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Gegen internationale Teams daheim vor der Videokamera

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RMSV virtuell
Carina Pauckstadt, Alina Bötzer, Franziska Bötzer und Sabrina Bürßner vor der Videikoamera in der eigenen Halle im Internationalen Wettkampf. swb-Bild: ws

Wenn auch ohne Publikum - wenigstens ein Wettkampf vor dem erneuten Lockdown

Aach (ws).  So einen Kunstrad-Wettkampf hatten die Aacher Kunstradsportler noch nie erlebt. Normalerweise fahren diese zu einem größeren Wettkampf einige hundert Kilometer mit dem RMSV-Vereins-Bully. Am letzten Sonntag war die Aacher Schul-Sporthalle ihre Wettkampfstätte. Das Kampfgericht war nicht zu sehen und es gab auch keine Zuschauer, die applaudierten. All dies war Corona geschuldet.

Zum 3. Mal veranstaltete der Hallenradsport-Förderverein Indoor Cycling Worldwide (Kurz IWCC) einen internationalen Video-Wettkampf. 61 Starter aus 5 Nationen waren gemeldet. 6 Starter mussten Krankheitsbedingt kurzfristig ihren Start absagen.

„Vor allem Belgien war aufgrund der Corona-Pandemie davon betroffen,“ erklärte der Sprecher Stefan Born (Worms) während der Live-Übertragung, bei der auch Zuschauer in Ruanda/Afrika und Peru zu verzeichnen waren.

Die insgesamt 15 Austragungsstätten wurden jeweils nach einem festgelegten Zeitplan „Live“ zugeschalten. Die Kampfrichter saßen zu Hause in Dogern, Ludwigsburg, Darmstadt, Rödersheim, Basel/Schweiz und Prag/Tschechien und bewerten die Vorführungen in Echtzeit an ihrem PC.

Ihre Online-Premiere erlebten zwei Mannschaften des RMSV Aach. Der 6er Kunstrad Elite (Sabrina Bürßner, Alina Bötzer, Franziska Bötzer, Carina Pauckstadt, Sarah Bötzer, Magdalena Jurisch) belegte in der Gesamtwertung hinter dem 4-fachen Weltmeister Lukas Kohl (Kirchehrenbach) den 2. Platz, während der 4er Kunstrad Frauen (S. Bürßner, A. Bötzer, F. Bötzer, C. Pauckstadt) mit Platz 7 ebenfalls in den Top-Ten landete.

Im Gegensatz zu den sonstigen Meisterschaften, fährt beim ICWW-Online-Cup jeder gegen jeden. 17 Vereine aus Belgien, Österreich, Schweiz, Deutschland und Peru nahmen daran teil. „Es ist schon etwas komisch“, so Carina Pauckstadt kurz vor dem Start des Aacher 6er. „Es fehlt die Wettkampfatmosphäre. “Und nervös, aufgeregt und angespannt sind wir trotzdem gewesen,“, so Franziska Bötzer, „so wie bei einem echten Wettkampf, nur dass die Stimmung und der Applaus fehlt“

 „In 5 Minuten geht´s los,“ so Cheftrainerin Katja Gaißer die gerade den Anruf von Mike Lauterbach aus Klein-Winternheim erhielt. „Nochmals konzentrieren und auf das Kommando hören, wenn auf dem Bildschirm Grün erscheint.“ Grün am Bildschirm bedeutet, das Kampfgericht ist bereit und es kann los gehen. Die ersten beiden Übungen passten, doch bei der Acht im Steiger Rückwärts hatte eine Fahrerin Probleme und musste vom Rad. Die Punkte purzelten auf der Anzeige in der Live-Schaltung. Die Sechs fingen sich jedoch gleich wieder und absolvierten den Rest ohne weitere Absteiger, nur die letzte Übung kam aufgrund Zeitüberschreitung nicht mehr in die Wertung. Der Applaus durch das anwesende Trainerteam war nicht so lautstark wie bei  einer vollbesetzten Halle. Moderator Stefan Born analysierte gleich im Anschluss „Live“ die Kür. Sie deckte ich auch mit der anschließenden Manöverkritik von Gaißer. 161,79 Punkte, mit dem Multiplikator 189,29 Punkte und damit die Führung in der Gesamtwertung.

Und wie hatte es sich für die Sportlerinnen angefühlt. „Es war kein richtiges Wettkampfgefühl, hat sich aber auch nicht wie ein Training angefühlt“, so Sarah Bötzer. „Der Wettkampf findet schon den ganzen Tag statt, trotzdem fühlt man sich wie zu Hause und man bekommt wenig mit.“ Inzwischen erfolgte die Schaltung in die Halle nach Denkendorf.

Nach einer kurzen Pause für die Kampfrichter erfolgte erneut die Schaltung nach Aach. Der 4er Kunstrad stand auf dem Programm. Ohne Absteiger aber etwas unruhig war der Vortrag und die Drehungen waren nicht immer perfekt, was auch der Moderator erwähnte. 179,96 das Ergebnis, 163,76 mit Multiplikator. „Wenn man bedenkt, dass zwei Sportlerinnen aufgrund Corona-Quarantäne zwei Wochen nicht trainieren durften und die Vorbereitung damit nicht so verlaufen ist wie geplant,“ so Sabrina Bürßner, „können wir mit der Leistung in beiden Disziplinen zufrieden sein“.

Drei weitere Schaltungen nach Steinhöring, Ludwigshafen-Friesenheim und Kirchehrenbach sollten noch folgen, bis das Endergebnis feststand. „Das Konzept des Online-Wettkampf ist soweit okay“, so Alina Bötzer. „Für kleinere Wettkämpfe bzw. Pokale ist dies sicherlich eine Möglichkeit für die Zukunft, aber nicht für Qualifikationswettbewerbe zur DM bzw. WM oder gar für Deutsche Meisterschaften.“ „Aber immer noch besser als gar keine Wettkämpfe“, ergänzt Magdalena Jurisch.

Der Aacher 6er schaffte Platz 2, während der 4er Platz 7 belegte. „Die Übertragungsqualität war doch schon sehr unterschiedlich“, so das Fazit von Katja Gaißer. „Eine Vergleichbarkeit vor allem bei den Mannschaften würde mir als Kampfrichter sehr schwerfallen. Eine objektive Wertung ist aus meiner Sicht sehr schwierig, aber die Kampfrichter haben sich mit den vorhandenen Möglichkeiten arrangiert und es gut gemacht.“ Und jetzt ist leider erst mal wieder Trainingspause angesagt - als Corona-Zwangswinterpause.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler

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