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Fetzig, modern, stimmgewaltig

Big Band der Bundeswehr
Ein ausverkauftes Konzert, Stargast Susan Albers (im Bild) und erstklassigen Solisten - das alles gab es beim Auftritt der Big Band der Bundeswehr im Milchwerk.swb-Bild: uj

Benefizkonzert mit der Big Band der Bundeswehr im Milchwerk

Radolfzell. Die Bürgerstiftung Radolfzell konnte die Big Band der Bundeswehr zu einem Benefizkonzert gewinnen, die am vergangenen Mittwoch 900 Zuschauer mit einer rund zweistündigen Show begeisterte. Schirmherr und Oberbürgermeister Martin Staab betonte in seinem Grußwort die Bedeutung der Bürgerstiftung, für die das Gemeinwohl im Vordergrund stehe. »Sie hilft Menschen, im Alltag das eine oder andere möglich zu machen«, betonte er und nannte eine lange Liste an Beispielen wie die Ausgabe von Essens- oder Kleidergutscheinen, mit der sich die Bürgerstiftung engagiere. Die Big Band der Bundeswehr spielte an diesem Abend unentgeltlich, so dass die Einnahmen vollständig für soziale Zwecke zur Verfügung stehen würden, wie Oliver Preiser als Vorstandsmitglied der Stiftung erläuterte.
Das Showorchester unter der Leitung von Timor Chadik startete eindrucksvoll mit einem für eine Big Band prädestinierten Medley von Bert Kaempfert, gespickt mit Welthits wie »Spanish Eyes« oder »Strangers in the Night«, unterstützt von einer brillanten aufwändigen Lightshow und einer großen LED-Leinwand im Hintergrund der Bühne. Wahrlich meisterhaft waren die Songs durch die Profi-Tontechniker am Mischpult ausgesteuert, so dass neben einem visuellen Bühnenspektakel ein perfekter Hörgenuss entstand.
Für die erste große Überraschung sorgte Sänger Marco Paulo Matias, der vier Lieder des 2016 viel zu früh verstorbenen Roger Cicero sang. Unvergessen sind Songs wie »So geil Berlin« oder »Zieh die Schuhe aus«, gesungen im Duett mit Susan Albers. Die Sängerin begeisterte anschließend mit dem Song »Let it go« aus dem Film »Frozen« und ließ an dieser Stelle bereits erahnen, welch stimmgewaltigen Talente in ihr schlummern. Auch die Solisten der 19-köpfigen Band fesselten das Publikum, beginnend mit einer gefühlvollen Eigenkomposition von Posaunist Adi Becker, die er seinem Sohn gewidmet hatte. Den Song »He Ain’t Heavy, He’s My Brother«, arrangierte die BigBand so, dass zwei Solotrompeten diese unvergessene Melodie der Gruppe »Hollies« spielen konnten. »Hello Dolly« und »Wonderful World« zur Erinnerung an Louis Armstrong durften ebenfalls nicht fehlen, bei dem Frédéric Martin an der Bassposaune für die einfühlsame Stimmung sorgte. Die Big Band zeigte sich an dem Abend durchweg modern und fetzig. Von der Gruppe »Tokio Hotel« spielten sie in einem schnell gespielten Arrangement den Song »Durch den Monsum«. Durchaus als weiteren Höhepunkt der Show dürften wohl die vier vorweihnachtlichen Songs gegolten haben. Ob »It’s The Most Wonderful Time Of The Year«, »The Christmas Song«, »All I Want For Christmas Is You« oder eine flotte Funky-Variante des Klassikers »Let It Snow«, hier begeisterte das stimmgewaltige Sängerduo von Marco Matias und Susan Albers. Dieser Ohrenschmaus wurde von Susan Albers noch getoppt, als sie schließlich Whitney Houstons »One Moment In Time« regelrecht zelebrierte, der voluminös markanten Stimme des Originals in nichts nachstehend.
Die Zuschauer tobten, applaudierten langanhaltend lautstark, schließlich belohnten sie die Band mit standing ovations, die sich mit dem ausdrucksstarken Lied »Purple Rain« von Prince als Zugabe bedankte und schließlich das Publikum mit heißen Sambarhythmen in die Advents- und Vorweihnachtszeit entließ.

Weitere Bilder gibt es in der Galerie.

Wochenblatt Redakteur @: Matthias Güntert