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Der Ratlosigkeit entgegenwirken

Zeller Salon
Xaver Müller und Marianne Bäumler bieten mit dem Zeller Salon ein Diskussionsforum an, dass der individuellen Ratlosigkeit in der heutigen Zeit ein Stück weit entgegenwirken soll. swb-Bild: dh

Der »Zeller Salon« bietet ein Forum, in dem offen diskutiert werden kann

 

Radolfzell. Eine gute Diskussionskultur, das ist das was das Zusammenleben in einer Demokratie letztendlich entscheidend ausmacht. In Zeiten, in denen der Ton in politischen Auseinandersetzungen bisweilen immer rauer wird besinnen sich einige Radolfzeller wieder zurück auf die alte Tradition der Salons, in denen man sich traf um die politischen Themen, die die Menschen umtreiben, zu diskutieren.
Das Projekt »Zeller Salon« soll genau dafür ein Forum bieten. Es versteht sich als »Ein politisch, literarisches Diskussionsforum für mehr Demokratie«.

Die Idee dazu kam Xaver Müller und Marianne Bäumler bei einer Diskussion zu zweit auf einer Bank am See, wie sie sich im Gespräch mit dem WOCHENBLATT erinnern. »Ich kannte solche Formate aus meiner Heimat Köln und habe dann zu Herrn Müller gesagt, dass ich mir so etwas hier auch wünschen würde, denn ich glaube dass der Austausch heute wirklich wichtig für unsere Gesellschaft ist«, erklärt Bäumler.
Positive Bilanz nach einem Jahr

»Wir sind dann erstmal ursprünglich als zwei Privatpersonen gestartet. Das war vor rund einem Jahr«, erzählt Xaver Müller, der den Zellern auch als 1. Sprecher des Radolfzeller Seniorenrats ist. Mittlerweile konnte die Diakonie als Träger des »Zeller Salons« gewonnen werden. Außerdem ist das Diskussionsforum eingebettet in das Radolfzeller Programm zum Projekt »Demokratie leben«, wodurch es sogar Bundeszuschüsse gibt.
»Natürlich brauchten wir einen Raum, in dem wir uns zu unseren Diskussionsrunden treffen können. Dieser musste natürlich öffentlich zugänglich und möglichst barrierefrei erreichbar sein. Deshalb sind wir sehr froh, dass uns die Tegginger Schule so gut aufgenommen hat und uns für die Treffen einen Raum in ihrem Haus zur Verfügung gestellt hat.

Der Raum im Schulgebäude ist natürlich relativ nüchtern gehalten. »Die Salon-Gemütlichkeit müssen wir Verbal schaffen«, scherzt Bäumler. Nachdem der schwere Anfang gemacht war, wurde der Zeller Salon schnell zu einer echten Erfolgsgeschichte. »Bei unseren acht Treffen konnten wir insgesamt 40 Gäste begrüßen. Die Teilnehmerschaft ist dabei sehr variabel. Auch wenn der Name »Zeller Salon« vielleicht ein bisschen danach klingen kann, sind wir keinesfalls eine Akademikerrunde«, erklärt Müller. Marianne Bäumler fügt hinzu: »Mir ist es wichtig, dass wir eine bunte Mischung sind, die auch repräsentativ ist für die Radolfzeller Bevölkerung«.

Der Zeller Salon geht in die nächste Runde

Die Treffen laufen in einer komplett offenen Atmosphäre ab. Bäumler und Müller fungieren in den Diskussionsrunden als Moderatoren und sorgen für einen ausgeglichenen Verlauf. Das einzige was bei den Treffen ausgeklammert wird sind Kommunalpolitische Themen. »Wir sind der Meinung, dass es schon genügend Gelegenheiten gibt, in der Stadt über die Kommunalpolitik zu diskutieren. Deshalb möchten wir den Fokus unserer Diskussionsrunden auf die größeren Themen lenken«, erklärt Xaver Müller.

Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die schon dabei waren erhalten die beiden Organisatoren nach eigenen Angaben überwiegend positive Rückmeldungen. »Das schöne ist, dass man bei jedem unserer Treffen auch etwas dazulernen kann. Nicht im schulischen Sinne, sondern auf amüsante Art und Weise«, bemerkt Marianne Bäumler mit einem Lächeln.

Im September geht der »Zeller Salon« nach einer kurzen Sommerpause in die zweite Auflage. Die Treffen finden immer dienstags um 19.30 Uhr in Raum E 402 im Neubau der Tegginger Schule statt und dauern ca. 75 Minuten. Das nächste Treffen findet am Dienstag, 3. September statt. Ab der nun beginnenden Saison sollen die Treffen endgültig zu einer festen Institution werden, und ohne Unterbrechung stattfinden. Das ist zumindest der Wunsch von Marianne Bäumler und Xaver Müller. Man brauche für dieses Format einfach auch eine gewisse Verlässlichkeit, sind sich die beiden Einig.

»Für die Zukunft würde ich es mir wünschen, dass Vertreter von den Fridays for Future Kids bei uns vorbei schauen. Ich finde das nämlich eine gute Sache«, so Müller mit blick auf die kommenden Treffen.
Eine Anmeldung zu den Treffen ist nicht erforderlich, jeder kann vorbeikommen. Weitere Informationen zum Zeller Salon gibt es im Internet unter: www.radolfzell.de/demokratieleben.

Wochenblatt Redakteur @: Dominique Hahn