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Gäubahn: "Müssen eine Unterbrechung wenn möglich verhindern"

Gäubahn
Mit zwei Varianten zum Anschluss der Gäubahn an nach Stuttgart wird gegenwärtig gespielt. swb-Bild: Projekt Stuttgart-Ulm

Städte entlang der Stecke schließen sich der Erklärung des VCD und von Pro Bahn an

Tuttlingen/ Singen. Auch der OB Michael Beck begrüßt den neuen Vorschlag von Verkehrsclub Deutschland (VCD) und Fahrgastverband „Pro Bahn“ zu einer künftigen Anbindung der Gäubahn an den neuen Stuttgarter Tiefbahnhof, die sogenannte „P-Option mit Umkehrtunnel“: Über den Nord-Zulauf bindet ein neues kurzes Tunnelstück die Gäubahn in den künftig aus Bad Cannstatt kommenden S21-Tunnel ein und stellt die Zufahrt zum Tiefbahnhof von Norden her sicher. Mitgetragen wird der Vorschlag von zahlreichen Oberbürgermeister und Bürgermeister entlang der Gäubahn-Trasse. Die Erklärung des Tuttlinger OB haben 11 Bürgermeister und OB entlang der Strece mit unterzeichnet, auch der Singener OB Bernd Häusler.

Die heutige oberirdische Anbindung der Gäubahn an den Stuttgarter Hauptbahnhof soll 2025 gekappt werden, weil das Gleisvorfeld abgeräumt werden muss, auf dem ein neues Stadtquartier entstehen soll.

Wegen der nicht absehbaren Fertigstellung der neuen Streckenführung über den Flughafenbahnhof auf den Fildern droht ab 2025 eine mehrjährige Kappung. Betroffen wären täglich tausende Pendlerinnen und Pendler sowie Fernreisende, die künftig zusätzliche Umstiege in Stuttgart in Kauf nehmen müssten. Aktuell sind Halte in Vaihingen und Stuttgart-Nord vorgesehen, bis die Gäubahn auf der neuen Streckenführung fahren kann.

Böblingens Oberbürgermeister Dr. Stefan Belz: „Die Kappung bedeutet mehr Umstiege und längere Reisezeiten für die Fahrgäste und geht zu Lasten eines attraktiven Bahnverkehrs. Der Kappungszeitraum muss daher so kurz wie möglich gehalten werden. Der neue Vorschlag muss untersucht werden, weil damit eine vergleichsweise schnell umsetzbare und wirtschaftliche Lösung auf dem Tisch liegt. Gerade darauf kommt es jetzt an. Außerdem schafft der Umkehrtunnel für den S21-Regelbetrieb zusätzliche Ausweich-Möglichkeiten bei Störfällen.“

Oberbürgermeister Michael Beck aus Tuttlingen: „Unsere Region ist auf eine leistungsfähige Gäubahn angewiesen. Bei einer langen Unterbrechung laufen wir Gefahr, dass große Teile des Regional- und auch des Fernverkehrs dauerhaft von der Bahn wieder auf die Straße verlagert werden. Ich bin daher froh für jeden Vorschlag, wie wir eine Kappung über mehrere Jahre verhindern können. Die neuen Konzepte müssen daher auf jeden Fall gründlich geprüft werden.“

In die gleiche Richtung argumentiert der Rottweiler Oberbürgermeister Ralf Broß: „Es braucht jetzt Klarheit über mögliche Planvarianten, die die befürchtete Interimszeit minimieren. Wir müssen in der Sache einen Schritt vorankommen, damit die verbleibende Zeit bis zur Interimsphase nicht ergebnislos verstreicht. Zur Klarheit gehört allerdings nicht nur die technische Möglichkeit, sondern auch die betriebswirtschaftliche Belastbarkeit. Eine Lösung, die nur auf dem Papier steht und an den Anforderungen einer Wirtschaftlichkeit scheitert, hilft niemandem.“

Oberbürgermeister Jürgen Roth aus Villingen-Schwenningen: „Die Gäubahn ist für Pendler, Fernreisende und Gäste aus dem Oberzentrum eine essenzielle und verkehrsgünstige Verbindung in unsere Landeshauptstadt. Eine mehrjährige Unterbrechung ist daher ein gravierender Einschnitt in das Angebot öffentlicher Verkehrsmittel. Ich fordere daher, alle Varianten einer fundierten Prüfung zu unterziehen und bei der Auswahl der Kriterien die Bedarfe des Bürgers in den Vordergrund zu stellen.“

Wochenblatt @: Oliver Fiedler


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