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Die Quarantäne war wirklich hart

Corona Patient
Symbolbild Test/ Trenzyme

Ein an Covid 19 Erkrankter, sich das Virus aus Südtirol mitgebracht hatte

Kreis Konstanz. Als Mitarbeiter einer Gesundheitseinrichtung war Herr B. eigentlich erprobt in Sachen Hygiene. Dachte er zumindest, denn das ist sein Job. Doch er musste dazu lernen durch eine Infektion mit Covid-19.
Als die lange geplante Skiwoche nach der Fastnacht in Südtirol immer näher kam und Corona von China immer näher rückte, stellte sich für B. und seine Frau erstmals die Frage ob das noch geht. »Am Tag davor gab es in Südtirol gerade zwei Covid -19 Fälle, in Freiburg schon sechs«, erzählt er im Gespräch mit dem WOCHENBLATT. »Da meinte ich im Spaß, in Freiburg wäre das Risiko größer sich anzustecken«.
B. hatte freilich unterschätzt, dass in dieser Woche auch scheinbar halb Norditalien aus den Städten auf die Südtiroler Pisten schwärmte, und mit ihnen das Virus.
»Ich denke in den Schlangen vor den Liften war es fast unvermeidlich, sich nicht zu infizieren«, blickt er heute zurück ohne jemand auszumachen, den er als »krank« gesehen hätte.
Als er heimkommt, schwant im, dass er nicht nur eine bakterielle Infektion eingefangen hat, wie seine Frau auch. Die Wege zum Test sind kurz für ihn, das Ergebnis ein kleiner Schock: positiv. Damals einer der ersten Patienten im Landkreis. »Schlecht ging es mir freilich nur zwei Tage.« Seine Frau, die sich nicht angesteckt hatte, laborierte an ihrem bakteriellen Infekt stärker und länger.
»Die einschneidendste Erfahrung war für mich, plötzlich zwei Wochen in der Quarantäne zu sitzen. Ich habe ja wenigstens noch einen Garten und denke an die, die diese Zeit in der Stadt in einer Wohnung sitzen müssen«, sagt er. Das sei wirklich eine harte Zeit gewesen.
Aber: die gute Erfahrung war, dass es Freunde und Bekannte gibt, die sich um einen kümmern, die Essen und die Dinge des täglichen Gebrauchs bringen, wenn sie es nur vor die Türe stellen dürfen.
Und: Neu dazu gekommen ist, jetzt sich über »WhatsApp« auszutauschen, das habe ich zu schätzen gelernt«.
Inzwischen ist B. längst wieder im Einsatz, inmitten erkrankter Menschen. Dort hat er nicht einmal Furcht, denn die Hygiene ist dort Routine. »Wenn ich aber im Bus sitze und da hustet einer rum, setzte ich mich lieber gleich weg.«

Wochenblatt @: Oliver Fiedler