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Ein Neubau ist nicht genug

Kita Nordstadt
Der Entwurf für die sechsgruppige Kindertagesstätte Bruderhof fügt sich in das bestehende Areal bestens ein. swb-Bild: Architekt Schmitt-Förster

Kita-Bedarfsplanung stellt Stadt vor große Herausforderungen

Singen. Trotz des Grundsatzbeschlusses zum Bau einer sechsgruppigen Kita in der Nordstadt stehen für die Stadt Singen ob der steigenden Kinderzahlen weitere Herausforderungen - gerade auch finanzieller Art - in den nächsten Jahren auf der Agenda.

Große Freude herrschte beim Team des Kita-Bruderhofs um Leiterin Nicole Grison ob der einstimmigen Entscheidung des Ausschusses für Familie, Soziales und Ordnung für die Neufassung des Grundsatzbeschlusses über den Neubau einer Tageseinrichtung für Kinder mit dem Namen »Kindertagesstätte Bruderhof«. Hier sollen die drei vorhandenen Gruppen der Kita Bruderhof, die derzeit in der Bruderhofschule untergebracht sind sowie drei neue Gruppen für die Betreuung von Kindern von 8 Monaten bis zum Schuleintritt Platz finden.

Auf einem von Bäumen umsäumten Grundstück an der Bruderhofstraße/Verlängerung Fichtestraße in der Singener Nordstadt soll nach derzeitigen Planungen in modularer Bauweise eine Kindertagesstätte mit 70 Metern Länge auf zwei Etagen entstehen. Als Kosten hierfür werden derzeit 5.01 Millionen Euro brutto plus 400.000 Euro für die Außenanlagen geschätzt. Laut des Architekten Volkmar Schmitt-Förster könnte nach Baubeschluss der Kindergarten in knapp einem Jahr Bauzeit entstehen.

Die Zeit drängt, das zeigt der Kita-Bedarfsplan für Singen auf Grundlage der Bevölkerungsprognose von Dipl. Geogr. Tilman Häusser. Laut Bürgermeisterin Ute Seifried steigen die Zahlen und damit die Herausforderungen für die Stadtverwaltung weiter an. Neben Platzbedarf steht die Suche nach Erzieherinnen hierbei an erster Stelle.

Prognostizierter Platzbedarf für Maßnahmen besteht laut Leonie Braun, Leiterin der Kindertageseinrichtungen: Schon bis 2022 werden 139 Plätze dauerhaft sowie 101 temporäre Plätze benötigt. Der Bedarf in der Nordstadt bleibt trotz Neubau bestehen. Laut dem Maximal-Szenario würde dies bedeuten, dass für die Nordstadt zwei Kita-Gruppen dauerhaft, eine Kita-Gruppe temporär sowie 30 Krippenplätzen temporär nötig wären. Für die Südstadt sieht es kaum besser aus: Hier würden laut Szenario 1 drei Kita-Gruppen und drei Krippengruppen dauerhaft gebraucht. Deshalb würden derzeit Gespräche mit Investoren für eine Kita in der Südstadt geführt, kündigte Seifried an. Der Gesamtelternbeirat begrüßt die derzeitigen Maßnahmen, auch wenn diese nicht ausreichen und fordert einen konkreten Zeitplan für die Umsetzung.

Regina Brütsch (SPD) zeigte sich angesichts des Bedarfsplanes überrascht, dass kein Bedarf in der Innenstadt gesehen werde, obwohl Neubauten und die derzeitige Lage in den dortigen Kitas anderes befürchten ließen. Der vermehrte Bedarf ob der steigenden Kinderzahlen in den Kitas wird auch Auswirkungen auf die Schulen haben. Laut der mittleren Prognose würden die Klassen hohe Schülerzahlen aufweisen, beruhigte Seifried. Doch bei Szenario 1 gebe es auch Überlegungen, etwa die Tittisbühl-Schule »wieder zu beleben«.

Wochenblatt Redakteur @: Stefan Mohr