- Anzeige - (Wochenblatt-Werbung wirkt)

Ein Lächeln als Ziel

Benedikt Hoffmann
Bei ihm läuft‘s gut: Benedikt Hoffmann war Interviewpartner bei der Sportlerehrung und wurde als in Stockach Wohnender zudem für seine Erfolge ausgezeichnet.swb-Bild: sw

Interviewgast bei der Sportlerehrung: Benedikt Hoffmann

 

 

Stockach. Ja, wenn es Fußball, Tennis oder die Formel-1 wären. Dann hätte er ausgesorgt. Doch Benedikt Hoffmann ist Marathonläufer und Mitglied im Team der deutschen Berglaufnationalmannschaft – und damit lassen sich keine Reichtümer verdienen. Er sei ganz normal berufstätig, erklärte der 1985 Geborene bei der Stockacher Sportlerehrung im Bürgerhaus »Adler Post«, arbeite als Gymnasiallehrer für Chemie, Biologie und Erdkunde, und es würde Zuschüsse von der Deutschen Sporthilfe geben. So könne er seinen Sport gerade so finanzieren. Aber es gehe ihm nicht ums Geld, er sehe das Laufen als Ausgleich zur Berufstätigkeit an und mache es aus Spaß an der Bewegung. Und Benedikt Hoffmann startet zwar für die TSG Heilbronn, doch er wohnt in Stockach – nicht weit vom Bürgerhaus entfernt, wie Moderator Hubert Walk bei der Sportlerehrung verriet. Darum bekam er auch eine Medaille verliehen. 

 

Denn bei Benedikt Hoffmann läuft‘s. Die 100 Kilometer schaffte er 2017 bei der Deutschen Meisterschaft in Berlin in 6:48:14 Stunden, seine Bestzeit bei der Distanz über 50 Kilometer stellte er im Vorjahr in Marburg mit 2:54:12 Stunden auf. Die Liste seiner sportlichen Erfolge ist lang – Deutscher Meister über die 100 Kilometer bei der DM in Berlin, deutscher Berglaufvizemeister beim Arberlandberglauf 2017 sowie 30. im Gesamtrang und siebter Platz bei der DM mit dem Frankfurt-Marathon. Beim Ultramarathon über 50 Kilometer in Rodgau stellte Benedikt Hoffmann erneut einen Streckenrekord über 2:56:18 Stunden auf, und seit 2016 gehört er zum Team der Deutschen Ultralauf-Nationalmannschaft. 

 

Trotz dieser Erfolge ist der sympathische junge Mann geerdet, freundlich, bodenständig geblieben und beantwortete geduldig und humorvoll alle Fragen. Die pragmatische Frage von Moderator und Hauptamtsleiter Hubert Walk, wie viele Laufschuhe er im Jahr durchbringe, rang dem 1,75 Meter großen Läufer ein Lächeln ab: Er habe zwei mal drei Schuhschränke in seiner Wohnung, versichert er dann. Diese Laufschuhe werden entsprechend strapaziert. Ein während der Sportlerehrung eingespielter Film zeigt die Läufer beim Jungfrau-Marathon, wie sie sich über Stock, Stein und Felsen, durch Dreck, Schlamm und Matsch und über schwieriges Terrain kämpfen. Den sechsten Platz belegte Benedikt Hoffmann bei dieser Sportveranstaltung, und er war damit der drittbeste Europäer im Feld: »Wir trainieren das ganze Jahr über hart und viel, um dann mit einem Lächeln im Ziel anzukommen.« Ein Lächeln hatte er auch auf den Lippen, als er seine Ziele für das laufende Jahr aufzählte: Vor allem, meinte er augenzwinkernd, gibt es da den Stockacher Stadtlauf, den er gewinnen möchte. Wie den Nikolauslauf 2017. Ernster fügt Benedikt Hoffmann hinzu, dass ein Ziel die Deutsche Meisterschaft in Düsseldorf sei. Darauf bereite er sich gerade vor. Und für diese Mühen gibt es keine Reichtümer, aber der Sport wiegt vieles auf.

Wochenblatt Redakteur @: Simone Weiß