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Geräuschlose Getränkelieferung

Elektro-LKW
Betriebsleiter Andreas Krehl am steuer des neuen, vollelektrischen Liefer-LKW der Firma Getränke Kountz. swb-Bild: dh

Erster Elektro-LKW bei der Firma Kountz im Einsatz

Radolfzell. Völlig lautlos setzt er sich in Bewegung, der neue LKW der Firma Kountz Getränke in Radolfzell. Unter den staunenden Blicken der Mitarbeiter dreht Betriebsleiter Andreas Krehl einige Runden über das Firmengelände. Das einzige was von dem Lastwagen dabei zu hören ist ist das Abrollgeräusch der Reifen. Das Fahrzeug ist nämlich zu einhundert Prozent elektrisch angetrieben. »Damit ist die Firma Kountz der erste Getränkehändler in Baden-Württemberg, der einen rein elektrischen LKW in Betrieb genommen hat«, Erklärt Wilhelm Kemmnitz, der technische Betriebsleiter der Firma Orten Fahrzeugbau. Das Unternehmen aus dem rheinland-pfälzischen Wittlich hat den LKW umgerüstet, denn von der Stange zu kaufen gibt es solche Fahrzeuge derzeit noch nicht. Dafür sei der Markt einfach noch zu klein, so Kemmnitz.

Ursprünglich war das neue Lieferfahrzeug der Firma Kountz ein MAN TGL. Ein Siebeneinhalbtonner, der im Jahr 2016 das MAN-Werk mit einem Dieselmotor verlassen hat. Bei der Firma Orten wurde die gesamte Verbrennertechnik ausgebaut und durch Batterien und einen Elektromotor ersetzt. Das zusätzliche Gewicht der Batterien wird durch einen besonders leichten Aufbau, der speziell für den Getränketransport ausgelegt ist, ausgeglichen. Somit ist die Nutzlast in etwa gleich, wie bei einem vergleichbaren Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. »Rund 200 Getränkekisten können wir mit dem neuen LKW transportieren«, erklärt Andreas Krehl.

Mit 90 Kilowatt Leistung sind auch die für LKW zulässigen 80 km/h Höchstgeschwindigkeit kein Problem.
Eine Akkuladung reicht dabei problemlos für eine Strecke von 100 Kilometern. »Das reicht zwar nicht für unser ganzes Liefergebiet, aber zumindest das Kerngebiet können wir damit abdecken«, so Krehl. Durch den Umbau in Handarbeit ist das Fahrzeug rund dreimal so teuer wie ein vergleichbares Serienfahrzeug mit Dieselmotor. Die Entscheidung, trotzdem das Experiment mit der Elektromobilität zu wagen sei in erster Linie der Umwelt zu liebe gefallen, so Krehl. »Die Firma Kountz ist mit dem Fahrzeug aber natürlich auch vor potentiellen Fahrverboten für Dieselfahrzeuge gefeit, falls diese hier in der Bodenseeregion in Zukunft kommen«, fügt Wilhelm Kemmnitz hinzu.

Ein weiterer positiver Nebeneffekt sei, dass man Kunden absolut Geräuschlos beliefern könne. Gerade bei der Mettnaukur oder Hotelbetrieben sei das gern gesehen, erklärt Andreas Krehl. »Natürlich hoffen wir mit diesem Schritt auch positive Impulse an Kunden und Geschäftspartner zu geben«, betont Versandleiter Magnus Haverkamp. In den nächsten Wochen wird sich nun zeigen, wie sich das Fahrzeug im Alltagsbetrieb bewährt.

Wochenblatt Redakteur @: Dominique Hahn