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Fondium am Standort Singen ist vorerst gerettet

Fondium Singen
In harten Verhandlungen, an denen neben der aktuellen Fondium-Geschäftsführung die IG Metall und die ehemaligen Eigentümer von Georg Fischer beteiligt waren, wurde ein mittelfristige Zukunftsperspektive für den Standort entwickelt. swb-Bild: of

Einigung zwischen Geschäftsführung, IG Metall, Georg Fischer und der Belegschaft mit Perspektive 2025

Singen.  Die Geschäftsführung von FONDIUM, Betriebsräte und IG Metall Singen haben sich am Dienstagabend auf einen tragfähigen Sanierungsplan zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit verständigt, die am Mittwoch bekannt gegeben werden konnte.

Auf der Grundlage eines von der Geschäftsführung entwickelten tragfähigen Zukunftskonzepts für FONDIUM sollen nun zahlreiche strategische und organisatorische Maßnahmen umgesetzt. Um die Wettbewerbsfähigkeit weiter zu verbessern, wird in der Unternehmensgruppe ein noch konsequenteres und noch strikteres Kosten-Management etabliert, informierte  Fondium Geschäftsführer Achim Schneider.  Zudem würden weitere Restrukturierungs-Maßnahmen erarbeitet, damit sich FONDIUM noch besser im hart umkämpften Markt behaupten kann. Das bedeutet laut Achim Schneider, dass man mit rund 750 Mitarbeitenden am Standort weiter machen wolle. Derzeit sind in Singen rund 900 Mitarbeitende tätig, das Werk ist nach derzeitiger Auftragslage vermutlich noch den ganzen Mai durch Kurzarbeit angesichts der Lock Downs in der Automobilindustrie stillgelegt.

.„Wir freuen uns sehr, dass sich wesentliche Beteiligte zu erheblichen Sanierungsbeiträgen bereit erklärt haben. Besonders hervorheben möchten wir hier die Beschäftigten unseres Standorts Singen, die IG Metall Singen sowie die Georg Fischer AG“, so Achim Schneider in der Medienmitteilung. Auch Enzo Saravino von der IG Metall in Singen machte deutlich, dass die Gewerkschaft, der Betriebsrat wie die Belegschaft hinter der Einigung stünden, die allerdings wegen der aktuellen Corona-Verordnungen nicht über eine Betriebsversammlung vermittelt werden konnte, sondern über Umfragen erreicht worden sei. Für ihn stehe im Vordergrund, dass damit der Standort und die Arbeitsplätze vor einem drohenden Aus gerettet worden seien. Für das zweite Fondium-Werk in Mettmann laufen die Verhandlungen derzeit noch.

Als »grüne Gießerei« produziert FONDIUM gewichtsoptimierte Bauteile. Um dabei gleichzeitig die CO2-Emissionen zu minimieren, werden bei der Herstellung nahezu 100 Prozent Recycling-Materialien eingesetzt. „Damit leistet FONDIUM einen wesentlichen Beitrag zu einer nachhaltigen Produktionsstruktur in Deutschland und Europa. FONDIUM ist gut positioniert nach der Corona-Krise eine führende Rolle in den regionalisierten Lieferketten unserer Kunden darzustellen. “, erklärte Schneider am Mittwoch. FONDIUM wolle seine führende Stellung bei Innovationen weiter ausbauen und neue Marktsegmente entwickeln. Zukünftige Investitions-Schwerpunkte werden daher Digitalisierung und Automatisierung sein.„Wir freuen uns darüber, dass nicht nur mit vereinten Kräften eine tragfähige Lösung gefunden wurde, sondern dass das Unternehmen und seine Arbeitsplätze gleichzeitig wieder eine gute Perspektive haben. Wir sind davon überzeugt, dass FONDIUM mit dem eingeschlagenen Kurs gut aufgestellt ist und damit wieder einer erfolgreichen Zukunft entgegensieht“, ergänzte Schneider.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler