Bernd Häusler bei seiner Begrüßung bemerkte. Museumsleiter Christoph Bauer verstand es, aus diesem »kleinen« Jubiläum, es sind ja eben nur 50 Jahre Zeitgeschichte im Vergleich zum großen Jubiläum der Ersterwähnung der Burg vor über 1.100 Jahren, zum Superlativ zu machen. Dazu hat auch das Singener Stadtarchiv beigetragen, denn rund 80 der ausgestellen Werke, zumeist Stiche alter Ansichten der Burg wie der späteren Festung, kommen aus dessen Beständen, wie Stadtarchivarin Britta Panzer bei ihrem Auftritt berichtete. Rund 300 Bildwerke hat sie in ihrem Magazin ausfindig gemacht, die in einer Zeit gesammelt wurden, als es eben das Kunstmuseum noch nicht gab. Und ins Kunstmuseum gehörten diese zum Teil sehr besonderen Werke eigentlich auch.
Der Bogen ist weit gespannt in dieser Ausstellung, für dessen Betrachtung man sich unbedingt etwas mehr Zeit nehmen sollte, denn immer wieder kann man staunend stehen bleiben, angesichts der vielfältigen Eindrücke, die der Singener Hausberg da hergibt.
Angefangen von den vielen Stichen, über die Maler der Romantik, als die Burg »en vogue« wurde für die ersten Touristen, die durch Singen in die Schweiz unterwegs waren, über das gewaltige Werk Schönlebers, über die Werkblöcke von Otto Dix oder Curth Georg Becker bis zu Stimmungen von Emil Wachter oder Johannes Dörflinger oder phantastischem Fotorealismus - es scheint, als würde der Berg über der Stadt hier fortwährend immer wieder neu erfunden. Eine Ausstellung mit richtigem Suchtpotenzial.
Stattlich ist auch das Begleitprogramm, welches dieses »kleine Jubiläum« ganz groß macht. Die Ausstellung ist noch bis zum 9. Februar zu sehen, eine gute Möglichkeit, um mehrmals wieder zu kommen.

Mehr Bilder von der Vernissage gibt es in unserer Galerie.

Wochenblatt Redakteur @: Oliver Fiedler