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Fünf Fragen an Dr. Lina Seitzl (SPD)

Lina Seitzl
Dr. Lina Seitzl will für die SPD im Kreis Konstanz in den Bundestag einziehen. swb-Bild: Christian Baranowski

Positionen vor der Bundestagswahl am 26. September

Singen. Das Wochenblatt stellt die Kandidaten aus dem Wahlkreis aus den Parteien in den Wochen vor der Bundestagswahl vor. Mit Fragen aus der Redaktion. Diese Woche ist Dr. Lina Seitzl (SPD) an der Reihe.

Frage 1: Warum sind Sie in die Politik eingestiegen und gerade in Ihre Partei?

Lina Seitzl: »Ich bin Sozialdemokratin, weil die SPD wie keine andere Partei für gleiche Chancen und Teilhabemöglichkeiten für alle Menschen in Schule, Hochschule und Arbeitswelt steht. Was die SPD auszeichnet: Sie will gestalten und verändern, selbst wenn es schwerfällt. Wir ergötzen uns nicht an unerfüllbaren Maximalforderungen, sondern arbeiten beharrlich an konkreten Verbesserungen für die Menschen, selbst wenn dies durch Koalitionspartner erschwert wird.«

Frage 2: Was wollen sie zu Klimaschutz und sozialer Gerechtigkeit umsetzen – und wo sehen Sie für sich persönlich Defizite bei sich?

Lina Seitzl: »Unsere Wirtschaft beutet Mensch und Natur aus. Durch viele Entscheidungen, zum Beispiel beim täglichen Einkauf, sind wir alle daran beteiligt. Für wirksamen Klimaschutz reicht es nicht aus, einfach Energiepreise zu erhöhen, im Gegenteil. Unsere Industrie lässt sich nur gemeinsam mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern wandeln. Umweltfreundliche Mobilität gibt es nur mit attraktiven Alternativen. So gestalteter Klimaschutz ist sozial ausgewogen und wird wirtschaftlichen Erfolg haben. Nur dann gehen auch andere Länder unseren Weg mit. Das ist aber wichtig, denn allein rettet Deutschland das Klima nicht.«

Frage 3: Konkret: was sollte sich bis in zehn Jahren – auch für unsere Region – durch die Politik verändert haben?

Lina Seitzl: »Das Leben ist bei uns teurer als anderswo. Deswegen möchte ich als Bundestagsabgeordnete mithelfen, dass Arbeit gut bezahlt wird und dass die Menschen im Kreis ihre Miete bezahlen oder ihren Traum vom Wohneigentum verwirklichen können. Unsere Betriebe in Industrie und Handwerk stehen vor erheblichen Veränderungen. Ich will dazu beitragen, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer diesen Wandel aktiv mitgestalten und so ihre Arbeitsplätze dauerhaft sichern können.«

Frage 4: Was wäre Ihr persönlicher Beitrag gegen die zunehmende Tendenz zur Spaltung unserer Gesellschaft?

Lina Seitzl: »Die Risse in unserer Gesellschaft nehmen spürbar zu. Neben dem klassischen Konflikt zwischen Kapital und Arbeit drohen sich Gegensätze zwischen Stadt und Land, Gewinnern und Verlierern der Digitalisierung oder kulturelle Konflikte zu verschärfen. Gegen diese Spaltungen hilft unsere Vision einer solidarischen Gesellschaft. Die SPD belehrt die Menschen nicht, wie sie leben sollen, sondern eröffnet allen Menschen Chancen.«

Frage 5: Wer sollte Sie besser nicht wählen?

Lina Seitzl: »Wahlen sind geheim. Niemand weiß also, ob die ›Falschen‹ wählen. Deswegen mache ich lieber ein Angebot: Ich persönlich stehe für eine Politik, die allen Bürgerinnen und Bürgern mit Respekt begegnet. Was heißt das? Gute Arbeit verdient anständige Bezahlung durch mehr Tarifverträge und einen höheren Mindestlohn. Wir gestalten den technischen Wandel so, dass er möglichst allen Menschen neue Chancen bietet. Wir gewährleisten soziale Sicherheit. Alle, denen das wichtig ist, liegen bei der SPD richtig.«

Zur Person:

Lina Seitzl ist 32 Jahre alt, verheiratet und lebt seit 2009 am Bodensee. Aufgewachsen ist sie in der Ortenau, ihre Eltern sind Gärtner. An der Universität Konstanz studierte sie Politik- und Verwaltungswissenschaft. »Als erste aus meiner Familie habe ich Abitur gemacht und eine Hochschule besucht. Als Kind von Nicht-Akademikern war ich dort eine Ausnahme«, so die Kandidatin über sich. Ein Auslandsstudium in Paris, das ihr ein Stipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung möglich gemacht hat, und anschließende weitere Arbeitsaufenthalte im Ausland brachten ihr vielfältige Eindrücke und Erfahrungen. Seit 2015 arbeitet sie an der Universität St. Gallen und habt im Rahmen eines Projekts zur beruflichen Ausbildung promoviert. 2019 wurde sie in den Kreistag gewählt und ist dort Sprecherin der SPD für Schule und Kultur.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler


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