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Fahnen als Zeichen des Friedens

SPD-Stadtrat Reinhard Rabanser hielt die Rede am diesjährigen Volkstrauertag
SPD-Stadtrat Reinhard Rabanser hielt die Rede am diesjährigen Volkstrauertag am Kriegerdenkmal auf dem Luisenplatz. swb-Bild: gü

48 neue Friedenssymbole zum Volkstrauertag

Radolfzell (gü). Er ist in Radolfzell wie in vielen Städten und Gemeinden in Deutschland eine gute Tradition: der Volkstrauertag. in diesem Jahr allerdings stand die Gedenkfeier am Kriegerdenkmal auf dem Luisenplatz ganz im Zeichen der Friedensfahnen der Radolfzeller Schulen. Der neuen 48 Friedensfahnen wohlgemerkt, denn die ersten Friedenssymbole wurden im Rahmen der Kulturnacht Opfer von mutwilliger Zerstörungslust. Eine rechtsorientierte Gruppierung hatte die Fahnen noch in derselben Nacht gestohlen (das WOCHENBLATT berichtete). Entsprechend drehten sich die Reden an diesem Volkstrauertag um diese verurteilenswerte Tat, wie SPD-Stadtrat Reinhard Rabanser in seiner Rede betonte. Er sei erfreut darüber und auch stolz, dass sich die Stadt, deren Kinder und vor allem die drei jungen Redner aus der vierten Klasse der Liggeringer Grundschule, die sich noch immer sehr bestürzt über die Tat zeigten, von den feigen Dieben der Friedensfahnen nicht haben unterkriegen und einschüchtern lassen. »Stattdessen handeln unsere Kinder erneut und erstellen in Windeseile neue Fahnen. Diese Fahnen sind für mich ein Zeichen dafür, dass der positive Blick in die Zukunft überwiegt - und das macht Hoffnung«, sagte Rabanser. Schließlich könne jeder Mensch - egal, was ihm schmerzliches widerfahren ist - sich dafür entscheiden, den Wunsch nach Frieden weiterhin als höchstes Gut in sich zu tragen und dies auch nach außen hin zu zeigen. Und genau dies haben die Schüler seiner Meinung nach durch das erneute Fertigen der neuen 48 Friedensfahnen getan.

Rabanser hob in seiner Rede aber auch die eigentliche Bedeutung des Volkstrauertages hervor, schließlich dürfe man diese, trotz der jüngsten Ereignisse, nicht vergessen. »Und trotz aller Hoffnung ist auch das Erinnern und das Gedenken an vergangene Gewalt wichtig: Um sich deutlich zu machen, was man durch sie verlieren kann«, so Rabanser. Man trauere am Volkstrauertag nicht nur um die vielen Kriegsgefallenen, sondern auch um jedes einzelne Opfer von Krieg und Gewalt.

Wochenblatt Redakteur @: Matthias Güntert