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»Eine hemmungslose musikalische Flutwelle«

Höri Musiktage
Bei den Wandelkonzerten »Carte blanche« im Rahmen der Höri Musiktage spielten die Hornisten Mate Borbiro, Andras Korsos und die Trompeter Valentin Kocsi und Gergo Rasz auf dem Dachboden vom Stammhaus des Chorherrenstift Werke von Clark bis Wagner. swb-Bild: hz

Festakt, Orchesterkonzert und Wandelkonzerte bei den Höri Musiktagen.

Öhningen. Beim Festakt und Orchesterkonzert im Rahmen der Höri Musiktage in der Stiftskirche gab es nur noch Stehplätze. Das gut 50 Musiker starke Festivalorchester unter der Leitung von Eckart Manke eröffnete mit der Ouvertüre zum Singspiel »Die Entführung aus dem Serail« von Wolfgang Amadeus Mozart.
In seiner Grußbotschaft sagte Bürgermeister Andreas Schmid: »Die Höri Musiktage sind das herausragende Ereignis in unserer Region. Das Geschehen hat beinahe Weltruhm.« Sein besonderer Dank galt den Musikern, Organisatoren und Sponsoren. In der bisherigen Resonanz der Besucher sah die Organisatorin Hilde von Massow eine Belohnung für die Arbeit von allen Beteiligten. Zusammenfassend sprach sie von einer »hemmungslosen musikalischen Flutwelle« und erläuterte das Ziel des Festivals: »Mit den Höri Musiktagen wird das Chorherrenstift mit neuem Leben gefüllt.« Für die Zukunft wünschte sich von Massow in den ehrwürdigen Gemäuern des Stifts eine Musikakademie mit einem Treffpunkt für die Musikschaffenden aus der ganzen Welt. Die Grüße aus dem Landtag kamen von der Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch. Die Politikerin sprach von »Musik, einer Sprache, die nicht übersetzt werden muss«.

Danach hörten die Besucher »Dämmerungs-Schmetterlinge«, ein neuzeitliches Klangerlebnis vom zeitgenössischen Komponisten Johannes Schöllhorn. Mit fünf Miniaturen erforschte der Komponist die Grenzregionen des Klangs. Dabei bezog er sich auf Elemente der musikalischen Vergangenheit und betrachtete diese aus einem neuen Blickwinkel. Der Festakt endete mit drei Sätzen aus der Sinfonie D-Dur von Juan Crisostomo de Arriaga.

Die Wandelkonzerte »Carte blanche« am darauffolgenden Samstag im Chorherrenstift und im Rathaus waren ein ganzes Gebinde von Konzertjuwelen. Die Solisten und Musiker vom Festivalorchester erarbeiteten in freier Gestaltung an verschiedenen Standorten unterschiedliche Miniaturkonzerte. So hatten die Besucher die Qual der Wahl. Im Konventsaal gab es Mozart und Bach, auf dem Dachboden vom Stammhaus ein Blechbläserquartett und auf der Klosterhoftreppe hörten die Besucher Bachs Konzert für zwei Violinen in D-Moll.

Classic Dances, Variationen von Folkmelodien und das Diventimento in G (J. B. Vanhal) waren in der Dix-Scheune zu hören und in der Dix Garage wurden Werke von J. S. Bach und Jörg Widmann aufgeführt. Im Bürgersaal konzertierten Jesse Xavier Reiss (Violine) und Arnelia Tokaska (Harfe) und ein Ensemble des Orchesters intonierte Maurice Ravel und Claude Debussy.
Die Höri Musiktage endeten am Sonntag mit Matinee-Musik aus der Barockzeit (Stiftskirche) und im Hexenkeller mit Igor Strawinskys »Geschichte vom Soldaten« (1917) und dem Bilderzyklus »Der Krieg« (1923) von Otto Dix. 

Wochenblatt Redakteur @: Dominique Hahn