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Goldene Aacher Radakrobaten

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RMSV Aach, Kunstrad
Alle Aacher Sportlerinnen und Sportler des Jahres 2019 mit Cheftrainerin Katja Gaißer (ganz rechts) jubeln über die Auszeichnung. swb-Bild: Wilfried Schwarz

RMSV „Edelweiß“ 1899 Aach e.V. ist zum 21. Mal der erfolgreichste Hallenradsportverein Deutschlands

Frankfurt/Aach. Normalerweise ist der Jahreswechsel prädestiniert, um ein Fazit über das ablaufende (Sport)Jahr zu ziehen. Doch das Fazit beim Bund Deutscher Radfahrer (BDR) für die Auswertung des Gold-Pokalsiegers 2019 im Hallenradsport (Kunstrad, Einrad und Radball) lies auf sich warten. „Mit 161 Punkten ist dies nach 2017 und 2018 erneut der RMSV Aach“, so BDR-Kunstrad-Koordinator Kurt-Jürgen Daum (Dudenhofen). „Die Aacher haben 44 Punkte mehr auf dem Konto, als der Zweite RSV Steinhöring mit 117 Punkten. Dahinter folgt auf Platz 3 der SKV Mörfelden mit 90 Punkten.“ Damit sind die Kunst- und Einradsportler des RMSV „Edelweiß“ 1899 Aach e.V. in 2019 erneut Deutschlands erfolgreichster Hallenradsportverein und machten den Gold-Pokal-Hattrick perfekt. „Dass wir in 2019 in der Gold-Pokal-Wertung ganz oben sind, konnten wir nach den Erfolgen an den Deutschen Meisterschaften der Junioren mit vier DM-Titeln und bzw. bei den Schülern mit insgesamt sechs DM-Titeln erahnen“, so Aachs Cheftrainerin Katja Gaißer.

„Letztendlich mussten wir jedoch warten, bis auch die Punkte im Radball und Radpolo vergeben waren und der BDR dies auch offiziell bestätigte. Es hat sich ausgezahlt, dass wir in den letzten Jahren viel Zeit in unseren Nachwuchs investiert haben“. Traditionell wird der Gold-Pokal an der Deutschen Schülermeisterschaften übergeben, die am 13./14. Juni 2020 in Worms zur Austragung kommen wird. Bereits zum 21. Mal werden die Aacher Kunst- und Einradsportler vom BDR zu Deutschlands erfolgreichstem Hallenradsportverein gekürt, denn nach 1987, 1990, 1991, 1997, 1998, 1999, 2000, 2002, 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008, 2010, 2011, 2012, 2015, 2017 und 2018 wird der Gold-Pokal 2019 seinen Platz im Aacher Trophäenschrank finden.

Der Verein aus dem Radsportbezirk Hegau-Bodensee um die 2-fache 4er Kunstrad-Weltmeisterin und Cheftrainerin Katja Gaißer und ihrem Vater, Aachs Kunstrad-Urgestein Paul Gaißer, der in Aach im Jahre 1965 nach dem Bau der Schul-Turnhalle mit dem Kunstradsport startete, wird geprägt vom Mannschaftskunst- und Einradsport. “Das hat damit zu tun, dass wir vor dem Bau der neuen Schulsporthalle mit zwei Wettkampfflächen nur eine Fahrfläche zur Verfügung hatten und alle Sportlerinnen und Sportler den Sport ermöglichen wollten“, so Paul Gaißer. „Beim 1er/2er Kunstrad konzentriert sich alles auf wenige Sportler, sodass aus der Not eine Tugend machten und mit dem Mannschaftskunstradsport begannen.

Was daraus geworden ist, zeigen die Erfolge.“ In den letzten knapp 40 Jahren war der Verein immer unter den Top Drei der deutschen Hallenradsportvereine platziert, obwohl die Spitze von Jahr zu Jahr immer dichter zusammenrückt. „Es hat sich abgezeichnet, dass wir vorne sind, denn bei den Schülern haben wir alle 6 zu vergebenden Mannschaftstitel von Ebersdorf mit nach Hause genommen. Und bei den Junioren in Köln waren es 4 von 6. Das hat vor uns noch kein Verein geschafft. Die beiden anderen DM-Titel gingen an den RV Mainz-Ebersheim“, so Katja Gaißer. „Es war nur schade, dass unsere Junioren-Europameisterinnen aus 2018 im 4er Kunstrad, die EM-Qualifikation knapp verpassten und nur EM-Ersatz waren. Nachdem wir in den letzten Jahren keine Elitefahrer mehr hatten, werden wir 2020 im Elitebereich mit vier Mannschaften am Start sein. Die neuen Mannschaften müssen sich jedoch erst finden was sicherlich noch einige Zeit dauern wird, sodass wir in dem Bereich vermutlich nicht ganz vorne mitfahren können.“ Um die engagierte Chef-Trainerin hat sich ein eingespieltes und langjähriges Trainer-Team etabliert. Der „Gündervater“ Paul Gaißer steht mit 81 Jahren noch immer bis zu dreimal an den Trainingsflächen. Daneben unterstützen die drei Weltmeisterinnen Manuela Dieterle, Ines und Simone Rudolf sowie Wilfried Schwarz die Trainingseinheiten. Und im 14-tägigen Rhythmus sorgen Bernd und Line mit ihrem Spaßtraining für Abwechslung im Trainingsalltag.

Für die Gold-Pokal-Wertung zähen nur die Starts an den Deutschen Meisterschaften (Schüler, Junioren, Elite) im Kunst- und Einrad, Radball und Radpolo sowie im 5er Radball. In der Endabrechnung ergab dies für Aach 161 Punkte vor den Dauerrivalen aus Steinhöring (117) und Mörfelden (90). Weitere Vereine in den Top-TEN: Worms (89), Antrup-Wechte (76), Liemer RC (62), Denkendorf (56), Neuenkirchen (51), Oppershofen (47) und Unterweissach (46). Insgesamt kamen 113 Vereine in die Wertung.

„Der Gold-Pokal lässt sich leider nicht wie in anderen Sportarten versilbern. Außer dem Gold-Pokal gibt es nichts, keinen Cent“, so die RMSV-Vorsitzende Petra Wiedenmaier „Hinter diesen Erfolgen steckt jede Menge Arbeit mit unserem Nachwuchs, die unser Trainerteam mit großem Engagement leistet. Ganz zu schweigen von den hohen finanziellen Aufwendungen, die der Verein für die vielen und teilweise weiten Reisen zu den Wettkämpfen leisten muss. Vielfach sind wir mit 20 und mehr Sportlern unterwegs. Zum Glück haben wir einige Sponsoren bzw. Gönner, die das Engagement der Trainer und Sportler finanziell unterstützen und so den Sport für alle erschwinglich machen.“

Wilfried Schwarz

Goldpokal-Wertung des BDR 2019 im Hallenradsport

Link: static.rad-net.de/html/disziplinen/kunstradsport/goldpokal_2019.pdf

Wochenblatt @: Ute Mucha

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