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»Habemus Papam!«

Papstwahl Festakt
Kultusministerin Susanne Eisenmann, Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh, Erzbischof Nikola Eterovic, Kurt Kardinal Koch (sitzend) Erzbischof Stephan Burger und der Konstanzer OB, Uli Burchardt, bei der Eintragung ins Goldene Buch der Stadt. swb-Bild: dh

Konstanz feiert 600 Jahre Papstwahl

Konstanz. Eine Papstwahl ist immer etwas ganz besonderes. Einmalig wird eine Papstwahl aber erst dadurch, dass sie nördlich der Alpen stattfindet. Das war am 11. November 1417 der Fall. Damals wurde Oddo di Colonna im Rahmen des am Konstanzer Konzils stattfindenden Konklaves zum Papst gewählt. Er ging als Papst Martin V. in die Geschichte ein. Mit seiner Wahl wurde zugleich eine 40-jährige Phase der Kirchenspaltung, das sogenannte »Abendländische Schisma« beendet. Den 600. Jahrtag dieses historischen Ereignisses feierte die Stadt Konstanz vom 10. Bis 12. November. Der offizielle Festakt zu dem zahlreiche staatliche wie kirchliche Würdenträger eingeladen waren fand am Samstagmorgen im Konzil statt. »Das Konzilgebäude ist quasi unsere Sixtinische Kapelle« scherzte der Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt, als er den Päpstlichen Sondergesandten  Kurt Kardinal Koch, den Apostolischen Nuntius, Erzbischof Nikola Eterovic, sowie den Freiburger Erzbischof Stephan Burger im Konzil begrüßte. Die drei Vertreter der katholischen Kirche durften sich anschließend gemeinsam mit dem evangelischen Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh und der Kultusministerin des Landes, Susanne Eisenmann in das Goldene Buch der Stadt eintragen.

Danach ging es in den oberen Saal des Konzilgebäudes, wo unter den dicken Eichenbalken, unter denen vor 600 Jahren die Kardinäle Papst Martin V. gewählt hatten bereits zahlreiche Besucher und geladene Gäste warteten. In seiner Begrüßungsrede ging OB Burchardt auf den Einheit stiftenden Charakter dieser Papstwahl ein, schließlich war Europa davor durch das Abendländische Schisma gespalten gewesen. »In einer Zeit in der die Europäische Einheit alles andere als selbstverständlich erscheint ist es gut auf solch ein Einheit stiftendes Ereignis schauen zu können«, so Burchardt.

Auch Kultusministerin Eisenmann, die als Vertreterin für den in Berlin weilenden Ministerpräsidenten zum Festakt gekommen war betonte die Bedeutung eines solchen Rückblicks. Genau wie das Gedenken am 500. Jahrestag der Reformation gebe so ein Anlass die Gelegenheit aus der Vergangenheit Impulse für die Zukunft zu gewinnen, so die Ministerin.

Kurt Kardinal Koch, der den Festvortrag über die Bedeutung der  Wahl Martins V. hielt, überbrachte der Stadt herzliche Grüße von Papst Franziskus. Koch gab der Ministerin recht im Hinblick darauf, dass die Ereignisse der Vergangenheit wichtige Impulse für die Zukunft geben können. »Es ist wie beim Autofahren. Wenn man überholen will muss man zuerst in den Rückspiegel schauen«, scherzte er. Im Hinblick auf die Ökumene betonte er, dass es sehr wichtig sei, dass man nicht versucht sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner  zu einigen, sondern Kompromisse auf Basis der jeweiligen Stärken findet. Das Papsttum müsse dabei die Rolle eines »Promotors« der Einheit werden, so Koch.

Im Anschluss an den Festakt zogen alle Beteiligten in einer langen Prozession vom Konzilgebäude über die Marktstätte hin zum Münster, wo der offizielle Festakt durch einen ökumenischen Festgottesdienst seinen Abschluss fand. Die Festpredigt hielt ganz im Zeichen der Ökumene Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh. Nachmittags gab es im und um das Konzilgebäude noch ein umfangreiches Programm für die breite Öffentlichkeit, rund um das Thema Papstwahl in Konstanz.

Wochenblatt Redakteur @: Dominique Hahn