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Die Böhringer haben was zu feiern

775. Jubiläum in Böhringen
Bestens besucht war der Festakt zur Eröffnung des Jubiläumsjahres »775 Jahre Böhringen« am vergangenen Sonntag. swb-Bild: uj

Festakt zur Eröffnung des Jubiläumsjahres »775 Jahre Böhringen«

Böhringen. Dieses Jahr gibt es für den Radolfzeller Ortsteil Böhringen ordentlich was zu feiern. Vor 775 Jahren wurde die Gemeinde das erste Mal urkundlich erwähnt. Grund genug, ein ganzes Jahr lang zu feiern. Am Sonntag starteten die Böhringer in der Mehrzweckhalle mit einem tollen Festakt die Eröffnung des Jubiläumsjahres. Ortsvorsteher Bernhard Diehl begrüßte die anwesenden Gäste und Ehrengäste in der gut besuchten Halle. In seinem Grußwort machte Diehl Lust aufs Feiern. Denn nach diesem Event würde es gleich weitergehen, zunächst mit der Fasnet, dann mit Konzerten von Gesang- und Musikverein, im Mai das große Dorffest und noch viel mehr, mit Jugenddisco, Festgottesdienst in der Mehrzweckhalle, ein Spiel ohne Grenzen und der geplanten Höfe-Tour, versprach Diehl. Die Höfe-Tour wird ebenfalls eine besondere Perle der Feierlichkeit. »Selten besuchte Schätze werden wir mit einer Schnitzeljagd zu Fuß oder per Rad erkunden. Den Weiherhof, die Reutehöfe, den Jakobushof, und vielleicht auch unsere Ziegelei Rickelshausen, mit Gewinnspiel und Kino am Böhringer See.« Für Diehl sei solch ein Jubiläum ein hervorragender Anlass für den Brückenschlag von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. »Unser Jubiläum soll zeigen, dass es sich lohnt, in Böhringen zu leben.«
Der Ortsvorsteher verstand es, in einer ganz besonderen Weise auf die markanten Ecksteine der 775 Jahre alten Böhringer Geschichte einzugehen: Nationale Ereignisse stellte er neben die geschichtlichen Ereignisse von Böhringen, Informationen wechselten zwischen heiteren Begebenheiten und Nachdenklichem.
 Oberbürgermeister Martin Staab, blickte in seiner Ansprache nicht so tief in die Vergangenheit wie sein Vorredner. Staab blickte zurück auf das Jahr 1974, der Eingemeindung Böhringens zu Radolfzell. Die Entscheider der Politik hätten damals nach Kräften versucht, die Selbstständigkeit beizubehalten, was aber nicht gelungen sei. Doch durch den Ortschaftsrat und dessen Vorsteher sei große Eigenständigkeit gegeben. »Die Entwicklung von Böhringen als Stadtteil kann sich durchaus sehen lassen«, merkte Staab an und schlug den Bogen zu den geplanten Entwicklungsplänen und Baumaßnahmen. Er zeigte auf, wie und in welchem Zeitrahmen sich in naher Zukunft Böhringen weiterentwickeln wird.
Die Landtagsabgeordnete Nese Erikli hob in ihrem Grußwort die Bedeutung des Ehrenamts hervor. Gerade solche Feste, wie sie nun für dieses Jahr in Böhringen geplant sind, wären ohne die Vereine und Freiwilligen undenkbar. Gleichzeitig trage das aber zum Zusammenhalt und zu einer gelebten Gemeinschaft bei. Gerade heute sei es wichtig, dass verschiedene Generationen zusammenkommen. Die Journalistin Doris Burger stellte zum Abschluss die von ihr, im Auftrag der Stadt Radolfzell, neu zusammengestellte Chronik sowie die vielen Unterstützer dieser Chronik vor. Das rund 80 Seiten starke Büchlein erzählt nicht nur die Geschichte Böhringens in einer Zeittafel, sondern zeigt Böhringen in einem Rundgang aus der Sicht von Emily und Jule, zwei Böhringer Kindern.
In einem Gespräch mit dem Wochenblatt erzählte Doris Burger, wie wichtig auch die vielen Gespräche und Interviews waren, vor allem das Interview mit Roland Helmlinger, dem hauptamtlichen Ortsvorsteher von 1985 bis 2003 sowie das Gespräch mit Hannelore Bürgel, der ersten Frau im Ortschaftsrat.

Wochenblatt Redakteur @: Matthias Güntert