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Der Sturm im Saal im windigen Zeitraffer

Sturm
Fast ein Gefühl von Wirbelsturm, bis es in der Inszenierung von Susanne Breyer in »Der Sturm« zum Happy-End kommt: im Bild (von links) Carlton Bunce, Leon Winterhalder, Victoria Graf, Thea Zimmermann, Tom Albrecht und Jo Vossenkuhl.swb-Bild: of

Shakespeares letztes Sück mit Doppelrollen udn Profis auf der Musikinsel

Singen. Eine besondere Premiere wurde mit »Der Sturm« im Walburgissal der Musikinsel gefeiert. Denn stürmisch war schon die Vorgeschichte. Regisseurin Susanne Breyer machte sich an Shakespeares letztes Stück in diesem Winter, der ja stürmisch in Sachen Corona, aber ziemlich windstill war, was die Ausübung ihrer Tätigkeit betraf. Denn arbeiten in ihrem Beruf war nicht drin, mit einem Job im Kindergarten musste sie sich über Wasser halten.

Vielleicht deshalb ging sie radikal über die epische Romanze, machte aus drei Stunden eine und hatte das Glück, dass die Stadt Singen hinter der Idee stand, als es noch gar keine Perspektive gab. Aber es gab Zuschüsse, vom Neustart-Programm des Bundes und durch den Kultursommer des Landkreises.

Lezten Donnerstag war Premiere. Erleben können die Zuschauer hier Theater im Zeitraffer. Die Geschichte des Prospero, der von seinem Bruder aus Mailand vertrieben wird und auf einer Insel Schutz findet mit seiner Tochter Miranda, dem aus einem Baum befreiten Windgeist Ariel wie dem Ungeist Caliban, der mit seinen magischen Kräften und mit Hilfe der Winde einen Bruder als Herzog von Neapel zum Schiffbrüchigen macht, um wieder heimkehren zu können.

Sie wird hier in schnellen Bildern erzählt, mit Filmschnipseln ergänzt und vor allem fordert sie den Zuschauer doch heraus, denn wer vorher noch Freund war, ist plötzlich Feind, weil er die Farbe von Weiß zu Schwarz gewechselt hat, vorher noch mit Miranda turtelt, kurz darauf als ein anderer das Schwert gegen Prospero erhebt. Wenn man sich nach einigen Minuten an das Tempo und die Doppelrollen gewöhnt hat, macht das Stück wirklich Spaß, schon durch die impulsiven Auftritte auf der Bühne, die ihr Tempo sehr wohl beherrschen und gleich auf den Punkt kommen –und auch sprachlich sind wir hier in der Gegenwart.
Die Kombination der beiden Profis Josef Vossenkuhl und Carlton Bunce, die natürlich exaltiert sind, mit dem »Amateuren« Thea Zimmermann, Victoria Graf, Mara Freiberg, Leon Winterhalder und Tom Albrecht macht die Aufführung etwas zwiespältig. Klar ist, dass die jungen Schauspielenden enorm gewonnen haben, durch diese Kombination, die Dominanz bleibt aber bei den Profis. Aber das ist auch ein Teil dieses »Sturms«.

Am Wochenende gibt es nochmal drei Aufführungen von Freitag (24.9.) bis Sonntag (26.9.) jeweils um 20.30 Uhr. Karten gibt es bei der Tourist-Info Singen. Es gilt die 3G-Regel.

Mehr Bilder gibt es in unserer Bildergalerie.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler


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