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Hardbergschule soll endlich digitalisiert werden

GR Hardbergschule
Thorsten Rees vom Kreismedienzentrum, Schulleiterin Irmgard Rennebeck und Lehrerin Stefanie Berger erläuterten in der Sitzung des Gemeinderats die Notwenigkeit digitaliserten Unterrichts in der Hardbergschule. swb-Bild: of

Verschiedene Gemeinderäte wollen aber vorher über die Gefahren aufgeklärt sehen

Rielasingen-Worblingen (of). Die Hardbergschule Worblingen soll neu für eine künftige Digitalstruktur „strukturiert“ verkabelt werden. Dafür will die Gemeinde rund 74.000 Euro im kommenden Jahr investieren. Es gehe jetzt freilich erst mal nur um eine „Grundsteinlegung“ betonte Bürgermeister Ralf Baumert, welche Medien dann genutzt werden sollen, müsse der Gemeinderat dann im kommenden Jahr noch in einem weiteren Beschluss festlegen. Damit kann die Schule endlich die Ziele im Landesbildungsplan umsetzen, die 2016 bereits festgesetzt wurden.

Man habe auch bereit im Jahr 2017 in Absprache mit dem Kreismedienzentrum ein Medienbildungskonzept entwickelt, das Anfang 2018 verabschiedet wurde. Es beinhaltet, dass man in allen Räumen der Schule über einen Internetabschluss verfügen müsse. Dafür sei man freilich auf den Schulträger angewiesen.  Wie Stefanie Berger von der Schule in der Sitzung des Gemeinderats informierte, seien die Möglichkeiten digitaler Information derzeit stark eingeschränkt. Auch durch die Inklusion von SchülerInnen mit Behinderung sei man auf mehr digitale Infrastruktur angewiesen. Weil man derzeit nur einen PC-Raum an der Schule habe, gehe sehr viel Zeit schon dadurch verloren immer wieder in den Raum zu wechseln. Da man kein Internet habe, könne man derzeit keinen prozessorientierten Unterricht durchführen. Das müssten die Kinder dann daheim machen, was aber nicht der Sinn der Sache sein könne. Die Schulbuchverlage hätten längst auf die Nutzung digitaler Medien reagiert. Gegenwärtig könne man eigentlich keine Chancengleichheit für die SchülerInnen bieten. Die Grundkenntnisse, die die Schule vermitteln solle, könnten in der weiterten Schullaufbahn nicht nachgeholt werden, so Rektorin Irmgard Rennebeck in der Sitzung, bei der auch Thorsten Rees als Leiter des Kreismedienzentrums anwesend war.

Gemeinderat Reinhard Zedler vertrat, dass eine Verzögerung in dieser Frage durch die lange Diskussion darüber, dass von der Elternschaft damals der Verzicht auf WLAN-Nutzung gefordert und durchgesetzt wurde, eine große Verzögerung entstanden sei. Gemeinderat Dr. Wieland Spur, brachte seine Bedenken zum Ausdruck dass zu frühe Mediennutzung schädlich für Kinder sein könne, was aus seiner Sicht auch wissenschaftlich untermauert sei. Er stellte den Antrag, erst darüber abzustimmen wenn einer Wissenschaftler im Gemeinderat seine Erkenntnisse vermitteln könnte. Dazu gab es aber die Reaktion, dass dies mit der nun anstehenden Abstimmung zur Verkabelung erst mal nicht zu tun habe. Der Vertagungsantrag fand nur vier Befürworter, Bürgermeister Baumert schlug eine Brücke und ließ danach noch darüber abstimmen, dass vor den weiteren Entscheidung eine Information über die Risiken von Mediennutzung im Gemeinderat informiert werden, zum Beispiel durch einen Vertreter des Verbands der Kinderärzte. Das fand eine starke Mehrheit. Dem eigentlichen Antrag auf Verkabelung wurde dann bei zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen zugestimmt.

Schon zu Eingang der Sitzung meldete sich Andreas Kuhl als Vertreter der Eltern zu Wort und mahnte an, dass die Schule hier endlich ausgerüstet werden solle, nachdem die Bildungspläne dies seit drei Jahren verlangen.

Wochenblatt @: Oliver Fiedler