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Ein Bürgermeisterjahr, um mehr Einblick zu bekommen

Röwer
Marcus Röwer wurde am Karfreitag von der damaligen Bürgermeisterstellvertreterin Waltraud Sproll ins Amt eingeführt, nun ist er 100 Tage im Amt. swb-Bild: of

Ein Bürgermeisterjahr, um mehr Einblick zu bekommen

Volkertshausen. Am Karfreitag war für Marcus Röwer der große Tag, nach seiner Wahl zum Bürgermeister von Volkersthausen am 20. Januar diesen Jahres im ersten Wahlgang wurde in sein Amt eingeführt, nachdem 36 Jahr sein Vorgänger Alfred Mutter die kommunale Politik in seinem Stil geprägt hatte. Nun ist Marcus Röwer die ersten 100 Tage im Amt. Zeit für eine erste kleine Bilanz zum Start.

Wochenblatt: Herr Röwer, seit 100 Tagen gilt dass mit dem Bürgermeister. Wie sind sie als „der Neue“ im Rathaus aufgenommen worden?

Marcus Röwer: Ich bin sehr gut und auch sehr kollegial aufgenommen und ich fühle mich hier sehr gut. Natürlich muss man sich hier neu aufeinander einstellen und einander finden in einem anderen Führungsstil.

Wochenblatt: Es ist natürlich klar, dass sie sich viel Wissen und Routine erst erarbeiten müssen. Müssen Sie hier noch viel nachfragen im in verschiedene Themen hineinzukommen.

Marcus Röwer: Das ist schon immer wieder nötig, vor allem weil gerade hier im Bürgermeisteramt durch die lange Routine vieles auch ohne größere Absprachen lieft. Deshalb habe ich zum Antritt auch gesagt, dass erst mal alles bleibt wie es ist und ich erst später, je besser ich den Laden kenne, doch das eine oder Andere ändern könnte. Ein Radikalschnitt bringt nichts und man kann die Mitarbeiter besser einbeziehen für Veränderungen.  Es passt menschlich sehr gut. Es galt nun allerdings erst noch personelle Lücken im Rathaus zu schließen.

Wochenblatt: In die ist das im Ort selbst. Werden sie in ihrer Rolle wahrgenommen?

Marcus Röwer: Ich schaue, dass ich möglichst viel präsent bin bei Veranstaltungen. Ich stoße auf sehr viel Wohlwollen. Meine Frau und ich sind auch schon zwei Wochen nach Amtsantritt nach Volkertshausen umgezogen, so dass ich auch dadurch angekommen bin. Zu Fuß sind es ja nur drei Minuten ins Rathaus.

Wochenblatt: In ihrem Wahlkampf wurden einige Themen kommuniziert, zum Beispiel ihren Wunsch nach einer stärkeren Bürgerbeteiligung und einer Zukunftswerkstatt. Wie wird das umgesetzt?

Marcus Röwer: Es soll um einen Leitbildprozess gehen, in den die Bürger eingebunden werden sollen. Zum Amtsantritt hatte ich mir eigentlich den Herbst dafür vorgenommen, doch die ersten Wochen haben mir gezeigt, dass es besser ist, erst mal ein Bürgermeisterjahr hier zu sein, um auch alles mitzuerleben. Dieses Wissen ist sehr wichtig als Grundlage um einfach besser zu wissen, von was man spricht – auch um mögliche Ziele zu erkennen.

Wochenblatt: Andere Themen kündigen sich drängender an. Nach er Erschließung des jüngsten Baugebiets im „Öhmdweg“ kündigt sich ja neuer Druck an, weitere Bauplätze zu erschließen.

Marcus Röwer: Derzeit werden gerade die Grundstücke für das neue Baugebiet verkauft. Es sieht aber so aus, dass es sich hier bei den konkreten Anfragen doch etwas entspannt hat und die Nachfrage leicht abflacht. Wir werden uns aber schon bald mit dem Gemeinderat zusammensetzen um hier nach neuen Möglichkeiten zu suchen. Es hat hier Tradition zu  Beginn der neuen Legislaturperiode eine Klausur mit den Räten anzusetzen, als Rundgang durch den Ort, was auch den neuen Gemeinderäten einiges an Einblick in die Gemeinde geben dürfte. Dazu wurde aber mit dem Gemeinderat noch nicht abgestimmt.

Wochenblatt: Ein anderes Thema ist die Nachnutzung des Grundstücks der alten Wiesengrundhalle. Derzeit ist ja der Abbruch im Gange. Das Thema betreutes Wohnen war dazu mal angesprochen worden.

Marcus Röwer:  Das könnte einer der Punkte sein, wie wir dazu prüfen können. Aber für dieses Thema, dass nicht bei betreutem Wohnen aufhören müsste, gäbe es noch ein zentraleres Grundstück im Umfeld der Kirche zum Beispiel. Für das Grundstück der Wiesengrundhalle könnte aufgrund der Umgebungsstruktur auch eine gewerbliche Nutzung möglich sein. Hier sind wir aber noch ganz am Anfang. Wir müssen hier auch erst mal einen Bedarf ermitteln.

Wochenblatt: Das Thema Kinderbetreuung wurde ja auch von den WählerInnen thematisiert. Wie sieht es inzwischen aus?

Marcus Röwer: Es kommt immer wieder die Rückmeldung, dass ein umfangreicheres Angebot gewünscht wird. Wir stehen da natürlich im Spagat zwischen Wünschen und Kosten. Die Gemeinde hat in der Vergangenheit das Angebot verstärkt, in den Augen mancher Eltern noch nicht genug. Wir müssen hier sicher noch mal ansetzen. Wir haben mit der Schule schon mal angefangen, was die Betreuung am Nachmittag bei der Ganztagsschule betrifft.

Wochenblatt: Da wäre der Start ins neue Kindergartenjahr sicher eine gute Gelegenheit, mit den Eltern zusammen über Wünsche und Konsequenzen zu sprechen.

Marcus Röwer: Ich will hier auf jeden Fall einen neuen Anlauf unternehmen. Wir haben als Dorf eben nur einen Kindergarten und eine Bandbreite an Wünschen wie überall.

Wochenblatt Redakteur @: Oliver Fiedler