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Die Jugend fordert ihre Zukunft ein

Fridays for Future
Im Rahmen der »Fridays for Future« Bewegung demonstrierten hunderte Schüler in Radolfzell für den Klimaschutz. swb-Bild: dh

Schülerinnen und Schüler demonstrieren für den Klimaschutz

Radolfzell. »Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut«, so schallte es durch die Straßen der Radolfzeller Innenstadt am Freitagmittag. Mehrere hundert Schüler aus Radolfzell zogen vom Milchwerk zum Marktplatz um für den Klimaschutz zu demonstrieren. Damit sind die Radolfzeller Schülerinnen und Schüler Teil der weltweiten »Fridays for Future« Bewegung, die die Politiker dazu bringen soll, sich für eine klimafreundliche Politik einzusetzen. Die beteiligten Schüler gehen während der Unterrichtszeit auf die Straßen, um ihre Zukunft einzufordern. »Wir sind heute Teil des globalen Klimastreiks in 2.700 Städten weltweit«, betonte Mitorganisatorin Jule Kübler. Sie machte auf der Kundgebung klar »Wenn die Politiker so weiter machen wie bisher, dann wird es für uns keine Zukunft geben«. Die Schülerin prangerte in ihrer Rede an, dass die Menschen in den Industrienationen auf nicht nur auf Kosten der Bauern in der dritten Welt und den Menschen auf Inseln und in Küstennähe leben sondern auch »auf Kosten unserer Zukunft«.

Carolina Groß erklärte, dass viele Menschen denken, die Zukunft werde wie die Vergangenheit, nur besser. Angesichts der Entwicklungen, die sich aktuell schon beobachten lassen, sehe sie allerdings keine Chancen auf eine bessere Zukunft. Groß plädiert dafür den Fleisch und Milchkonsum zu überdenken. Schließlich sei das Methan, das vor allem in der Rinderzucht entsteht sogar noch ein größerer Klimakiller als CO2. »Verantwortlich für den Zustand der Erde ist jeder einzelne und nur gemeinsam können wir für eine Verbesserung sorgen«, so Carolina Groß. Was im Moment fehle, sei der politische Wille dazu. »Aber wir werden so lange auf die Straße gehen, bis sich das ändert, betonte sie.

Benjamin Janke rief den Schülermassen auf dem Marktplatz zu »Eigentlich ist es schade, dass ihr hier seid. Es sollte nicht unsere Aufgabe sein die Politiker auf den Klimaschutz aufmerksam machen zu müssen«. Er bemängelte, dass allzu oft aktiv eine klimaschädliche Politik betrieben wird. Dass es sich bei dem Anliegen der jungen Menschen nicht um blinden Aktionismus sondern um vorausschauendes Denken handelt, zeigte die Kundgebung auf dem Marktplatz. »Wir sind es dann, die einmal unseren Kindern erklären müssen, wie die Katastrophe ihren lauf genommen hat«, betonte Benjamin Janke, und fügte hinzu »Alles was wir jetzt auf die lange Bank schieben, wird uns später einmal teuer zu stehen kommen«

Unterstützung gab es von FGL-Gemeinderat Siegfried Lehmann. Und Jörg Dürr-Pucher, dem Präsidenten der Bodensee-Stiftung. »Ihr gehört zu den vielen jungen Menschen, die endlich Konsequenzen verlangen. Das macht mich stolz«, erklärte Lehmann. Die Diskussion darüber ob das Schuleschwänzen für die Demonstrationen gerechtfertigt ist, geht für ihn am Kern der Sache vorbei. »Ich halte es für eine Richtige Maßnahme. Lokführer streiken auch nicht in ihrer Freizeit, sondern während der Arbeitszeit«. Für Lehmann haben die Reden der Schüler gezeigt, dass diese sehr wohl wissen, was auf dem Spiel steht.
Dass die Jugendlichen noch einen steinigen Weg vor sich haben betonte Jörg Dürr-Pucher. »Der Kampf wird noch lang und hart«, erklärte er und forderte die Jugendlichen gleichzeitig auf, ihre Forderungen in den bevorstehenden Wahlkampf einzubringen, auch wenn sie noch nicht wählen dürfen.

Wie Jule Kübler im Gespräch mit dem WOCHENBLATT erklärte, hatten die Schülerinnen und Schüler schon seit längerem Geplant, die globale Protestbewegung nach Radolfzell zu bringen. Nun habe es endlich geklappt ein Zeichen zu setzen. Auch wenn es laut Kübler noch keinen konkreten Termin für eine weitere Auflage der »Fridays for Future« in Radolfzell gibt, ist sich die Schülerin sicher, dass dies nicht die letzte Demonstration gegen den Klimawandel gewesen ist.

Wochenblatt Redakteur @: Dominique Hahn