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Gemeinde mit Wert auf Bürgerbeteiligung

Interview Florian Zindeler
Florian Zindeler, Bürgermeister von Hohenfels, setzt auf Bürgerbeteiligung in seiner Gemeinde. swb-Bild: ml

Sommerinterview mit Florian Zindeler, Bürgermeister von Hohenfels

Hohenfels. Das WOCHENBLATT hat Bürgermeister Florian Zindeler zu den aktuellen Anliegen, die sowohl ihn als auch die Bürger seiner Gemeinde bewegen, befragt.

WOCHENBLATT: Der Kiesabbau bei Hohenfels kann als Reizthema bezeichnet werden. Wie stehen die Bürger hierzu?

Florian Zindeler: Der Kiesabbau bzw. das beim Regionalverband verortete Raumordnungsverfahren, beinhaltet zwei relevante Flächen. Die Heide bleibt Sicherungsgebiet, beim Vogelsang, soll der Status vom Sicherungsgebiet auf Abbaugebiet geändert werden. Der Umstand weckt Bedenken.

WOCHENBLATT: Wie fand hier Bürgerbeteiligung statt?

Florian Zindeler: Wir haben nach dem Artikel zur öffentlichen Gemeinderatssitzung eine Informationsveranstaltung abgehalten, die von 150 bis 200 Personen besucht wurde. Einige Bürger brachten Ängste vor, wie das Entstehen von Rissen an Gebäuden, Wertverluste, den Eingriff in die Natur. Eine Bürgerinitiative wurde gegründet und sehr viele Einwendungen beim Regionalverband vorgebracht. Das hat dazu geführt, dass der erste Entwurf nochmals überarbeitet wird und ein neues Beteiligungsverfahren folgt.

WOCHENBLATT: Wie ist der Stand bei der Korbinian-Brodman-Grundschule?

Florian Zindeler: Wir haben gerade rund 75 Schüler in der Betreuung, die dort auch mit Mittagessen versorgt werden. Selbst bei Zuzug von neuen Gemeindemitgliedern könnten wir dies in der Einrichtung noch sehr gut verkraften.

WOCHENBLATT: An der Schule gibt es ein Digitalisierungs- oder Medienprojekt?

Florian Zindeler: Die Schule hat ein für Hohenfels passendes Medien-Bildungskonzept aufgestellt, das in Kooperation mit dem Kreismedienzentrum erarbeitet wurde. Der Gemeinderat hat beschlossen, dass das Konzept sorgsam Medienkompetenzen fördern soll. Primär geht es um den Einsatz von Beamern im Unterricht und Tablets für die Schüler.

WOCHENBLATT: Wie steht der Kindergarten Liggersdorf da?

Florian Zindeler: Wir haben aktuell fünf Gruppen, darunter zwei Krippengruppen und zwei Gruppen mit verlängerten Öffnungszeiten. Es gibt Plätze für 90 Kinder. Wir bewegen uns in Richtung Obergrenze, wobei der Krippenbereich stärkeren Schwankungen unterliegt. Wir müssen uns sicher irgendwann mit einem Anbau oder Neubau für eine neue Gruppe beschäftigen – akut ist jedoch nichts in Planung.

WOCHENBLATT: Wie positioniert sich Hohenfels beim Thema Breitband?

Florian Zindeler: Wir sind ganz vorne dabei, denn der gesamte Ortsteil Deutwang, sowie große Teile von Liggersdorf und Mindersdorf wurden mit der sogenannten FTTB-Infrastruktur versorgt und der Glasfaserkabeleinzug läuft derzeit. Wir wollen in den nächsten drei bis vier Jahren – einige Objekte im Außenbereich ausgenommen – zu 95 bis 100 Prozent erschließen, was die Leerrohre bis an die Grundstücke angeht.

WOCHENBLATT: Wie wirkt sich das auf den Haushalt aus?

Florian Zindeler: Das ist ein ordentliches Pfund für eine kleine Gemeinde. Wir tun dies zur infrastrukturellen Vorsorge, um uns zukunftsfähig aufzustellen. Beim Gesamt-Glasfaserprojekt liegen die Kosten derzeit in einem Bereich zwischen vier und viereinhalb Millionen Euro.

WOCHENBLATT: Wie lassen sich in der Gemeinde noch Flächen für Gewerbe und Bauplätze finden?

Florian Zindeler: Den Bebauungsplan »Röschberg III« haben wir beschlossen, aber noch ohne Erschließungsplanung. Für die Wohnentwicklung in allen Ortsteilen, muss der neue Gemeinderat zu potenziellem Flächenerwerb und Priorisierungen in Klausur gehen. Bei der gewerblichen Entwicklung im Interkommunalen Gewerbegebiet »Egelsee« sind wir mit einer Fläche von 3,4 Hektar ebenfalls mit dem Bebauungsplan fertig. Die Erschließungsplanung wird demnächst beauftragt.

Wochenblatt Redakteur @: Marius Lechler