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Die Lage am Arbeitsmarkt bleibt weiter angespannt

Symbolbild
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Trotz Rückgang der Quote drückt noch immer die Zahl der Kurzarbeiter

Kreis Konstanz. Die Zahl der Arbeitslosen in der Region Bodensee-Oberschwaben ist zwar leicht zurückgegangen - ein Signal für Entspannung wird deswegen nicht gesehen, weil vor allem saisonale Effekte wie der Ausbildungsbeginn damit verbunden sind.

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Konstanz- Ravensburg waren im September 17.551 Frauen und Männer ohne Beschäftigung gemeldet, 237 weniger als im Vormonat (minus 1,3 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr hat die Arbeitslosigkeit jedoch um 5.923 Menschen zugenommen. Dies entspricht einer Steigerung von 50,9 Prozent.

„Wir sehen noch keine Entspannung der Lage am Arbeitsmarkt. Die Zahl der Arbeitslosen hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Gleichzeitig liegen die Angebote an offenen Arbeitsstellen deutlich hinter den Zahlen der Vorjahre“, sagt Katja Thönig, die Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg.

„Es gibt auch positive Signale. Handwerk, Baugewerbe und der soziale Sektor trotzen der Corona-Krise und melden unverändert offene Arbeits- und Ausbildungsstellen. Auch Zeitarbeitsunternehmen stellen wieder ein. Zudem scheint der Höhepunkt der Kurzarbeiterzahlen überschritten zu sein“, so Thönig. „Wo es machbar ist, findet eine Vermittlung in Arbeit statt. Außerdem kümmern wir uns mit intensiven Nachvermittlungen um die jungen Menschen, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben.“

Die Arbeitslosenquote lag im September im Agenturbereich unverändert bei 3,9 Prozent. Die Quote in Baden-Württemberg betrug 4,6 Prozent.

Im Agenturbezirk waren im September 17.551 Menschen ohne Arbeit, 7.656 Frauen und 9.895 Männer. Nach Rechtskreisen gegliedert gehörten 10.719 Menschen zum Rechtskreis SGB III (Arbeits- losenversicherung) und 6.832 Menschen zum Rechtskreis SGB II (Grundsicherung). Unternehmen und Verwaltungen informierten im September über 1.512 neue, offene Stellen. Im gesamten Agenturbereich waren insgesamt 5.124 Stellen unbesetzt. Dies waren 2.715 weniger als im September 2019.

Im Landkreis Konstanz sind 7.614 Arbeitslose (3.343 Frauen, 4.271 Männer) gemeldet, plus 7 zum Vormonat Die Arbeitslosenquote im September liegt mit 4,7 Prozent über dem Landesschnitt. Dem SGB II werden 3.216 Menschen, plus 7 zum Vormonat, zugerechnet.

Im September sind bei der Agentur für Arbeit 76 neue Anzeigen auf Kurzarbeit eingegangen. Damit wurde Kurzarbeit für maximal 699 Frauen und Männer frisch angemeldet. Im Landkreis Konstanz gab es seit Anfang des Jahren  Anzeigen ffür Kurzarbeit von 3.474 Betreiben für bis zu 47.768 Beschäftigte, informierte die Arbeitsagentur auf Nachfrage.

In der Summe sind somit von März bis September insgesamt 9.537 Anzeigen auf Kurzarbeit von Betrieben im ganzen Agenturbereich eingegangen. Darin wurden für 157.974 Menschen Kurzarbeit angezeigt. Besonders betroffen waren Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie, des Einzelhandels sowie des Hotellerie- und Gaststättengewerbes.

Für den ersten Monat, in dem sich die Corona-Krise massiv auswirkte, liegen nun endgültige Zahlen vor, da alle Melde- und Abrechnungsfristen in- zwischen abgelaufen sind. Demnach haben im März 3.557 Betriebe Kurzarbeit tatsächlich umgesetzt und mit der Agentur für Arbeit abgerechnet. Es befanden sich 23.584 Frauen und Männer in Kurzarbeit.

Zum Vergleich: Einen Monat vorher, im Februar haben 77 Betriebe Kurzar- beit für insgesamt 1.160 Menschen abgerechnet. Damals waren überwie- gend exportabhängige Unternehmen betroffen, deren Märkte in Asien zu- sammenbrachen.

Vom Zeitpunkt der Anzeige der Kurzarbeit haben die Betriebe drei Monate Zeit, um dies tatsächlich umzusetzen. Nach jedem abgelaufenen Monat in dem kurzgearbeitet wurde, haben die Betriebe abermals drei Monate Zeit, um die Abrechnung bei der Agentur für Arbeit einzureichen.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler