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Hochwasserzug im Einsatz im Katastrophengebiet an der Ahr

Hochwasserzug
Der Hochwasserzug des Landkreises Konstanz ist am Mittwoch zum Einsatz im Katastropengebiet an der Ahr einberufen worden. swb-Bild: LRA/KFV

Team aus dem Landkreis wurde nach Dernau und Walporzheim beordert

Kreis Konstanz. Breits am Mittwoch ist der Hochwasserzug des Landkreises Konstanz nach Rheinland-Pfalz aufgebrochen, um dort tatkräftige Hilfe zu leisten. Darüber informierte nun Kreisbrandmeister Andreas Egger über die Medienstelle des Landratsamts.

Die 18 Einsatzkräfte, die aus den Feuerwehren Aach, Engen-Welschingen, Konstanz und Stockach kommen, sind über Bruchsal an den Nürburgring gefahren, von wo aus sie weitergeleitet wurden. In Bruchsal hatten sich sechs solcher Hochwasserzüge aus dem Regierungsbezirk getroffen, um im Konvoi in das Einsatzgebiet zu fahren.

Ab Donnerstag wurden sie in Dernau und Walporzheim, Landkreis Ahrweiler, eingesetzt. Hier leisten  die Einsatzkräfte auch in den kommenden Tagen Hilfseinsätze, die Maßnahmen werden dort von Trier aus koordiniert, wo die »Arbeits- und Diensteistungsdirektion« (sprich die Einsatzzentrale) sitzt, wie Egger auf Anfrage sagte. Der Einsatz dauert bis zum Samstag, danach wird die Heimfahrt angetreten.

Landrat Zeno Danner und Kreisbrandmeister Egger bedanken sich für die spontane Hilfsbereitschaft bei den betroffenen Feuerwehren – die ja hier mit größtenteils ehrenamtlichen Käften aufgebrochen sind, und wünschen ihnen bei ihrem Einsatz viel »Erfolg« im Interesse der betroffenen Menschen in den Überschwemmungsgebieten.

Der Einsatz sei ein Teil eines groß angelegten Systems, informierte Egger dabei weiter auf Anfrage. Der Hilferuf der Landesregierung Rheinland-Pfalz gehe dabei an das Innenministerium nach Suttgart, von dort weiter an die Regierungspräsidien, die wiederum die Einsatzgruppen anfordern. »Wir folgen mit unserem Zug anderen Feuerwehrleuten aus dem Regierungspräsidium Stuttgart. Die Einsätze sind zeitlich begrenzt, weil sie nicht nur körperlich alles fordern, sondern auch mental wie psychisch«, unterstreicht der Kreisbrandmeister. Die Einsatzkräfte waren vor der Abreise auch gebeten worden Feldbetten mitzubringen, weil vor Ort sozusagen nichts mehr stehe. Die hätten die Kameraden auch gebraucht. »Als der Zug in den Ortschaften ankam, war es zum Teil zum ersten Mal, dass eine Feuerwehr dort angekommen ist. Da hat es schon manche scharfe Anfeindung von den Betroffenen gegeben«, sagte Egger weiter. »Aber wir kamen ja, weil wir nach einem Einsatzplan beordert wurden«, und als die Anwohner die Kennzeichen gesehen hätten, wären sie auch auch bald wieder ruhig gewesen. Je nachdem wie lange die Einsätze nötig sind, könnte es durchaus sein, dass die Kräfte des Einsatzzugs noch einmal in das Katastrophengebiet beordert würden.

Den Einsatzzug  gibt es im Landkreis schon seit einigen Jahren. Er wurde im Zuge des Katastropenschutzkonzepts des Landes, das wiederum durch den Landkreis umgesetzt wird, mit zusätzlichem Gerät, zum Beispiel Pumpen, ausgestattet. »Die Pumpen nutzen nur wenig dort, weil man damit die Mengen an Schlamm, die in die Keller eingedrungen sind, gar nicht herausbekommt«, so Andreas Egger.

Die immer wieder geübte Kritik an den Einsätzen in den Katastropengebieten will Egger auch relativert sehen. Ein Unwetter in dieser Dimension sei kein Hundert- oder Tausendjähriges Hochwasser, etwas in dieser Dimension habe es wohl hierzulande noch nie gegeben. Auch die Rückmeldungen der Kameraden aus dem Landkreis aus dem Ort machten deutlich, wie unvorstellbar das Außmaß an Zerstörung sei. »In Ahrweiler gibt es zum Beispiel keine einzige Brücke mehr über den Fluss. Um auf die andere Seite zu kommen, ist eine sehr lange Fahrt nötig. In alten Dörfern mit den typischen Fachwerkhäusern hat das Wasser eine breite Schneise geschlagen. Das macht ganz schnell klar, wie lange es gehen wird, bis hier wieder aufgebaut werden kann, was vorher einmal war.«

Wochenblatt @: Oliver Fiedler


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