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Dringender Substanzerhalt der Scheffelhalle vonnöten

Scheffelhalle Sanierung
Singens »gute Stube« - die Scheffelhalle muss dringend saniert werden. swb-Bild: stm

Fauliges Mauerwerk zwingt zum Handeln / Statik der Halle intakt

Singen. Die Scheffelhalle ist sichtlich in die Jahre gekommen: Deshalb sollen, wie Oberbürgermeister Bernd Häusler beim Neujahrsempfang in Bohlingen am Sonntag ankündigte, Haushaltsmittel zur Verfügung gestellt werden, damit 2025 zum 100-jährigen Bestehen von Singens »guter Stube« ein schönes Jubiläum darin gefeiert werden könne. Eine Botschaft, die die Vereine, die auf die Scheffelhalle angewiesen sind, gerne hören, wie bei einem Pressegespräch in der Zunftschüür am Montag vom Vorstand der Poppele-Zunft, dem Förderverein der Freunde der Scheffelhalle, dem Männergesangverein und dem Skiclub Singen als deren Vertreter einhellig bestätigt wurde.

»Bezüglich einer Sanierung müsse dringend etwas getan werden«, fordert Stephan Glunk, der Zunftmeister der Poppele-Zunft, unter deren Federführung das Thema in den letzten Monaten auf die Tagesordnung auch der Vereine und Gemeinderatsfraktionen gebracht wurde, da diese nicht im ausreichenden Maße über den schlechten Zustand der Halle informiert waren.

Im Zuge der Installation der Tür für die Anbindung der Damentoilette vor einem Jahr sei der Zunft aufgefallen, dass das Holz im Mauerwerk der Westwand faulig sei, berichtet Säckelmeister Holger Marxer. Noch schlimmer sei der Zustand der Ostwand – auf der Wetterseite. Eine dringende Substanzsanierung sei nötig, da sonst die Gefahr bestünde, dass die Fäule auch auf das tragende Dachgebälk übergreife, warnt Marxer.

Deshalb würde das Mauerwerk noch in dieser Woche aufgemacht, sodass Bauexperten sich über die dringend anstehenden notwendigen Sanierungsmaßnahmen ein genaues Bild machen können, erklärte Marxer weiter. Erst dann sind auch nachhaltige Aussagen über die Kosten für eine notwendige Sanierungsmaßnahme zu treffen, die abschnittsweise durchgeführt werden soll.

Die Statik der Scheffelhalle ist intakt, beruhigt Holger Marxer, da die Wände keine tragende Funktion haben, sondern wie die Plane bei einem Zirkuszelt dienen, sodass die Nutzung weiterhin bedenkenlos möglich ist. Eine Sanierung der Gebäudesubstanz der Scheffelhalle, die dank Fassade und der Zollinger-Bauweise des Dachgebälks unter Denkmalschutz steht, wurde in den fast 100 Jahren ihres Bestehens nicht durchgeführt, lediglich die Bühnen-, Beleuchtungstechnik und die Küche wurden erneuert, ergänzt der Vorsitzende des Fördervereins Freunde der Scheffelhalle, Peter Adrian Gäng. 2008 wurde ein umfangreicher Sanierungsplan ausgearbeitet, der aber nie umgesetzt wurde.

Beklagenswert sind außer dem Mauerwerk nach wie vor auch die Toilettenanlage mit einer wahrscheinlich defekten Abwasseranlage und der schlechte energetische Zustand der Scheffelhalle. Zu ihrem hundertjährigen Jubiläum wünscht sich der Vorsitzende des Männerchors, Georg Bumiller, dass die Mitgliederversammlung des Badischen Sängerbundes in der traditionsreichen - dann sanierten – Scheffelhalle stattfinden könne und sich die Singener an einer Operngala des Männer- und Frauenchores erfreuen können.

Wochenblatt Redakteur @: Stefan Mohr