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Die Sonne heizt umsonst

Einweihung des Solarthermie-Kollektorenfeld
Einen weiteren Schritt hin zur Energiewende - im Bild von links Martin Sauter, Christoph Bühler von Ritter Energie- und Umwelttechnik, Clemens Fleischmann von der Randegger Ottilienquelle, Bene Müller, Vorstand Solarcomplex und Jörg Dürr-Pucher, Präsident der Bodenseestiftung. swb-Bild: mu

Einweihung des Solarthermie-Kollektorenfeldes - Solarenergie ersetzt Hackschnitzel

Randegg. Als einen weiteren wichtigen Schritt hin zur Energiewende wurde vergangenen Freitag die Einweihung des größten Solarthermie-Kollektorenfeld Südbadens im Betriebshof der Randegger Ottilienquelle gefeiert.
Martin Sauter als Bürgermeisterstellvertreter betonte bei der Begrüßung: »Hier bestand im Vorfeld große Einigkeit, dass etwas Gutes entsteht«. Zwar sei jeder für saubere Energie, aber wenn solch ein Projekt vor der eigenen Haustür entstehe, dann lasse die Begeisterung oft nach.
Nicht so in Randegg, wo bereits seit dem Jahr 2009 ein großes Nahwärmenetz von Solarcomplex betrieben wird und gut 150 Gebäude mit regenerativer Energie versorgt werden.
Bisher wurde ganzjährig Holzenergie eingespeist, doch das, so Solarcomplex-Vorstand Bene Müller, werde jetzt anders. Statt Hackschnitzel wird nun im Sommer über Sonnenenergie die Versorgung gesichert. Denn die Sonne heizt gratis.
Am Ortsrand hinter der Ottilienquelle neben der Heizzentrale entstand durch die Dettenhauser Firma Ritter Energie- und Umwelttechnik binnen knapp vier Monaten ein Kollektorenfeld mit 2.400 Quadratmetern Kollektorenfläche, das über die Solarenergie rund 120.000 Liter Öl einspart. Das Singener Energieunternehmen Solarcomplex AG investierte als Betreiber der Anlage 1,2 Millionen Euro für das Gemeinschaftsprojekt, das laut Bene Müller »Vorbild-Charakter hat und auf die Nachbargemeinden ausstrahlen soll«.
Er erklärte, dass das Solarthermie-Kollektorenfeld besonders dank der Unterstützung der Gemeinde Gottmadingen und des Gemeinderates sowie der Familie Fleischmann, den Eigentümern der Ottilienquelle, möglich war, die das Grundstück zur Verfügung stellte. Für Geschäftsführer Clemens Fleischmann ist es ein Teil der Unternehmensphilosophie der Ottilienquelle, die mit der Umstellung auf eine CO2 neutrale Produktion sowie der konsequenten Glasflaschenabfüllung und ihrem regionalen Lieferradius ihren ökologischen Grundsatz und ihre Glaubwürdigkeit unterstreicht.
»Wir stehen in der Verantwortung, etwas zu tun«, betonte Fleischmann und sieht noch weiteres Entwicklungspotential in Sachen Umweltschutz.
Dieses Großprojekt in Randegg sei eine Perspektive, die Mut mache, erklärte Christoph Bühler von der Firma Ritter Energie- und Umwelttechnik, die nach dem Super-Gau in Tschernobyl 1986 aus der Waldenbucher Schokoladenfabrik entstand und heute »hocheffiziente, innovative Lösungen für ökologisches Heizen, Warmwasserbereitung sowie Prozesswärme« anbietet. Bühler beklagte den Mangel an Nachhaltigkeit im Denken der Gesellschaft und sieht in Projekten wie dem Solarthermie-Kollektorenfeld in Randegg ein positives Beispiel für langfristiges, generationsübergreifendes Denken und Handeln.

Wochenblatt Redakteur @: Ute Mucha