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Diesmal soll der Ball nicht kleben bleiben

| Andreas Joas | Sport | Handball
Tom Wolf
Tom Wolf beim Ball, der im Pfosteneck kleben blieb. swb-Bild: HSG

HSG fährt aber mit Sorgenfalten zum frechen Aufsteiger nach Fürstenfeldbruck

Konstanz./ München. Teil zwei der Vier-Punkte-Spiele: Am Samstag ist die HSG Konstanz nach dem Punktgewinn in letzter Sekunde gegen Hüttenberg beim starken Aufsteiger TuS Fürstenfeldbruck zu Gast. Die Partie wird im kostenlosen Livestream ab 19.30 Uhr auf www.hsgkonstanz.de/livestream übertragen.

Die Freude in Fürstenfeldbruck auf Heimspiele gegen die HSG Konstanz ist stets groß. „Zur Einstimmung“ auf das Duell am Wochenende postete der Club noch einmal ein Video der HSG aus dem August 2018 auf seinen Social-Media-Kanälen. Ein Video, das um die Welt ging und alleine über die Kanäle der HSG Konstanz über eine Million Mal angesehen wurde und Teil diverser Fernsehsendungen war.

Tom Wolf schrammte mit einem perfekten Freiwurf nach Ablauf der Spielzeit per Aufsetzer und Seitfallwurf haarscharf am Ausgleich vorbei, denn der Ball blieb damals am Pfosten kleben. Das Nicht-Tor des Jahrhunderts war geboren.

Für die HSG Konstanz wird es nun Zeit für eine Art Konfrontationstherapie, wenn es am Samstag in der Wittelsbacher Halle zur Neuauflage der stets packenden Schlagabtäusche kommt. Dieses Mal steht wieder viel auf dem Spiel – für beide Mannschaften. Zweitliga-Aufsteiger Fürstenfeldbruck, der aufgrund der Corona-Pandemie außerplanmäßig ohne Relegation gegen Wilhelmshaven aufsteigen durfte, hat sich mit starken Vorstellungen von Woche zu Woche gesteigert und längst den Respekt der Konkurrenz erarbeitet. Die „Brucker“ sind in der 2. Bundesliga angekommen – und vor allem zu Hause mit ihrer ganz speziellen Spielweise ein brandgefährlicher Gegner. 4:4 Punkte hat der TuS in eigener Halle gesammelt, eine ausgeglichene Heimbilanz und dabei zwei Siege gegen Dormagen und Dresden.

Während die Südbayern zuletzt spielfrei waren und sich in toller Form befinden, wurden bei der HSG die Verletzungssorgen beim und nach dem hart erkämpften Punkt gegen Hüttenberg noch größer als sie ohnehin schon waren. Fabian Schlaich, Matthias Hild, Felix Jaeger und Joschua Braun fehlten zuletzt, nun wurden die Sorgenfalten bei Trainer Daniel Eblen noch größer. Tom Wolf etwa musste nach einem heftig blutenden Cut an der Hand noch während des letzten Spiels mit sechs Stichen genäht werden. „Es ist schwierig, dass wir ausgerechnet immer alle wichtigen Spiele im Block und dort viele Verletzungen haben“, bemerkt er zu nun weiteren Wackelkandidaten für die wichtigen Partien bis zum Jahresende in Fürstenfeldbruck, gegen Großwallstadt und Emsdetten.

Mit dem ersten dieser Art war Eblen nicht zufrieden. Als „kein gutes Spiel“ bezeichnet er das Match letzer Woche gegen die Mittelhessen, „aber mit der Abwehr und dem Kampf haben wir uns einen wichtigen Punkt geholt. Das gibt Rückenwind, denn trotz aller Probleme können wir es mit dem Kampf schaffen und in unser Spiel im Angriff kommen.“ Wobei das genau der Punkt sein wird. Keine Mannschaft spielt so offensiv in der Deckung wie Fürstenfeldbruck, gerne in einem 3:2:1-System, das schon einmal kurz hinter der Mittellinie mit der Attacke auf den spielführenden Spieler und Manndeckung beginnt.

Genau dies ist für viele Gegner die große Herausforderung: Einstellen auf eine Aufgabe und ein System, das es so nur einmal im Jahr zu bespielen gibt. Dazu ist der TuS Fürstenfeldbruck über die letzten Jahre in allen Bereichen gewachsen, erfahrener und noch stärker geworden. Viel Qualität brachten vor allem die Rückkehrer wie Falk Kolodziej, der zuvor bei Balingen und Saarlouis in der 2. Bundesliga aktiv war, und Johannes Stumpf mit. Der sammelte ebenfalls in Balingen Erfahrungen und zu dieser Saison kam mit Stefan Hanemann ein Ex-Konstanzer hinzu, der zuvor bei den Eulen Ludwigshafen in der 1. Bundesliga unter Vertag stand. Größtes Faustpfand ist jedoch die über Jahre gewachsene Mannschafsstruktur: Über Jahre blieb die Mannschaft zusammen. Damit funktioniert die Abstimmung perfekt.

Ein Punkt, in dem der HSG-Coach seinen nächsten Kontrahenten weiter sieht als sein im Umbruch befindliches Team. „Sie sind eine eingespielte Truppe im besten Handballer-Alter mit einer unkonventiellen Abwehr, mit der sie jedem Gegner Probleme bereiten können.“ Viele knappe Niederlagen belegen diese Aussage – und das Zweitliga-Format der Münchener Vorstädter, bei denen auch die Handball-Karrieren der Konstanzer Markus Dangers und Matthias Hild begann. Das Süd-Duell wird somit auch bei der Neuauflage wieder viele besondere Geschichten schreiben.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler

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