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Ein sozialer Leuchtturm, der über die Grenzen der Stadt erstrahlt

10 Jahre Kinderchancen
Im Corona-Modus wurde das Jubiläum von Kinderchancen gefeiert. swb-Bild: ver

Zehn Jahre Kinderchancen

Singen. „Heute wollen wir nach vorne blicken und danke sagen“, begrüßte der erste Vorsitzende Wolfgang Heintschel die geladenen Gäste im Bürgersaal des Rathauses, die anlässlich des zehnten Geburtstages des Vereins Kinderchancen am Freitagvormittag zusammengefunden hatten.

Am 18. Oktober 2010 versammelten sich zwanzig engagierte Frauen und Männer, die das Thema Kinderarmut anpacken wollten. Die Vision damals wie heute: jedem Kind eine Chance auf eine gute Entwicklung und Teilhabe zu geben, unabhängig davon, wie groß der Geldbeutel der Eltern ist. „Jedes Kind ist wichtig und hat unter anderem ein Recht auf Bildung“, so Heintschel.

Der Verein habe dazu beigetragen, verschiedene Akteure mit demselben Ziel besser zu vernetzen. „Unser Erfolgsgeheimnis ist es, konkret zu schauen, wie es den Kindern geht.“ Dabei bezeichnete Wolfgang Heintschel die Stadt Singen als „sozialen Leuchtturm“. „Von kommunaler Seite haben wir seit jeher eine riesige Unterstützung erfahren“, sagte er. Landrat Zeno Danner lobte die Arbeit des Vereins, der „viel bewirkt, auch über die Region hinaus.“

Manne Lucha, Minister für Soziales und Integration, hob hervor, dass Kinderchancen ein „Monument der Hilfsbereitschaft“ darstellt. Der Verein habe gezeigt, dass das Zusammenspiel der Netzwerke ein wirkungsvolles Instrument ist. Rund 100.000 Euro hat der Verein bisher an Förderungen des Landes erhalten, so Lucha. OB Bernd Häusler indes lobte die Funktion als „Vorreiter, der ein Glücksfall für Kinder ist“. „Der Verein Kinderchancen arbeitet nach dem Motto: kein Kind darf verloren gehen.“ Die Stadt Singen habe seit jeher eine schwierige Sozialstruktur, was auf ihre Geschichte als Industriestadt zurückzuführen sei.

Jedes sechste Kind von Kinderarmut betroffen

7.171 Kinder zwischen null und 15 Jahren leben in Singen, 1.300 müssen vom SBG II leben, erläuterte Häusler. „Das ist jedes sechste Kind“, so der OB. „Wir sprechen dieses Thema an und nehmen die Herausforderung an, daran zu arbeiten und die Situation zu verbessern.“ Lucha ergänzt: „Wenn wir Kinderarmut effektiv bekämpfen wollen, müssen wir an einem Strang ziehen.“ Unter den wichtigsten Projekten, gehören für das Gemeindeoberhaupt das gesunde Frühstück, die Netzwerkarbeit sowie die Kinder und Jugend Card. Insgesamt 600 Karten sind bisher verteilt worden.

Ein besonderer Dank galt Udo Engelhardt, stellvertretender Vorsitzender, der als Impulsgeber den Verein gemeinsam mit vielen Akteuren aufgebaut habe. Engelhardt habe ein Problem, nämlich, dass er einer Person nicht danken könne – sich selbst, so Wolfgang Heintschel. Manne Lucha bezeichnete Engelhardt als „Chefzündler, der nicht nur ein Feuer entfacht hat, sondern dabei geblieben ist.“

Wochenblatt @: Graziella Verchio