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Dritter Platz beim kurzen Gastspiel in Empfingen

Streit RMSV Orsingen
Eva und Lena Streit bei ihrem kurzen Auftritt im Empfingen anlässlich der Landesmeisterschaften der JuniorInnen. swb-Bild: Daniel Kratschmar

Lena und Eva Streit im ersten größeren Wettkampf nach der Corona-Zwangspause

Orsingen/Empfingen (ws). Ihren ersten Start in der U-19-Klasse hätten sich Eva und Lena Streit (RMSV Orsingen) sicherlich anders gewünscht. Die Corona-Pandemie sorgte dafür, dass der RV Empfingen die Baden-Württembergischen Meisterschaften der Junioren und die 1. Runde des BW-Cups nur mit einem Hygienekonzept, das von der Gemeinde Empfingen für gut befunden wurde, durchführen konnte. Das hieß: ohne Zuschauer, maximal 25 Personen durften sich gemeinsam mit FFP2-Masken in der Halle aufhalten, Anreise in Sportkleidung, abgeklebte Bereiche, in denen sich die SportlerInnen und ein Betreuer aufhalten durften, keine Siegerehrung und nach Abschluss der Disziplin war die Halle umgehend zu verlassen.

Startberechtigt waren nur Landes- oder Bundeskadermitglieder. „Das war der kürzeste Wettkampf, den wir bisher hatten“, so Lena Streit. „Ankommen in Sportkleidung, warm machen in unserer Aufwärmbox, 6 Minuten einfahren auf der Wettkampffläche, anschließend der Start und nach Ende der Disziplin raus aus der Halle, vor der schon die Sportler des nächsten Blocks auf dem Parkplatz warteten, ins Auto und wieder zurück in die Heimat.“

Auch wenn nicht alles so klappte, wie sich erhofften, konnten sie mit ihrem Start in der höheren Altersklasse zufrieden sein. 94,52 Punkte bedeutete Platz 3. Nur 1,14 Punkte fehlten auf Platz 2. Die Junioren-Europameisterinnen Anika Papok/Anna-Sophia von Schneider (Lottstetten/Hochrhein) präsentierten gleich vier Handstände auf einem Rad und gewannen mit 111,74 Punkten souverän den BaWü-Titel.

Von den fünf gemeldeten Zweier-Paaren der Juniorinnen mussten zwei Paare verletzungsbedingt auf einen Start verzichten, sodass Eva und Lena Streit als erste Starterinnen des Tages den Wettkampf eröffneten. Sie begannen auf zwei Rädern sehr gekonnt, aber leicht nervös, sodass die ein oder andere Welle später auf dem Wertungsbogen stand. Zwischen der Kehrreitsitzsteiger-Einzelschleife und der Kehrreitsitzsteiger-Mühle gab es einen Doppelsturz, „dies verunsicherte die beiden etwas und nach der nächsten Übung kam es zu einem weiteren Absteiger“, so Mutter und Trainerin Angelika Streit. „Die Übungen auf zwei Rädern waren nicht ganz gleichmäßig und etwas unruhig, sodass hier viele Wellen abgezogen wurden.“ Auf einem Rad klappten die acht Übungen prima. „Von der Schwierigkeit her, haben alle Übungen geklappt. Das war toll von den beiden“, so eine zufriedene Trainerin. „Bei einem Diktat in der Schule würde man wohl sagen: ,einige Leichtsinnsfehler und ein etwas ungleichmäßiges Schriftbild‘.“ Mit 94,54 Punkten erreichten sie in der Endabrechnung den dritten Platz, wobei auf Platz 2 gerade einmal 1,14 Punkte fehlten. Auch bei den beiden anderen Paaren klappte noch nicht alles perfekt. „Hier fehlt wohl bei allen Sportlerinnen nach der über einjährigen Wettkampfpause die nötige Routine und Nervenstärke“, so das Resümee der badischen Kunstradkoordinatorin Jennifer Schweizer (Freiburg).

„Die SportlerInnen brauchen die Wettkämpfe unbedingt, um wieder in den Wettkampfmodus reinzukommen.“ In den sozialen Medien war der Start in Baden-Württemberg ebenfalls ein großes Thema, da in den anderen Bundesländern selbst die Kaderathleten aktuell nicht trainieren dürfen. Und es gab auch einen offenen Brief des Radsportverbandes Rheinland-Pfalz an die Hallenradsportkommission beim Bund Deutscher Radfahrer. „Wir vermitteln unseren Schülern und Jugendlichen bisher Fair Play“, so eine Userin. „Da nur eine sehr begrenzte Anzahl in sehr wenigen Bundesländern trainieren dürfen, wie sollen wir da derzeit den Fair-Play-Gedanken an die SportlerInnen vermitteln, weil die einen dürfen, die anderen nicht?“ Allen gerecht zu werden, das wird sicherlich schwierig.

„Wir sind ja ganz am Anfang der Saison“, so eine zufriedene Eva Streit. „Am 13. März  findet die 1. Junior Masters in Haigerloch statt, da betreten wir vollkommenes Neuland. Dort werden die Karten dann wieder neu gemischt. Bis dahin werden wir dranbleiben und weiter eifrig trainieren.“

Wochenblatt @: Oliver Fiedler


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