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Ein Gloria zum Mauerfall

Vokalensemble
Mit einem Probenwochenende wurde die seit Anfang des Jahres andauernde Probenphase des Vokalsensemble Gaienhofen mit dem Männerchor Singen und der Südwestdeutschen Philharmonie gekrönt. swb-Bild: Schloss Gaienhofen

Großes Konzert des Vokalensemble in Radolfzell und Singen

Singen/Radolfzell. Unter der Leitung von Siegfried Schmidgall präsentieren Vokalensemble Gaienhofen, die SchülerInnen der Kantorei der Ev. Schule Schloss Gaienhofen, der Männerchor Singen und die Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz am Samstag,  9. November, in St. Meinrad, Radolfzell und am Sonntag, 10. November,  in der Liebfrauenkirche Singen das „Requiem“ von Fauré und das „Gloria“ von Jenkins. Beide Konzerte beginnen um 19 Uhr. Solisten sind Julia Küsswetter (Sopran) und Armin Kolarczyk (Bariton). Zwischen den beiden Werken bringt das Orchester aus den Enigma-Variationen Op. 36 von Edward Elgar den Satz „Nimrod“ zu Gehör.

Vor dem großen Konzertwochenende trafen sich die 80 Mitglieder des Vokalensembles Gaienhofen, 25 Sänger des Männerchors Singen und 40 Jugendliche der Schul-Kantorei gut gelaunt im Chorsaal der Evang. Schule Schloss Gaienhofen. Siegfried Schmidgall hat seit Beginn des Jahres das Gloria von Karl Jenkins mit jedem Chor individuell geprobt, und Anweisungen zu Interpretation, Tempo, Lautstärke und Tongestaltung gegeben – die Choristen haben Noten und Text gelernt, nun war es soweit. - Erstmals formierte sich der große Chor zur gemeinsamen Probe. Mit Korrepetitor Siegfried Zielke am Klavier - von Pianissimo bis Fortissimo: „Gloria, Laudamus te, et in Terra Pax“ - Jugendliche und Erwachsene - alle sind konzentriert bei der Sache - die Jüngsten zählen 14, die Ältesten 80 Jahre. Das Werk hat es in sich: wunderschöne Melodien, beeindruckende, aber auch herausfordernde Rhythmen – „nochmal bitte“, es wird geprobt bis alle sicher sind.

Siegfried Schmidgall, Dirigent aller beteiligten Chöre, motiviert und erklärt: „Diese Probenphase ist sehr wichtig für die musikalische Entwicklung der Stücke sowie das sängerisch/menschliche Miteinander! Uns erwartet ein interessanter, spannungsreicher Konzertabend, an einem für das Vereinte Deutschland wirklich denkwürdigen Wochenende.  Wohl wissend um den Kontrast, wollen wir nach Faurés tröstendem, friedvollen „Requiem“ ein Zeichen für den Frieden in unserer Welt setzen, wenn wir im großen Chor das kraftvolle, mitreißende „Gloria“ von Karl Jenkins musizieren. Dieses Werk verbindet mit fulminanten Klängen unterschiedlichste Kulturen im beeindruckenden Lob Gottes.“

Für Julia Küsswetter, die Sopranisten, ist Faurés bekanntes Requiem nach eigener Einschätzung ein wirklich außergewöhnliches Stück. - In sehr persönlichen Worten spricht die Solistin über das Konzertprogramm: „Obwohl Gabriel Fauré ja zum Kirchenmusiker ausgebildet wurde und über lange Strecken auch als Organist und Chorleiter tätig war, ist es das einzige Werk, das er an sakraler Musik hinterlassen hat.“

Prof. Dr. Windhab, der Vorstand des Vokalensembles Gaienhofen: „Mit der Musik von Fauré und Jenkins verbinden sich in diesem Konzert Gedanken an Tod, Auferstehung und ewiges Leben. In diesem Kontext erinnert uns die emotionale Bewegung vom Requiem zum Gloria auch an ein wichtiges Ereignis deutscher Geschichte das in einem vergleichbaren Gefühlsraster große Emotionen auslöste: Der Fall der Berliner Mauer vor genau 30 Jahren.“

Infos unter: www.vokalensemble-gaienhofen.de 

Wochenblatt Redakteur @: Oliver Fiedler