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Ein Impfstoff aus Singen für die Welt

Takeda Dengue
Große Freude herrschte ob der Eröffnung der ersten Dengue-Impfstofffabrik von Takeda in Singen. swb-Bild: stm

Erste Dengue-Impfstoffabrik in Singen von Takeda für 130 Millionen Euro

Singen. Takeda eröffnet die ersten Dengue-Impfstofffabrik in Deutschland und investiert hierfür 130 Millionen Euro in den Standort Singen, aber wartet noch auf die Zulassung des Impfstoffs.

Wenn der Botschafter von Japan in der Bundesrepublik Deutschland Takeshi Yagi am Dienstag zu Gast in Singen ist, dann muss das Ereignis etwas ganz Besonderes sein: Und tatsächlich könnte die erste Produktionsstätte von Takeda für Dengue-Impfstoffkandidaten in Deutschland ein wichtiger Meilenstein sein, um die Bedrohung durch Dengue auf der ganzen Welt zu bekämpfen. 130 Millionen Euro hat das japanische Pharmaunternehmen in den Standort Singen investiert, der am Mittwoch sein 40-jähriges Jubiläum feiert.

Die Erwartungen an Takedas Dengue-Impfstoffkandidat (TAK-003), das in Singen hergestellt, abgefüllt und verpackt wird, sind von Konzernseite riesengroß, wie der CEO und President, von Takeda, Dr. Christophe Weber bei der feierlichen Eröffnung betonte. Denn noch befindet sich der Impfstoff in der zulassungsrelevanten Phase 3 der TIDES Studie (Tetravalent Immunization against Dengue Efficacy Study) in Dengue-endemischen Ländern Lateinamerikas und Asiens. Die Produktion in der hochmodernen Impfstofffabrik mit rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kann auch erst dann beginnen.

Der Antrag auf Zulassung werde in einem Jahr gestellt, hieß es von Seiten Takedas. Doch wie Weber ausführte, sei man bei der Entscheidung für den Standort 2016 ein großes Risiko eingegangen, ob es wirklich klappt. Doch klinische Studien haben gezeigt, dass der aus vier Wirkstoffen gegen die vier Dengue-Stämme hergestellter Impfstoff wirksam und gut verträglich sei, wie Rajeev Venkayya, MD, President Global Vaccine Business Unit erklärte. Eine Langzeitstudie an 20.000 Kindern und Jugendlichen sei erfolgreich gewesen, so Venkayya.

Dabei setzte Takeda, wie Takedas Global Manufacturing and Supply Officer Dr. Thomas Wozniewski ausführte, auf die Fähigkeiten seiner Mitarbeiter und dankte auch der Stadt Singen für die große Unterstützung. Die Wirkstoffe werden übrigens von einem deutschen Hersteller geliefert. Die Wahl auf Singen als Standort der Dengue-Impfstoffabrik lag der jahrelangen Erfahrung der Gefriertrocknung zu Grunde, die neben der sterilen Produktion die größte Herausforderung an den Konzern stelle. »Wir sind stolz darauf, diese neue und hochmoderne Steril-Produktionsstätte zu eröffnen. Hier kombinieren wir einen hohen Automatisierungsgrad mit modernsten digitalen und datengesteuerten Technologien. Unsere Mitarbeiter in Singen haben langjährige Erfahrung mit der Gefriertrocknung – deshalb haben wir auch diesen Standort für die Investition ausgewählt. Die sogenannte Lyophilisierung ist die entscheidende Technologie für den Herstellungsprozess unseres Dengue-Impfstoffkandidaten.«, so Wozniewski.

Oberbürgermeister Bernd Häusler hob die besondere Bedeutung der Takeda-Investition für die Industriestadt Singen hervor. Zudem hofft er nach der Takeda Cash-Cow »Pantoprazol« auch im Interesse der Gewerbesteuereinnahmen der Stadt auf einen erfolgreichen Gewinn des Impfstoffes.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Dengue die sich am schnellsten verbreitende, durch Stechmücken übertragene Viruserkrankung. Rund 400 Millionen Menschen weltweit infizieren sich jährlich mit dem Erreger des Dengue-Fiebers. Die Folge: mehr als 20.000 Todesfälle jedes Jahr. Auch der Präsident für Tropenkrankheiten, Dr. Dr. Carsten Köhler aus Tübingen, hält es für möglich, dass Dengue durch die Klimaerwärmung außer als Reiseerkrankung sich auch nach Deutschland ausbreiten könne. Seinen kurzen Vortrag beschloss er mit dem Wunsch, dass die Medikamente künftig auch die Menschen in den betroffenen Regionen erreichen, die sich diese nicht leisten könnten.

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Wochenblatt Redakteur @: Stefan Mohr