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Ein „Meilenstein“ für die ganze Region

Spatenstich B33
Beim Spatenstich auf lockerem Kies vor dem eigens für den Anlasse gestellten Festzelt: Der Konstanzer OB Uli Burchardt, MdB Andreas Jung, Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer, Verkehrsminister Winfried Hermann, Staatsekretär Steffen Bilger, Susanne Gräfin Kesselstatt vom Unternehmen Storz, MdL Jürgen Keck, die Bürgermeister Volker Steffens und Stefan Friedrich wie Helmut Kennerknecht. swb-Bild: of

Spatenstich für den Tunnel Reichenau-Waldsiedlung markiert größten Bauabschnitt an der B 33

Reichenau/ Allensbach. Die Dimensionen sind vor allem in finanzieller Hinsicht gewaltig. Rund 60 Millionen Euro kostet der Tunnel entlang der bisherigen Waldsiedlung-Kreuzung an der B33, der bis Hegne führt. 474 Meter unter der Erde selbst und in insgesamt 745 Meter lang, dann in Galerien ist das Straßenstück lang, für das am Montagnachmittag durch Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer, Landes-Verkehrsminister Winfried Hermann, MdB Steffen Bilger als Staatssekretär des Bundesverkehrsministerium, MdB Andreas Jung, MdL Jürgen Keck, den Konstanzer OB Uli Burchardt, die Bürgermeister Dr. Wolfgang Zoll (Reichenau), und Stefan Friedrich (Allensbach) wie dessen Vorgänger Helmut Kennerknecht und Susanne Gräfin Kesselstatt vom ausführenden Straßenbauunternehmen Storz den offiziellen Spatenstich vollzogen haben.

Bis 2022, genau in dreieinhalb Jahren, soll der Verkehr auf diesem Abschnitt an dem neuralgischen Knotenpunkt vorbeifließen können. Parallel wird im sogenannten Kombi-Verfahren mit dem Aushub des Tunnels am anderen Ende der derzeit noch bestehenden Neubaulücke von 8,8 Kilometer Länge begonnen, kündigte Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer an. Sie bezeichnete diesen Spatenstich als einen wirklichen Meilenstein über diese Region hinaus. Sie dankte in ihrer Rede ausdrücklich Andreas Jung, der zusammen mit den kommunalen Politikern unermüdlich und mit Kraft für diese Kombi-Lösung gekämpft habe, die hier einen durchgehenden Bau des Straßenbauabschnitts ermögliche. Das bestätigen auch die anderen Redner unbedingt. Bärbel Schäfer hatte auch in die Geschichte geblickt. Die ersten Planungen stammten bereits aus dem Jahr 1969. Insofern komme hier nun ein wirkliches Jahrhundertprojekt ans Ziel.

Der Tunnel zwischen Reichenau und Konstanz sei auch aus Bundessicht ein wichtiges Verkehrsprojekt, das die Anbindung der Stadt Konstanz an das Fernverkehrsstraßennetz verbessere, betonte Steffen Bilger in seinem Grußwort. Er erinnerte sich nicht nur an die zahlreichen Fahrten der hiesigen Politiker nach Berlin, sondern auch an manchen Termin hier vor Ort, bei dem die Stimmung nicht gerade gut gewesen sein, weil nichts vorwärts ging über viele Jahre.

Verkehrsminister  Winfried Hermann zeigte sich erfreut, dass nach Jahren des Darbens in Baden-Württemberg es doch viele Zusagen für Straßenbauprojekte im Land gegeben habe. Die Bodenseeregion habe es wirklich hart, so Hermann, nicht nur hier in Konstanz. Auf der anderen Seite des Sees gebe es mit der B31 das gleiche Problem. Man habe sich im Land erst mal auf die Hauptachsen konzentriert und könne deshalb nicht jede Ortsumfahrung genehmigen. Dadurch komme man hier nun auch voran. Das Land Baden-Württemberg habe in seiner Verkehrsinfrastruktur viel Nachholbedarf, auch bei der Bahn, betonte Hermann.

Uli Burchardt, der auch den Landrat vertrat, unterstrich, dass es aus der Bürgerschaft eine selten starke Geschlossenheit für diesen Ausbau gegeben habe. Er danke deshalb im Namen der ganzen Bevölkerung des Kreises, dass es nun hier so zügig weiter gehe. Es sei wirklich ein längst überfälliges Bauprojekt. Damit werde das Oberzentrum Konstanz und auch die Schweiz endlich richtig an das Land angebunden.

Für die Gemeinde Reichenau sei das ein sehr schöner und wichtiger Tag, so Dr. Zoll Jetzt beginne die Baustelle die Reichenau zu verlassen und sich in Richtung Allensbach zu wandern. Nun gebe es endlich sogar eine Tunnelverbindung nach Allensbach, wenn auch nicht unter dem Gnadensee hindurch, scherzte er. 

Andreas Jung hob das große Gemeinschaftswerk hervor, dass diesen Schritt erreicht habe. Ein „Jahrhundertbauwerk“ werde es in die Zukunft gerichtet sicher nicht werden, da könne hier auf die Umsetzungskraft von  Referatsleiter Dieter Bollinger vom Regierungspräsidium und von Neubauleiterin Yvonne Guduscheit gesetzt werden, die diese Riesenbaustelle, die im gesamten wahrscheinlich noch bis 2016 andauert.

Mit der Baustelle wird es nun an beiden Enden recht sichtbar vorangehen. Der Allensbacher Bürgermeister Friedrich rechnet damit, dass der vierspurige Ausbau bis Ende 2019 bei Allensbach-Mitte angekommen ist. Diffizil werde dann aber der Brückenausbau dort. Die Bauarbeiten selbst werden in dieser Woche schon vollumfänglich aufgenommen, sagte Susanne Gräfin Kesselstatt vom Straßenbauunternehmen Storz – und nach der Weihnachtspause soll es dann in der zweiten Januarwoche weiter gehen mit den Erdarbeiten, so das Wetter es zulässt.

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Wochenblatt Redakteur @: Oliver Fiedler