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Ein »kräftiges Entgegenkommen«

Goethestraße Lindekreisel
Das Gebäude am Lindekreisel soll "nur" noch 20 Meter hoch werden. swb-Bild: ver

Gemeinderat geht Kompromiss ein: die geplanten Gebäude an der Goethestraße sollen niedriger werden

Stockach. Viel ist zu diesem Thema gesagt worden und es gebe noch viel dazu zu sagen, so Bürgermeister Rainer Stolz einleitend zum Tagesordnungspunkt »Bebauungsplan Goethestraße« am Mittwoch. Zahlreiche Einwendungen sind zu dem Bebauungsplan eingegangen, darunter auch die Unterschriftenaktion des Anwohners Rainer Vollmer, die bis Dienstagabend 1.210 Stimmen, nicht nur aus Stockach, zählte.

»Es ist wichtig und gut, dass wir viele Meinungen der Bevölkerung dazu gehört haben«, sagt Stolz, »die Behandlung von Bebauungsplänen ist aber, als zentraler Teil der Stadtplanung, das Königsrecht des Gemeinderates und fordert ein intensives Auseinandersetzen mit den unterschiedlichen Interessen, Argumenten und verschiedenen Blickwinkeln«, stellte er klar.

Nach einer ausführlichen Diskussion traf das Gremium eine Entscheidung: Einige Gebäude sollen niedriger werden. Mit 19 Ja- und zehn Nein-Stimmen setzte sich der gemeinsame Antrag von CDU und Grünen, der im Wesentlichen auf den Antrag der Freien Wählern basiert, durch.

Der von den Freien Wählern eingebrachte interfraktionelle Antrag, der keine Mehrheit fand, sah teilweise niedrigere Höhen sowie im rückwärtigen Bereich des Telekom-Areals lediglich drei Vollgeschosse ohne Attika-Geschoss vor. Mit diesem Vorschlag zur Reduzierung der maximalen Höhen würde eine »konsensfähige Bebauung erreicht, die eine angemessene städtebauliche Statur aufweisen kann«, so Wolf-Dieter Karle.
Wolfgang Reuther (CDU) argumentierte für »soviel Wohnraum, wie irgendwie vertretbar in diesem Quartier auszuweisen«, denn auch in Stockach sei der Bedarf an Wohnraum hoch. In den Höhen sei man um zehn bis 30 Prozent runtergegangen, was er als »kräftiges Entgegenkommen« erachtete.

So soll der Turm am Linde-Kreisel nun 20 Meter hoch werden, statt ursprünglich 23,5 Meter. Ein Meter für die technischen Anlagen komme noch hinzu. Dadurch sind maximal sechs statt sieben Geschosse möglich.
Auf dem Telekom-Areal darf das Gebäude entlang der Straße nun 14 Meter (vorher 18 Meter) hoch werden mit vier Geschossen; im rückwärtigen Bereich bleibt die Höhe von 12,5 Metern bestehen, jedoch mit drei Vollgeschossen sowie einem Attika-Geschoss. Im Bereich des Schiesserknotens sind nun 16 Meter mit vier Vollgeschossen und einem zurückspringenden Attika-Geschoss statt den geplanten 18 Meten zulässig.

»Mit diesem Bebauungsplan wird eine städtebaulich prägnante Entwicklung, die der raumordnerisch bedeutsamen Funktion eines Mittelzentrums entspricht, ermöglicht,« fasste Stolz zusammen. Es werde innerstädtisch zentraler Wohnraum und innenstadtnahe Gewerberäume geschafften sowie die Sicherung eines Hotelstandortes ermöglicht, schloss der Rathauschef.

Wochenblatt @: Graziella Verchio