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Heimatmedaille für Bruno Epple

Bruno Epple
»Malerpoet« Bruno Epple wurde im Rahmen des Landesfestwochenendes der Heimattage in Radolfzell mit der Heimatmedaille des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. swb-Bild: Archiv

Auszeichnung im Rahmen der Radolfzeller Heimattage

Radolfzell. Zum Auftakt der Landesfesttage im Rahmen der Heimattage Baden-Württemberg an diesem Wochenende zeichnete die Freiburger Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer im Auftrag der Landesregierung am Freitag im Radolfzeller Milchwerk zehn Bürgerinnen und Bürger für ihre Verdienste um die Heimat mit der Heimatmedaille Baden-Württemberg aus. Unter ihnen auch »Malerpoet« Bruno Epple, der zeitlebens eine enge Verbindung zur Stadt Radolfzell pflegte und mittlerweile auf der Höri lebt. »Radolfzell, obgleich fremd und unbegreiflich, war das, wo wir wohnen sollten. Ich konnte es mir nicht vorstellen. Radolfzell, so oft ich es hörte, klang glockenhaft hell, klang nach Feier und Glanz, es klang bald warmherzig und vertrauenerweckend (...) Radolfzell also nun, das dunkel-freudig lockende, stand mir bevor«, schrieb Epple einst über die Heimattage-Stadt.

Ein Mann mit vielen Talenten

Epple unterrichtete von 1965 bis 1989 am Gymnasium Radolfzell. Schon während seiner Zeit als Lehrer betätigte er sich als Maler und Schriftsteller. Seit 1989 ist er freier Autor und Künstler, der Bilder malt und Skulpturen schafft. Seine Prosatexte verfasst er in alemannischer Mundart und Hochdeutsch. Während seines Studiums entdeckte er die Ölmalerei und die Mundartdichtung. 1961 wurde er im Süddeutschen Rundfunk in der Reihe »Lebende Mundartdichter« erstmals vorgestellt. 1967 erscheint der erste Band mit Mundartlyrik. 1969 gelingt ihm bei der Ausstellung im Atelier Mensch in Hamburg der Durchbruch als Maler, 1973 folgt eine Einzelausstellung in Rio de Janeiro, weitere Ausstellungen sowohl in der Region als auch deutschlandweit und international schließen sich an. Die Bilder des »Malerpoeten« zeugen von Hingabe an und Lob für den Bodensee, von Liebe für die Landschaft und ihrer Bewohner. Die Liste an Auszeichnungen, die Epple für sein Engagement bereits in der Vergangenheit erhalten hat, ist dabei schon lang. 2002 wurde er mit der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet, 2006 mit dem Ehrenring der Stadt Radolfzell und 2019 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande.

Großes Dankeschön aus Stuttgart und Freiburg

Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer betonte bei der Übergabe der Medaillen an die Geehrten, dass die Landesregierung stolz auf das große ehrenamtliche Engagement im Land sei. Allein in der Heimatpflege seien mehr als eine Million Menschen in Baden-Württemberg ehrenamtlich engagiert. »Bürgerschaftliches Engagement und Freiwilligenarbeit sind der Maßstab dafür, wie demokratisch, frei und menschlich eine Gesellschaft ist«, sagte Schäfer und bedankte sich bei den neuen Trägerinnen und Trägern der Heimatmedaille für ihr herausragendes Engagement.

»Heimat ist Ausdruck einer besonderen emotionalen Bindung an Regionen, Menschen, Kulturen und Traditionen. Mit der Heimatmedaille Baden-Württemberg zeichnen wir heimatverbundene Menschen aus, die in einer besonderen Weise Verantwortung übernehmen – für ihren Ort, für regionale Geschichte und Geschichten, für ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger. Deswegen ist Heimat auch so wichtig für unser Zusammenleben«, sagte Kunstministerin Theresia Bauer bereits im Vorfeld der Verleihung der Heimatmedaille in Stuttgart. »Wenn sich Bürgerinnen und Bürger aktiv in das gesellschaftliche Leben einbringen und sich mit ihrer Heimat befassen, ist das gelebte Demokratie. Mit ihrer Begeisterung und Einsatzfreude leisten die Trägerinnen und Träger der Heimatmedaille auch einen wichtigen Beitrag für die kulturelle Identität und den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft.«

Geehrte aus dem ganzen Ländle

Die Bandbreite des Engagements der Geehrten ist groß: Sie reicht von der Orts- und Regionalgeschichtsforschung über die Landeskultur, die Brauchtumspflege, die Mundart und die Archäologie bis hin zur Integrationsarbeit. Neben Bruno Epple wurden am Freitag im Milchwerk Dr. Isabell Arnstein aus Buchen im Odenwald, Erika Buhr aus Todtmoos, Abdullah Dagli aus Böblingen, Gunter Dlabal aus Bietigheim-Bissingen, Pius Jauch aus Bösingen, Gerhard Neugebauer aus Rickenbach, Prof. Waltraud Pustal aus Pfullingen, Kuno Schnader aus St. Leon-Rot und Emil Schumacher aus Sinsheim mit der Heimatmedaille ausgezeichnet.

 

Die Heimatmedaille

Die Auswahl der Persönlichkeiten, die die Heimatmedaille erhalten, erfolgt durch den Landesausschuss Heimatpflege Baden-Württemberg. Sie basiert auf den Vorschlägen der Arbeitskreise für Heimatpflege in den Regierungsbezirken, die mit rund 200 Mitgliedsverbänden und -vereinen in der Heimat- und Brauchtumspflege zusammenarbeiten. Mit der Heimatmedaille Baden-Württemberg werden Personen ausgezeichnet, die sich um die Heimat Baden-Württemberg besonders verdient gemacht haben. Die Verdienste können sowohl in organisierten als auch in nicht organisierten Formen ehrenamtlicher Tätigkeit beziehungsweise bürgerschaftlichen Engagements erbracht worden sein. Außer Betracht bleiben berufliche Tätigkeiten sowie ehrenamtliche Tätigkeiten in den Organen der kommunalen Selbstverwaltung.

Wochenblatt @: Dominique Hahn


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