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„Ein Kind allein ändert das Leben. Ein geistig behindertes noch viel mehr.“

Wünscht sich für ihre Familie nichts sehnlicher als in eine Wohnung/ ein Haus mit Garten zu ziehen, in dem sich der kleine Leotrim frei bewegen und spielen kann. SWB-Bild: de.

„Mein größter Wunsch ist ein Haus/ eine Wohnung mit Garten, wo sich mein körperlich- und geistig behinderter Sohn frei bewegen kann“, Spressa Radosta aus Eigeltingen

Jedes Kind stellt für seine Eltern eine Überraschung und Herausforderung zugleich dar. Wie wird mein Kind später einmal werden? Wie sieht mein Kind aus? - sind nur einige der Fragen, mit denen sich werdende Eltern beschäftigen. So auch Spressa Radosta aus Eigeltingen, deren Schwangerschaft zunächst ganz normal verlief. Sie und ihr Mann freuten sich sehr auf das erste Kind, damals im Jahr 2011. In der 22. Schwangerschaftswoche passierte es dann: die Fruchtblase platzte völlig unerwartet. Viel zu früh kam der kleine Leotrim mit nur 485 Gramm im Klinikum Singen auf die Welt. Anschließend rangen die Ärzte um sein Leben. Denn zwei Tage nach der Geburt stellten Prof. Dr. med. Trotter und sein Team bei Leotrim eine Hirnblutung fest. Dann ging alles ganz schnell, erinnert sich Spressa Radosta. Es folgte eine Not OP, bei sie das Wasser aus Leotrims Kopf herausholen mussten, da es von selbst nicht mehr ablief.

Ohne die Frühchenstation im Singener Klinikum hätte der Kleine nicht überlebt

„Ohne die Behandlung der Frühchenstation im Singener Klinikum hätte Leotrim nicht überlebt. Zum Vergleich, in meinem Heimatland Albanien hätte ein Baby wie er keine Chance gehabt“, so Spressa Radosta. Die nächsten fünf Monate verbringt der Kleine im Brutkasten, getrennt von seinen Eltern, die ihn nur durch eine Glasscheibe aus sehen können. Als sie ihn dann endlich nach Hause konnten, ging mit Sauerstoffgerät und Monitor „gefühlt“ die halbe Krankeneinrichtung gleich mit, wie sich  Spressa Radosta erinnert. Denn bis zu seinem ersten Lebensjahr konnte Leotrim nicht alleine atmen und war auf das  Sauerstoffgerät angewiesen. Durch die Frühgeburt ist der Junge heute körperlich und geistig behindert.

Für sie ist nichts wichtiger als das Leotrim trotz seiner Einschränkungen gut aufwächst

Doch für Spressa Radosta spielt das keine Rolle. Nichts ist  wichtiger für sie als das Leotrim trotz seiner Einschränkungen gut aufwächst. „Natürlich hatte ich auch Angst um die Zukunft“, erzählt Spressa Radosta. Man sieht der lebenslustigen Frau aus Eigeltingen nicht an, was für eine Odyssee sie im Krankenhaus erlebt haben muss. Doch jeder, der einmal Angst hatte einen Menschen zu verlieren ahnt, wie kräftezehrend, wie dramatisch solche Momente im Leben eines Menschen sein können. Besonders dann, wenn das eigene Kind im Sterben liegt bevor es überhaupt gelebt hat. „Meine größte Angst war immer Leotrim zu verlieren“, erzählt Spressa Radosta. „Die Ärzte meinten von Anfang an, dass er viele Schäden haben wird. Aber das war mir egal. Ich hab den Ärzten gesagt, dass sie um ihn kämpfen müssen, solange er mitmacht. Und das taten sie auch, wofür ich sehr dankbar bin.“ 

Heute besucht Leotrim die Behinderten Schule in Singen, wo er bestens gefordert und  gefördert wird. Davor war er in einem Spezialkindergarten. Doch der Achtjährige kann weder laufen noch sprechen und muss 24 Stunden betreut werden. „Leotrim ist ein lebhaftes Kind. Er kann zwar nicht sprechen, aber deutlich machen was er mag und was nicht“, so Spressa Radosta, die für ihren Sohn die wichtigste Bezugsperson ist. „Leotrim ist mein ein und alles. Ich habe durch ihn viel über solche Kinder und über mich selbst gelernt. Ein Kind allein ändert das Leben. Ein geistig behindertes noch viel mehr. Man ist dann nur noch für das Kind da. Doch ich vermisse nichts und bin froh, dass ich meine Kinder habe“, so Spressa Radosta über Leotrim und  seinen sechsjährigen Bruder Qendrim, der zwei Jahre später gesund auf die Welt kam. Nachdem was Spressa Radosta erlebt hat, ist Starkbleiben für sie das Allerwichtigste. Unterstützt wird sie auch von ihrem Mann, der nach seiner Arbeit im Porsche Zentrum Hegau-Bodensee genauso mit anpackt.

„Ich wünsche mir, keine Angst mehr haben zu müssen, das Leotrim etwas zustößt.“

Am schönsten ist es für Spressa, wenn sie unbeschwerte Zeit mit beiden Kindern verbringen kann. Zum Beispiel draußen im Freien. Doch auch hier muss sie immer Angst um ihren Sohn haben. Denn seit Leotrim robbt, kann er nicht mehr aus den Augen gelassen werden. Spressas größter Wunsch sind deshalb die eigenen vier Wände mit Garten, in dem sich Leotrim frei bewegen und spielen kann, ohne dass sie dauernd Angst haben muss, das ihm etwas zustößt. Ein weiterer Wunsch ist, dass ihr Sohn eines Tages laufen und sprechen lernt.

So können Sie der Familie Radosta helfen: Gesellschaft und Integration funktionieren nur wenn wir einander helfen und unterstützen. Spressa Radosta und ihre Familie suchen derzeit nach einer bezahlbaren Wohnung/ einem Haus mit Garten in der Hegau/Bodenseeregion,  wo Leotrim spielen und sich frei bewegen kann. Zuschriften können gerne an Radostashpresa350(at)gmail.com gesendet werden.

Wochenblatt Redakteur @: Diana Engelmann