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Im Gespräch mit Bischof Radolt

Zeitspaziergang
Die Gegenwart und ein Ausblick in die Zukunft standen an der letzten Station des Zeitspaziergangs im Fokus. Bischof Radolt war dazu extra von seinem Brunnen herabgestiegen.swb-Bild: dh

Radolfzeller Zeitspaziergang fasziniert Besucher

Radolfzell. An vielen Stellen war es in der vergangenen Woche zu lesen: Das Radolfzeller Jubiläumsjahr war wirklich »jeden Moment wert«. Zum fulminanten Ausklang der Feierlichkeiten, die sich über das ganze Jahr hingezogen hatten gehörte unter anderem der Zeitspaziergang am vergangenen Montag.
Allen, die sich auf den Weg zu den sechs Stationen machten, bot sich die Möglichkeit auf ganz besondere Art und Weise in die Geschichte der Stadt einzutauchen. An jeder der Stationen, die über die gesamte Innenstadt verteilt lagen, erwartete die Zeitspaziergänger eine kurze Episode aus den letzten 750 Jahren. Los ging es an der Stadtmauer, unterhalb des Obertors mit -wie sollte es anders sein, der Verleihung des Stadtrechts durch den Abt Albrecht von Ramstein. Gezeigt wurde dabei aber auch die andere Seite: Radolfzeller Bürger, die im Wirtshaus darüber philosophieren ob das Stadtrecht mehr Vor- oder mehr Nachteile bringen wird.
An der zweiten Station vor dem Österreichischen Schlösschen wurden die Teilnehmer des Spaziergangs Zeuge einer Stadtratssitzung zur Zeit der habsburgischen Herrschaft über Radolfzell. Auf der Tagesordnung stand der Beschluss über den Bau des Österreichischen Schlösschens, welchen der Bürgermeister nach angeregter Diskussion schließlich für »einstimmig« beschlossen erklärte.
Weitere Stationen waren in der Zeit des Kaiserreichs, wo Scheffel, Bosch und Schießer unter anderem über die Eisenbahn philosophierten, wobei ihnen der närrische Schalk in Form des Kappedeschle im Nacken saß, dann die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts mit den beiden Weltkriegen und die Wirtschaftswunderzeit.
Die letzte Station gehörte ganz den Kindern und Jugendlichen. Am Ratoldusbrunnen unterhielten sie sich mit Stadtgründer Radolt, der extra von seinem Brunnen herabgestiegen war. Gemeinsam wagten sie einen Ausblick in die Zukunft der Stadt. Die Texte zum Zeitspaziergang stammten allesamt aus der Feder von Radolfzeller Bürgerinnen und Bürgern, die auch auf den Bühnen in die Rolle ihrer Vorfahren schlüpften. Gesamtregie führten Monique Moelter und Rüdiger Specht. »Uns hat vor allem die Vielfältigkeit in der Darstellung der Radolfzeller Geschichte gefallen«, erklären Thomas und Ingrid Will. »Da war eigentlich für alle Altersgruppen etwas dabei.« Besonders eindrücklich fanden die beiden den Vortrag der beiden Schauspieler im Scheffelhof, erzählten sie im Gespräch mit dem WOCHENBLATT. Mit Zeitspaziergang und Kulturnacht, erlebte das Radolfzeller Jubiläumsjahr somit einen weiteren Höhepunkt, der einen mehr als würdigen Abschluss der Jubiläumsfeierlichkeiten bildet.

Wochenblatt Redakteur @: Matthias Güntert