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Fünf Fragen an Ann Veruschka Jurisch (FDP)

Ann Veruschka Jurisch
Die FDP-Bundestagskandatin im Wahlkreis Konstanz, Ann Veruschka Jurisch. swb-Bild: Ulrike Sommer

Positionen vor der Bundestagswahl am 26. September

Kreis Konstanz. Das Wochenblatt stellt die Kandidaten aus dem Wahlkreis aus den Parteien in den Wochen vor der Bundestagswahl vor. Mit Fragen aus der Redaktion. Dies Woche ist Ann Veruschka Jurisch (FDP) an der Reihe.

 Frage1: Warum sind sie in die Politik eingestiegen und gerade in ihre Partei?

Ann Veruschka Jurisch: Ich habe mich schon als Schülerin gerne für ein besseres Miteinander eingesetzt. Nach der verlorenen Wahl 2013 bin ich in die FDP eingetreten. Ich wollte mich dafür einsetzen, dass die FDP als liberales Korrektiv wieder im Bundestag vertreten sein wird. Meine Jahre des Lebens und Arbeitens in der Schweiz haben mich politisch stark geprägt. Ich habe in der Schweiz die liberale Auffassung vom Staat und das Grundprinzip von Freiheit und Verantwortung kennen- und schätzen gelernt: Der Staat als Dienstleister, der mit unseren Steuermitteln finanziert wird. Höchste Priorität der Bildung geben – als Zukunft des Landes und jedes Einzelnen.

Frage 2: Was wollen sie zu Klimaschutz und sozialer Gerechtigkeit umsetzen – und wo sehen sie für sich persönlich Defizite bei sich?

Ann Veruschka Jurisch: Ich bekenne mich zum 1,5-Grad-Ziel. Um dieses Klimaziel zu erreichen, muss der EU-Emissionshandel auf alle Verursacher von Treibhausgasen ausgeweitet werden. Die maximal zulässige Menge an Treibhausgasemissionen muss dabei strikt begrenzt und jedes Jahr gleichmäßig um einen festgelegten Faktor reduziert werden. Der CO2-Preis, der durch den Handel mit den begrenzten Emissionsberechtigungen entsteht, sorgt dafür, dass Treibhausgase immer zuerst dort eingespart werden, wo dies zu den geringsten Kosten möglich ist.Den Schlüssel für gesellschaftlichen Wohlstand und individuelle wirtschaftliche Sicherheit liegt im Bildungssystem und in einem gesunden Wirtschaftsstandort Deutschland. Ich weiß nicht, ob das ein Defizit ist, aber ich glaube an das Gute im Menschen und an seine Innovationskraft.

Frage 3: Konkret: was sollte sich bis in zehn Jahren – auch für unsere Region – durch die Politik verändert haben?

Ann Veruschka Jurisch: Verkehr: Als sinnvollen Beitrag zu mehr Klimaschutz müssen wir die Bahnverbindungen vor allem auch im Fernverkehr attraktiver machen. Die Entwicklungen gehen einfach zu langsam. 

Digital: Unsere digitale Infrastruktur muss endlich auf dem Top-Niveau der Welt ankommen. Gerade in unserem ländlich geprägten Landkreis sind wir stark betroffen und haben immer noch Orte ohne Internetleitung!

Bauen: Zu wenig und zu teurer Wohnraum ist ein großes Problem in unserer Region. Das bekommen wir nur in den Griff, indem Bauen einfacher wird und beispielsweise durch Aufstockungen und Wohnen in Mischgebieten deutlich mehr Angebot entsteht. 

Wirtschaft: Der bürokratische Aufwand für Betriebe muss sich deutlich verringern.

Frage 4. Was wäre ihr persönlicher Beitrag gegen die zunehmende Tendenz zur Spaltung unserer Gesellschaft?

Ann Veruschka Jurisch: Das Wichtigste für einen grundlegenden gesellschaftlichen Zusammenhalt ist Vertrauen. Ich möchte durch mein persönliches Verhalten als Politikerin und Mitmensch dazu beitragen, dass dieses mir teilweise gestört erscheinende Grundvertrauen wieder besser wird. Mein persönlicher Beitrag ist, Menschen zuzuhören und ihre Anliegen ernst zu nehmen – auch wenn ihre Ansichten vielleicht nicht meinen persönlichen Auffassungen entsprechen 

Frage 5: Wer sollte sie besser nicht wählen?

Ann Veruschka Jurisch: Für mich gibt es einige Themen, die nicht zu diskutieren sind und das ist unter anderem: unsere grundgesetzlichen Werte, unsere freiheitlich demokratische Ordnung, die Chance auf sozialen Aufstieg für jeden Menschen, ein modernes funktionierendes Bildungssystem, die Bürgerrechte in diesem Land, unsere soziale Marktwirtschaft und die individuelle Freiheit und Gleichberechtigung von jedem Einzelnen – und Weltoffenheit.

Zur Person:

Ann Veruschka Jurisch hat an der Universität Konstanz Rechtswissenschaft studiert und in dem Fach promoviert. Das Leitmotiv ihrer beruflichen Laufbahn ist das Analysieren und Lösen gesellschaftlicher Fragestellungen – zuerst im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, dann in gemeinnützigen Stiftungen. Inhaltliche Schwerpunkte waren und sind die Themen Bildung, Förderung von Unternehmertum und von wirtschaftlichen Kompetenzen. Seit 2013 engagiert sie sich ehrenamtlich in der FDP. Seit 2016 ist sie FDP-Ortsvorsitzende in Konstanz und hat sich bereits in zahlreichen Wahlkämpfen engagiert. Sie ist bin verheiratet und hat drei Söhne im Alter von sieben, 13 und 17 Jahren.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler


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