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FDP sieht ländlichen Raum bei den Covid-19-Impfungen benachteiligt

Impfzentrum
Das Kreisimpfzentrum in der Stadthalle Singen ist nach dem Start nur zu einem Bruchteil ausgelastet. swb-Bild: LRA

Liberale attestieren der Landesregierung "Totalversagen"

Kreis Konstanz. Der Landkreis Konstanz bekommt für sein kommunales Impfzentrum (KIZ) maximal 975 Impfdosen in der Woche. Aktuellere Zahlen gehen von weniger Impfdosen aus. Davon soll nach den Vorstellungen der Landesregierung die Hälfte für die zweite Impfung vorgesehen werden. Außerdem werden die Impfdosen zwischen Pflegeheimen und dem KIZ aufgeteilt. Im allerbesten Fall können im KIZ Singen demnach pro Woche etwa 150 - 180 Menschen geimpft werden, in einem Impfzentrum, das auf 700-800 Impfungen pro Tag ausgelegt ist, kritisiert der Kreisverband der FDP in einer Medienmitteilung.

Während die Zentralen Impfzentren (ZIZ) bereits am 27. Dezember 2020 starten konnten, gehe es in den KIZ später los. Außerdem bekämen die ZIZ mehr Impfstoff. Dazu komme, dass alle KIZ gleich viele Impfdosen bekommen. Landkreise mit einem KIZ und 285000 Einwohnern wie im Kreis Konstanz bekämen also gleich viele Impfdosen wie andere Landkreise mit einem KIZ und deutlich weniger Einwohnern.

„Das ist eine doppelte Ungleichbehandlung des Landreises Konstanz. Es ist erstens eine eklatante Benachteiligung des ländlichen Raums und zweitens eine Benachteiligung zwischen den Landkreisen,“ moniert die FDP. „Diese Ungleichbehandlung des Landkreises Konstanz muss sofort beendet werden,“ fordert Birgit Homburger, FDP-Kreisvorsitzende. Im Übrigen ist eine im besten Fall etwa 20prozentige  Auslastung des KIZ in Singen eine massive Steuerverschwendung. Nicht anders sieht es in den anderen KIZ im Land aus, die Ende der Woche geöffnet haben. „Für dieses Impfmanagement kann man Sozialminister Lucha und der Landesregierung nur Totalversagen attestieren,“ erklärte Birgit Homburger weiter.

Die FDP hatte sich in ihrer digitalen Sitzung intensiv mit der Impfsituation auseinandergesetzt. Man habe großes Verständnis für den Landkreis, der nichts dafür kann, dass insgesamt zu wenige Impfdosen zur Verfügung stehen. Die FDP im Kreis Konstanz erwartet von der Landesregierung aber die sofortige Beseitigung der Benachteiligung des Landkreises Konstanz und die Erhöhung der Impfdosen.

Statt etwa 150 Impfdosen pro Woche brauche man so schnell wie möglich mindestens 150 Impfdosen am Tag. Alles andere sei lächerlich und bedrücke die betroffenen Menschen im Kreis Konstanz, da ihnen derzeit nicht einmal eine Terminperspektive geboten werden kann. "Auf Dauer brauchen wir dann so schnell wie möglich die vorgesehenen 700 – 800 Impfdosen pro Tag im KIZ", so die Kreisvorsitzende Birgit Homburger.

Daher fordert die FDP die Landesregierung auf, es anderen Bundesländern gleichzutun und den Großteil der verfügbaren Impfdosen zu verimpfen und nicht die Hälfte einzulagern, um schneller voranzukommen.  Zumal ja Nachschub komme und Herr Lucha angekündigt habe, dass die Zahl der verfügbaren Impfdosen steigen werde.

Angesichts der Tatsache, dass der Landkreis Konstanz in seiner Ausdehnung von Konstanz bis Tengen und von Hohenfels bis Büsingen viele Seniorinnen und Senioren hat, die gar keine Chance haben, selbständig zum KIZ nach Singen zu kommen, fordert der FDP-Kreisverband von der Landesregierung die Übernahme der Kosten für einen Individualtransport sowie mehr mobile Impfteams für die Impfung von Menschen, die noch zu Hause leben, aber nicht mehr selbständig ins KIZ kommen können. Die FDP-Landtagsfraktion hat den Sozialminister bereits aufgefordert, für die Seniorinnen und Senioren im ländlichen Raum bei Bedarf Mobilitätslösungen zu finanzieren.“

 

 

Wochenblatt @: Oliver Fiedler


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