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Greenpeace zeigt Maske gegen Billigfleisch im Handel

Greenpeace Billigfleisch
Mit Schweinemasken prostestierten Greenpeace-Aktivisten am Freitag vor Konstanzer Lebensmittelmärkten gegen die Billigfleischpolitik der großen Ketten. swb-Bild: Greenpeace Bodensee

Umweltschützer kritisieren mangelnde Auszeichnung in "Greenwashing" scharf

Konstanz. Gegen Billigfleisch und für bessere Tierhaltung protestierten am Freitag Greenpeace Aktive in Konstanz. Mit stilisierten Schweinemasken und Barcode-Clipam Ohr sowie einem Banner mit der Aufschrift „Zeig Billigfleisch die rote Karte“ machen sie auf die Ausbeutung von Menschen, Tieren und Umwelt durch die fatale Billigfleischpolitik von Supermärkten aufmerksam.

Der Aktionstag fand gleichzeitig in mehrals 50 weiteren deutschen Städten statt. Anlass ist eine am Freitag zeigleich veröffentlichte Supermarkt-Abfrage von Greenpeace zu den Frischfleisch-Eigenmarken der Supermarktketten Aldi Nord, Aldi Süd, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto, Penny und Rewe. (www.greenpeace.de/abfrage-fleischsortiment )

Das Ergebnis: Rund 90 Prozent stammt nach den Erhebungen von Greenpeace von Schweinen, Rindern oder Hühnern, die unter qualvollen und häufig gesetzeswidrigen Bedingungen gehalten wurden – im Handel gekennzeichnet als Haltungsform 1 oder 2.  Kaum eine Filiale biete Fleisch der besseren Haltungsform 3 an. Angebote von Produktenaus der Haltungsform 4 ( unter anderem aus Bio-Produktion) verharren 2020 auf sehr niedrigem Niveau.

„Der Handel ist mit seiner Einkaufspolitik maßgeblich dafür verantwortlich, dass Mensch,Tier und Klima massiv durch die industrielle Fleischproduktion geschädigt werden”, sagt Natalie Neubauer, Ansprechpartnerin für Chemie und Landwirtschaft bei Greenpeace Bodensee. „Wir fordern die großen Ketten auf, Billigfleisch zügig aus dem Sortiment zunehmen und Landwirte fair zu bezahlen. Nur dann können Tiere artgerecht gehaltenwerden.“

Die regionale Aktion fand am Freitag in Konstanz vor Märkten der Ketten EDEKA Baur, REWE und LIDLstatt. Wer sich für weniger Tierleid und bessere Fleischprodukte im Kühlregal einsetzen wollte, konnte eine Protestkarte an die Marktleitung seines Supermarktes ausfüllen.

„Die Kennzeichnung mit der Haltungsform schafft zwar grundsätzlich Transparenz. Wenn Kundinnen und Kunden aber fast ausschließlich Billigfleisch kaufen können, verkommt die Kennzeichnung zu Greenwashing”, sagt Neubauer.  Passantinnen und Passanten erhielten zudem Informationen zur Haltungskennzeichnung und einen kleinen Ratgeber, der auf einen Blick zeigt, welches Siegel aus Greenpeace-Sicht aussagekräftig ist.

Zusätzliche Greenpeace-Recherchen in Filialen

Greenpeace-Ehrenamtliche hatten parallel zur Abfrage in 294 Filialen aller befragten Händler bundesweit das Schweinefleischsortiment unter die Lupe genommen. Massive Lücken bei der Haltungskennzeichnung gibt es an den Bedientheken von Edeka, Kaufland und Rewe: Dort haben lediglich fünf Prozent der von Greenpeace besuchten Märkte das Schweinefleisch ausreichend gekennzeichnet.

Während Kaufland zum Beispiel gegenüber Greenpeace angab, an allen Theken zu kennzeichnen, zeige sich vor Ort ein anderes Bild: In 14 von 16 besuchten Kaufland-Filialen war das Frischfleisch-Angebot bei Schwein an der Theke gar nicht markiert.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler


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