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Die TOS – ein »hervorragendes Projekt«

Anja Claßen TOS
Anja Claßen, die Schulleiterin der Waldeck-Schule, hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Time-out-School in Singen zu einem »hervorragenden Projekt« wurde. swb-Bild: pr

Johann-Peter-Hebel-Schule wird Partnerschule

Singen. Seit 2014 begegnet die Time-out-School (TOS) erfolgreich dem Problem des Schulabsentismus. Im ehemaligen Singener Zollgebäude beheimatet, gelingt es der TOS, dass sich Jugendliche, die vorher nicht mehr zur Schule gegangen sind, wieder im Leben zurechtfinden, auf die Regelschule zurückgeführt werden können oder mit Hilfe der TOS einen schulfremden Schulabschluss ablegen.

Auch der Schulamtsleiter im Landkreis Konstanz, Karl-Heinz Deußen, lobt die TOS als »hervorragendes Projekt« und ergänzt im Gespräch mit dem WOCHENBLATT, dass man bei entsprechend guter Lehrerversorgung eigentlich mehrere solcher Projekte bräuchte.

Zudem wies Deußen auf Nachfrage auf eine Veränderung für das kommende Schuljahr hin: Nach dem Auslaufen der Werkrealschule an der Waldeck-Schule wird künftig die Johann-Peter-Hebel-Schule die Partnerschule der TOS in Singen. Mit großer Unterstützung von Anja Claßen, so Deußen, wird der Konrektor der Hebelschule, Marc Laporte-Hoffmann die Schulleitung der TOS übernehmen. Die Schulleiterin der Waldeck-Schule, Anja Claßen hat in Singen schon früh auf das Problem Schulabsentismus hingewiesen und entscheidend zum Aufbau und dem Gelingen der TOS beigetragen. Auch wenn sie schweren Herzens, wie sie dem WOCHENBLATT verriet, die Schulleitung der TOS zum neuen Schuljahr abgeben wird, wird sie weiterhin mit Rat und Tat zur Verfügung stehen.

Schon 2010 hatte sie das Gefühl, dass die Fallzahlen von Schulabsentismus steigen und die üblichen Mittel wie Elterngespräch, Elternbrief, Bußgeldverfahren und polizeiliche Vorführung nicht mehr greifen. Dabei ist und war Schulabsentismus beileibe kein soziales Problem: Es betrifft alle Schichten und Schularten, so Claßen. Die Gründe sind vielfältig und haben oftmals nichts mit einer Null-Bock-Haltung zu tun. Entscheidend sei es, die abwesenden Schüler wieder in ein geregeltes System zurückzuführen.

Denn, wie Claßen betont: »Jeder Schüler hat das Recht, dass wir uns um ihn kümmern.« Dabei sei das Ziel der TOS, mit individuellem Unterricht und der Einbindung der Eltern die Jugendlichen so zu stabilisieren, dass sie so schnell wie möglich in das Regelsystem zurückkehren können. Entsprechend der individuellen Begebenheiten kann dies eine Förder-, Werkreal-, Gemeinschafts- oder Realschule sein.

Wochenblatt Redakteur @: Stefan Mohr